Sonntag, 19. September 2010

"Earlybird" stürmt zum zweiten WM-Titel der Swan 45

19.09.10 - Mit einer taktisch starken Leistung, einer hohen Boots-Performance bei kräftigen Winden und dem nötigen Quäntchen Glück ist die deutsche „Earlybird“ am Sonnabend, 18. September, beim Rolex Swan Cup vor Porto Cervo/Sardinien zum Weltmeister-Titel in der Einheitsklasse der Swan 45 gestürmt. Der Crew reichte im Abschlussrennen ein zweiter Platz hinter der finnischen „Blue Nights“ mit dem deutschen Taktiker Jochen Schümann, um sich gegen die Konkurrenz aus sechs Nationen durchzusetzen. Für die „Earlybird“ ist es nach 2008 bereits der zweite Titelgewinn; für Skipper Hendrik Brandis war es indes der Premierenjubel bei der Swan 45 World Championship.

Der deutsche Investment-Unternehmer war nach dem Titelgewinn schlichtweg überwältigt: „Wir können es immer noch nicht richtig glauben“, sagte Brandis. „Es war ein unglaublich spannendes und enges Rennen, und auf jedem Schiff waren absolute Weltklasse-Segler vertreten.“ Zum Start in den Finaltag war noch alles offen für die Vergabe des Titels und der weiteren Podiumsplätze, denn vier Crews lagen dicht zusammen. Und der schwache, drehende Wind schien nicht auf der Seite der führenden „Earlybird“ zu sein. „Wir mögen lieber die stärkeren Winde wie zum Beginn der Meisterschaft. Da haben wir dann gleich gut vorgelegt, waren sofort in der Rolle des Gejagten“, berichtete Brandis. Doch der Vorsprung schmolz vor allem durch einen schwachen zweiten Tag dahin. „Und beim Langstrecken-Rennen am Donnerstag mussten wir lange zittern. Fünf Stunden lagen wir klar in Führung, bis der Wind völlig einbrach. Zum Glück setzte er noch so rechtzeitig wieder ein, dass wir einen dritten Platz ins Ziel retten konnten.“

Vor der letzten Wettfahrt lag die „Earlybird“ indes nur noch 1,5 Punkte vor der titelverteidigenden „Charisma“ aus den Niederlanden (Nico Poons). „Eine sehr schwierige Situation, denn wir mussten drei Crews kontrollieren, was schlichtweg unmöglich ist. Wir waren wirklich sehr nervös“, sagte Brandis. Doch das Glück des Tüchtigen war auf der Seite der Deutschen. „Auf dem Down-Wind-Gang sind wir mit der ,Blue Nights' auf die rechte Seite gegangen und waren begünstigt, als dort der Wind einsetzte. Anschließend haben wir den zweiten Platz hinter Jochen Schümann verteidigt, der uns so nicht mehr gefährlich werden konnte, da er vier Punkte zurücklag“, erklärte Brandis den perfekten taktischen Plan, der dem Hamburger schließlich den Titel bescherte.

Als Schlüssel zum Erfolg sieht der Skipper aber vor allem eine perfekt eingespielte Crew um den gewieften dänischen Taktik-Fuchs Sten Mohr an. Gleichwohl war es für Brandis im Gegensatz zur Crew erst der erste WM-Titelgewinn. „Ich teile mit meinem Geschäftspartner Christian Nagel nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Leidenschaft für das Segeln. So stand er vor zwei Jahren am Ruder. Umso schöner, dass ich jetzt gleichziehen konnte. Der Gewinn des WM-Titels fühlt sich einfach großartig an“

Sehr zufrieden war auch Jochen Schümann, der von der finnischen „Blue Nights“-Eignerin und -Skipperin Tea Ekengren-Saurèn als Taktiker angeheuert worden war und im Gesamtklassement schließlich auf Platz zwei vor der belgischen „Samantaga-Duvel“ (Phillipe Moorgat/Patrick van Henr) und der „Charisma“ segelte. „Wir sind mit einer internationalen Crew hier das erste Mal zusammen gesegelt und mussten uns erst finden“, sagte Schümann. Das belegten auch die Ergebnisse. Nach Rang acht zum Auftakt kam die „Blue Night“ immer besser in Fahrt und war nach dem Sieg im Langstrecken-Rennen richtig in Schwung. „Wir hatten eine sehr steile Lernkurve und zum Schluss war sogar noch der Titel möglich. Aber über die gesamte Serie gesehen, hat die ,Earlybird' zu Recht gewonnen. Sie hat die konstanteste Serie gezeigt. Wir sind mit dem Ergebnis sehr glücklich, der Vize-Titel ist ganz klar über den Erwartungen“, sagte der dreimalige Olympia-Sieger.

Neben den Swan 45 schafften beim Rolex Swan Cup am Sonnabend lediglich noch die ClubSwan 42 ein Rennen, für die großen Yachten waren die Winde dagegen zu schwach. Der Rolex Swan Cup wird am Sonntag, 19. September, mit den Rennen der Klassen ClubSwan 42, der Maxi, Grand Prix und der Sparkman & Stephens Swan abgeschlossen. Andreas Kling.

ROLEX SWAN 45 WELTMEISTERSCHAFT - ENDSTAND (VORLÄUFIG)
Platz, Boot, Skipper, Rennen 1-2-3-4-5-6-7-8, Total Punkte

1) EARLYBIRD (GER), Hendrik Brandis, 1-2-5-5-1-4.5-(6)-2, 20.5 Punkte
2) BLUE NIGHTS (FIN), TEA Ekengren-Saurèn, (8)-6-2-4-6-1-2-1, 22.50
3) SAMANTAGA-DUVEL (BEL), Phillipe Moorgat/Patrick Van Henr, (6)-3-3-3-4-3-5-4, 25.0
4) CHARISMA (NED), Nico Poons, 3-4-1-1-(5)-9-3-5, 26.00
5) JEROBOAM CA’NOVA (ITA), Vittorio Codecasa, (7)-7-6-2-3-6-1-3, 28.00
6) TALJ (ITA), Vittorio Ruggero, 4-5-4-6-2-10.5-(9)-9, 40.5
7) ULIKA (ITA), Andrea Masi, 2-1-(8)-7-8-12-7-6, 43.00
8) CHECKMATE (NED), Peter de Ridder, 5-8-(9)-8-9-7.5-8-7, 52.5
9) BETTER THAN-R-SIX TEAM (USA), Andrzej Rojek, (9)-9-7-9-7-13.5-4-8, 57.5


ROLEX SWAN CUP – VORLÄUFIGE ERGEBNISSE

Maxi - Class A (3 Rennen)
1) DSK Pioneer Investment (ITA), Danilo Salsi, 3-1-5, 9.0
2) EMMA (GER), Johann Killinger, 1-4-7, 12.0
3) MYSTERY, Amadoo Int.Corporation, 4-2-6, 12.0


Grand Prix - Class B (3 Rennen)
1) SILVEREN SWAEN (NED), P.H.J. Bakker, 2-1-1, 4.0
2) CLEM (ESP), Amanda Hartley, 1-3-4, 8.0
3) CRILIA (GER), Heinz-Gerd Stein, 3-2-5, 10.0

Classics - Class C (3 Rennen)
1) MONSOON JAGUAR (GBR), Peter Simon, 1-1-3, 5.0
2) SHIRLAF (ITA), Giuseppe Puttini, 2-2-1, 5.0
3) DREAM (ITA), Francesco Persio, 3-3-7, 13.0

Swan 42 - Class E (6 Rennen)
1) KORA 4 (ITA), Enrico Scerni, 1-1-1-(2)-3-1, 7.0 points

2) CUOR DI LEONE (ITA), Leonardo Ferragamo, (4)-4-2-1-1.5-4, 12.5
3) NATALIA (ROM), Kdf Energy Romania, 2-2-(3)-3-6-3, 16.0

Weitere Informationen über den Rolex Swan Cup 2010 einschließlich Teilnehmerlisten und Ergebnissen im Internet unter http://www.yccs.it/.

Donnerstag, 16. September 2010

Sport, Speed, Spaß und viel Komfort: Die INTERBOOT Trends 2010

16.09.10 - Die Bootswirtschaft ist zuversichtlich. Das wird bei den neuen Booten, die auf der INTERBOOT von 18. bis 26. September 2010 zu bestaunen sind, deutlich. Keine Spur von Zurückhaltung: Die neuen Motorboote bieten überwiegend Speed und Spaß. Bei den Segelyachten hält der Trend zum sportlichen Boot an, ohne dass die Crew dabei auf Komfort unter Deck verzichten muss.

Eine typische Vertreterin im Segment Speed und Spaß ist die neue 7,56 Meter lange Sessa Key Largo 27 der italienischen Sessa Werft, die es mit Hilfe ihrer beiden 150 PS starken Außenbordmotoren auf 41 Knoten oder über 75 Stundenkilometer bringt. Durch ein Sonnendeck vor dem geschützten Steuerstand wird das Boot unter Anker zur schnellen Badeinsel. Nachts bietet eine Schlupfkabine zwei Personen ein gemütliches Bett.

Erheblich mehr Komfort unter Deck bietet die neue 10,80 Meter lange Bavaria Sport 34 mit vier Kojen in zwei Kabinen, Salon mit Pantry und Bad. Die beiden Benzinmotoren in der Standardversion sind mit zusammen 450 PS ein Garant für schnelle Fahrten. Sparsamer im Verbrauch, aber dafür etwas langsamer ist das Sportboot von Deutschlands größter Yachtwerft durch eine Dieselmotorisierung mit zwei 220-PS-Maschinen. Auffällig bei der Präsentation der gesamten Bandbreite des motorisierten Wassersports auf der INTERBOOT ist unter anderem der 8,30 Meter lange Swiss-Cat 27 Geta der Schweizer Aarewerft Lehmann. Diese Weltpremiere ist ein Raumwunder mit bis zu fünf Kojen unter Deck und bietet sich mit seinem 300 PS-Motor als schneller Gleiter für maximal zwölf Fahrgäste an.

Für viel Aufmerksamkeit wird auch das neue 6,10 Meter lange Festrumpfschlauchboot der Ott Wassersport e.K. in Meersburg sorgen, das durch einen Leichtbaumotor mit Jet-Antrieb im Schnellzugtempo über den Bodensee rasen kann. Das Boot mit geschütztem Fahrstand besticht durch sein funktionales Design.

Die Weltpremiere Linssen Grand Sturdy Hybrid aus den Niederlanden spricht Skipper an, die mit einer 8,20 Meter langen Stahlyacht vor allen Dingen leise, gemütlich und fast ohne CO2-Ausstoß auf eine See- oder Flussreise gehen wollen. Das Boot mit hydrodynamisch optimiertem Unterwasserschiff wird von einem Elektromotor angetrieben, der durch Hightech-Batterien seine Energie bezieht, die wiederum durch Landstrom oder einen Drei-Kilowatt-Generator geladen werden. Nicht nur der Antrieb dieser Linssen ist beachtenswert, sondern auch das Raumangebot mit großer Eignerkabine und Salon.

Wie viele Motorbootwerften nutzen auch die Hersteller von Segelyachten die INTERBOOT als Premierenmesse für Boote der nächsten Wassersportsaison. So präsentieren nicht nur die beiden größten deutschen Werften wie die Bavaria Yachtbau GmbH und die Hanse Group ein kleines Feuerwerk an Interboot-Premieren, sondern auch Werften wie Hunter aus den USA oder Jeanneau aus Frankreich.

Die neue 12,34 Meter lange Sun Odyssey 409 konnte sogar erst kurz vor der INTERBOOT auf der Jeanneau-Werft fertig gestellt werden und wird nun als Weltpremiere präsentiert. Die schnelle, 7,5 Tonnen verdrängende Fahrtenyacht stammt aus der Feder des Konstrukteurs Philippe Briand und eignet sich für Küstenfahrt wie für Hochseereisen. Die 409er spiegelt die neuesten Erkenntnisse des Yachtdesigns wider. Das mit drei oder zwei Doppelkabinen angebotene Schiff mit fast geraden Bug und Doppelsteuerstand im Cockpit hat eine Segelfläche am Wind von fast 80 Quadratmetern, die eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit versprechen.
Moderne Rümpfe und viel Platz unter Deck bieten auch die beiden nagelneuen Bavaria Cruiser 36 (Länge 11,30 Meter) und 40 (Länge 12,35 Meter), die wie alle neuen Yachten der Werft aus der Feder des Konstruktionsbüros von Bruce Farr stammen und deren Interieur von der BMW Group Designworks USA gestaltet wurde. Verbessert wurden nicht nur die Segeleigenschaften, Bavaria präsentiert jetzt auch einen eigenen markanten Stil.

Etwas kleiner als die neuen Bavarias ist die 9,55 Meter lange Hanse 325 der Greifswalder Hanse Group, die von der Werft als schneller Performance Cruiser bezeichnet wird, dabei aber viel Lebensraum und Komfort unter Deck bietet.

Mit der neuen Dehler 32 präsentiert der Greifswalder Yachtbaukonzern, der die Dehler Werft übernommen hatte, ein 9,80 Meter langen Cruiser-Racer, der bereits erste Erfolge auf Regattabahnen verbuchen konnte. Die 32er mit einer Verdrängung von gut vier Tonnen holt sich ihren Speed von einer Segelfläche von 60 Quadratmetern am Wind. Die Yacht wurde vom Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk & Co entworfen, die dem Schweizer Americas-Cup-Syndikat “Alinghi³ bereits zweimal den Cup-Gewinn ermöglichte. Noch sportlicheres Segeln ist mit der Weltpremiere Dinamica RS 940, einem Hightech-Daysailer aus Italien möglich. Der 9,40 Meter lange Racer aus der Feder von Regattayachtspezialist Claudio Maletto verdrängt nur 2,1 Tonnen, wird aber von der dafür riesigen Segelfläche von 58 Quadratmeter am Wind angetrieben.

Eine der größten Segelyachten der INTERBOOT ist die neue 15,21 Meter lange Hunter 55 CC aus den USA. Die Hochseeyacht ermöglicht mit Eignersuite mit großem Doppelbett, das aufgeklappt ein Whirlpool bietet, nicht nur luxuriöse Segelreisen, sondern bietet dabei auch noch mit der Segelfläche von 114 Quadratmetern ein gutes Geschwindigkeitspotential und kann darüber hinaus von einer kleinen Crew optimal gesegelt werden.

Traditionell nutzen auch Boots- und Yachtzubehörhersteller die INTERBOOT, um ihre Neuheiten erstmals zu präsentieren. Gezeigt werden nicht nur der neueste Stand der elektronischen Navigation, sondern auch aktuelle Entwicklungen der Segeltechnik wie besonders leichte, aber hochfeste Schoten und Fallen, weiterentwickelte Rollsegelanlagen und Hightech-Seglerbekleidung für jedes Wetter. Eigner von kleineren Yachten und Booten können sich darüber hinaus auf die neue Generation der Handkombigeräte wie beispielsweise UKW-Funk mit vollfunktionsfähigen GPS-Gerät sowie auf energiesparende LED-Lampen als Positionsleuchten oder für die Innenbeleuchtung freuen.

Weitere Infos unter www.interboot.de.

America's Cup 2013

16.09.10 - (IBN) Der America's Cup 2013 wird mit Katamaranen ausgetragen. Das gab Russell Coutts bekannt. Die neue AC Klasse AC 72 wurde in monatelangen Verhandlungen zwischen BMW Oracle Racing und Mascalzone Latino festgeklopft. Die Boote sollen preisgünstiger als die alten sein und spektakuläre Rennen mit reduzierter Crew liefern. Eine kleinere Variante, die AC 43 soll bereits vorher ab 2011 in einer Weltserie starten.

Ab 2012 sollen dann die großen Kats segelfertig sein. Die dann freien AC 45 sollendann für den ebenfalls neuen Youth America's Cup genutzt werden.

Der Austragungsort ist noch offen. Ob es San Francisco, die Heimatstadt von Oracle Racings Golden Gate Yacht Club, Valencia oder die Sardinien vorgelagerte Insel La Maddalena wird, soll bis spätestens Jahresende bekannt gegeben werden.

Nautische Schweiz trifft sich auf der INTERBOOT

16.09.10 - Friedrichshafen / Für Präzision und edles Design sind Schweizer Bootswerften weit über die Grenzen hinaus bekannt. Eine große Präsentationsfläche für Neuheiten und aktuelle Modelle ist für Hersteller und Händler aus der Schweiz die INTERBOOT, die von Samstag, 18. bis Sonntag, 26. September 2010 stattfindet: Auf der Internationalen Wassersport-Ausstellung in Friedrichshafen sind die Eidgenossen mit rund zwölf Prozent der insgesamt 518 Aussteller die stärkste ausländische Nation. Anziehungspunkt für alle Besucher sind auch Show-Events, Sportwettkämpfe und Testmöglichkeiten auf dem Messegelände und vor der Uferpromenade am Bodensee. Am Donnerstag, 23. September, erhalten alle Schweizerinnen freien Eintritt.

„Die INTERBOOT ist für die Schweizer Bootbauer eine bedeutende Bootsmesse“, bestätigt David Clavadetscher, Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauer-Verbandes, im Vorfeld der INTERBOOT. „Das Messegelände ist für uns im Dreiländereck geographisch hervorragend positioniert, um unsere Kunden zu empfangen, außerdem schätzen wir die Kombination mit dem Vorführhafen, auf dem die Besucher Boote Probefahren können.“ Zum 75. Jubiläum des Schweizer Bootbauerverbandes präsentieren sich auch zehn Aussteller auf einem großen Gemeinschaftsstand. Darunter sind die Bootswerften Bucher und Schmid, Rohn Erlach und Wacker.

„Swissmade“ finden die Besucher aber über alle neun Hallen verteilt: Die Wacker Werft aus Hunzenschwil stellt auf der INTERBOOT ihre Dynamic 35epc vor: Die Yacht ist mit zusätzlichem Stauraum, komfortablen Polstern, einer leistungsfähigen Kühlbox und interessanten Details ausgestattet. Der Elektromotor von Kräutler sorgt bei Flaute für Vortrieb. Ebenfalls mit Elektromotor ist die Blue Sky 600 ausgestattet, die Bootswerft Rapp aus Thal gemeinsam mit zwei Motorbootmodellen zeigt. Firma Boesch aus Kilchberg feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum und lädt ihre Besucher auf eine Probefahrt mit der 620 Electric Power in den INTERBOOT-Hafen ein. Das Modell ist erstmals mit einem kräftigen 120 KW-Antrieb ausgestattet und verspricht großen Fahrspaß.

Hausammann aus Uttwil zeigt eine ganze Reihe neuer Segel- und Motorboote von Jeanneau zur INTERBOOT, wie beispielsweise die Sun Odyssey 409. Sie wurde in der Kategorie Familiy Cruiser für den Titel European Yacht of the Year nominiert und wird erstmals dem Publikum vorgestellt. Uninautic aus Neuchatel präsentiert mit den Stingray-Modellen 208 LR und 215 LR gleich zwei Weltpremieren in Friedrichshafen. Der Bootsimporteur W.A.R. aus Adligenswil zeigt die beiden herausragenden Neuheiten Chris-Craft Corsair 25 und Boston Whaler 170 SuperSport, die für eine ganz eigene Linie amerikanischen Designs stehen.

Die INTERBOOT ist von Samstag, 18. September bis Sonntag, 26. September 2010, täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Besucher aus der Schweiz können das spezielle SBB-Kombi-Billet nutzen, das Ermäßigungen auf Bahnreise, Transfer zum Messegelände und Eintritt gewährt.


Mittwoch, 15. September 2010

INTERBOOT reitet auf Funsport-Welle

15.09.10 - Friedrichshafen / Bretter, die die Welt bespaßen, spielen die Hauptrolle bei den Funsportarten: Surfen, Kiten, Wasserskifahren, Wellenreiten und neuerdings auch Stand Up Paddeling versprühen nicht nur Wassergischt, sondern auch pures Vergnügen.

Zu sehen gibt es die coolsten Boards und neuesten Trends auf der INTERBOOT von 18. bis 26. September 2010. Ein aktionsgeladenes Rahmenprogramm ist ebenfalls geboten: Der Messe-See wird während der Internationalen Wassersport-Ausstellung zur Wakeboard-Arena. Hier gibt es täglich Show-Events und die Möglichkeit, sein eigenes Talent zu testen. Profis werden am Freitagabend, 24. September 2010 unter Flutlicht um Preisgeld kämpfen. Am Tag darauf zeigen die Wassersport-Artisten ihr Können auf dem Bodensee.


„Cash for Tricks“ heißt diese neue Attraktion auf der INTERBOOT. Acht Top-Wakeboarder werden mit spektakulären Tricks um Cash - sprich ein Preisgeld von 2.500 Euro - wetteifern.

Bei täglichen Show-Einlagen von erfahrenen Boardern bekommen Anfänger Anschauungsunterricht und können abends selbst einen Sprung über die Welle wagen.
Ohne Motorunterstützung geht es beim Kiten per Lenkdrachen über Wellen und hoch in die Luft. Zu diesem Thema ist Fußball-WM-Ausrichter Südafrika Partnerland der diesjährigen INTERBOOT. Südafrikanische Aussteller präsentieren die Vielfalt der Strände Kapstadts und Umgebung. Im Angebot sind Kurse für Anfänger, Fortgeschrittene sowie Kitesafaris.

Um über diese und andere Destinationen bei einem Drink zu diskutieren, bietet sich der Coca-Cola-Beach-Club in Halle A5 oder die „Wave and Fun-Area“ in Halle A6 an. Ein anderes Thema wird dort sicherlich die Sportart Stand Up Paddeling (SUP) sein. 2,5 Meter bis 5 Meter sind diese Bretter lang, auf dem Mann oder Frau problemlos stehen kann. Ein Paddel sorgt für Vortrieb und hilft dabei die Balance zu halten. Die Sportart ist einfach zu erlernen und man braucht weder Wind noch Wellen dafür. Die nötige Ausrüstung ist in den Hallen A5 und A6 erhältlich.

Dienstag, 14. September 2010

Rennboot-Feeling für Jugendliche

14.09.10 - Friedrichshafen-Duisburg / Anschauen ist schön, selber machen ist besser: Getreu diesem Motto bietet der Deutsche Motoryachtverband e.V. (DMYV) bei seiner Aktion „Kids, kommt ins Boot!“ Jugendlichen ab 14 Jahren auf der INTERBOOT (18. bis 26. September 2010) die Möglichkeit, ein Rennboot selber zu steuern. Auf einem speziell ausgelegten Dreiecks-Kurs auf dem Bodensee können alle Interessierten erstes Rennboot-Feeling in einem Boot der Klasse DMYV-T-550 an den beiden Messewochenenden erleben.

Wer bei einer Testfahrt den Rennsport aktiv erleben möchte, kann sich bereits schon jetzt mit einer E-Mail an interboot@dmyv.de unter Angabe des gewünschten Tages (18. 19., 25. und 26. September 2010) einen Platz im Cockpit der Boote sichern. Auch während der INTERBOOT ist eine Anmeldung direkt am Messestand des DMYV möglich.

Die Klasse T-550 wurde vom DMYV ins Leben gerufen, um den Nachwuchs ab 14 Jahren den Einstieg in den Leistungssport zu ermöglichen. Ein Außenborder treibt die sogenannten Dreikantfeilen auf bis zu 100 Stundenkilometer im Rennen an. Die verbandseigenen Boote werden für eine Saison den Jugendlichen zur Verfügung gestellt, um damit bei Rennen in ganz Deutschland starten zu können. Die technische Betreuung der Boote übernimmt der DMYV.

Weitere Informationen zur T-550 im Internet unter www.dmyv.de.

Montag, 13. September 2010

Nächster Americ's Cup in drei Jahren

13.09.10 - (IBN) Der nächste America's Cup soll 2013 stattfinden, teilten heute die Organisatoren in Valencia mit. Gesegelt wird auf 22 m langen Zweirumpfbooten (Katamaranen). Der Austragungsort wird Enda Jahr bekannt. Favorit für die Austragung ist Valencia/Spanien, La Maddalena/Sardinien oder San Francisco/USA.

Mit Green Power in die Zukunft des Wassersports steuern

13.09.10 - Friedrichshafen/Green Power in der Bootsbranche bedeutet sparsame Bootsmotoren mit reduziertem CO2-Ausstoß, Hybridantriebe, Brennstoffzellen, Solarantriebe und umweltgerechtes Zubehör für Boote und Yachten. In einer Sonderschau präsentiert die INTERBOOT von Samstag, 18. bis Sonntag, 26. September 2010 aktuelle Entwicklungen bei alternativen und effizienten Antriebstechnologien. Am Messe-Dienstag setzt der „Green Power Day“ diesen Themenkomplex mit Präsentationsfahrten auf dem Bodensee aktiv in Szene.

Green Power heißt für die Bootsbranche in erster Linie Energieeffizienz. Für Werften und Zubehörindustrie ist das Thema nicht neu, was das breite Spektrum der vorgestellten Produkte auf der INTERBOOT 2010 zeigt. Schon seit Jahren gibt es zahllose „grüne“ Aktivitäten, denn Segeln, Paddeln und Motorboot fahren macht nur auf sauberem Wasser und in einer intakten Umwelt richtig Spaß. Die Bedeutung der Energieeffizienz steigt allerdings auch in Anbetracht schwindender und dadurch immer teurer werdender fossiler Energieträger. Die darauf zurückzuführenden vielfältigen Aktivitäten der Automobilindustrie werden in immer größerem Maße von der Bootsbranche übernommen und den Bedingungen des Wassersports angepasst.

Green Power: PS-Stärke bei geringerem Verbrauch
Besonders deutlich wird Green Power auf der INTERBOOT durch das Angebot an neuen Katalysatorsystemen für Bootsmotoren wie sie beispielsweise von MS Yachtsport präsentiert werden. Auch PS-starke Maschinen, die mit den speziellen Metallträger-Katalysatoren für Bootsmotoren ausgerüstet sind, erfüllen die strenge Bodensee-Abgasnorm Stufe zwei. Aber auch die großen Bootsmotorenhersteller wie Volvo Penta oder Yanmar können auf Entwicklungen bei ihren Produkten verweisen, die zu geringerem Verbrauch und weniger Schadstoffausstoß führen. Marx Marine, Yanmar-Händler aus Hamburg, präsentiert auf der INTERBOOT ein reines Elektroboot der ungarischen Werft Classic Boat. Boesch zeigt erstmals seine „620 Electric Power“, die mit einem kräftigen 120 KW-Antrieb ausgestattet ist.

Flüssiggas: kostengünstig zu mehr Energieeffizienz
Ein kostengünstiger Weg zu mehr Energieeffizienz ist die Umrüstung von Benzin-Bootsmotoren auf Flüssiggas als Treibstoff. Sie dient aufgrund des sehr viel geringeren CO2-Ausstoßes nicht nur der Umwelt, sondern ermöglicht auch im Rahmen der gültigen Bodensee-Abgasnorm die Aufrüstung auf mehr Power. Die Firma MIZU Technologie zeigt diese Möglichkeiten auf, die sogar die Zulassung von stärkeren Außenbordmotoren auf dem Bodensee erlaubt. Eine Flüssiggas-Zapfsäule gibt es an der Bootstankstelle in Konstanz.

Weltpremiere: Grand Sturdy 25.9 mit Hybridantrieb
Auf einen umweltfreundlichen Hybridantrieb setzt die niederländische Linssen Werft bei der 8,20 Meter langen, neu entwickelten Stahlmotoryacht „Grand Sturdy 25.9“. Diese Weltpremiere auf der INTERBOOT wird von einem Elektromotor angetrieben, der von einem durch einen Drei-Kilowatt-Generator geladenen Lithium-Ionen Batterie-Satz gespeist wird. Die sechs Tonnen verdrängende Hybridyacht hat einen besonders hydrodynamischen Rumpf, so dass die verhältnismäßig geringe Antriebsleistung auch für eine schwere Stahlyacht völlig ausreichend ist. Das effektive Hybridsystem entstand in Zusammenarbeit der Werft mit der Firma Mastervolt. Besucher der internationalen Wassersport-Ausstellung können mit dieser Yacht auf dem Bodensee zu Probeschlägen starten.

Im Kommen: Brennstoffzelle für grüne Stromversorgung
Die SFC Energy AG macht auf der Sonderausstellung Green Power auf der INTERBOOT mit der von ihr präsentierten EFOY-Brennstoffzelle das hohe Umweltbewusstsein der Wassersportler deutlich. Von der Brennstoffzelle, die mit einer Ladekapazität bis zu 2,2 kWh pro Tag eine umweltfreundliche Stromversorgung an Bord ermöglicht, wurden in den vergangenen Jahren mehr als 19.000 verkauft.

Auf der diesjährigen INTERBOOT zeigen 518 Aussteller aus 25 Ländern, was der Wassersport aktuell zu bieten hat. In neun Hallen, auf dem Messe-See und am Bodensee können die Besucher wie in den Vorjahren die Neuheiten der Bootsbranche sehen und testen.

Weitere Infos unter www.interboot.de.

Sachbeschädigung an mehreren Booten

13.09.10 - (IBN) Auf dem Gelände der Bootswerft Martin in Radolfzell wurden 24 Boote im Hafen und 14 Boote auf Trockenliegeplätzen beschädigt und teilweise erheblich verwüstet. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt.

Verdächtigt werden zwei Jugendliche, die am Donnerstag, dem 9. September zwischen 15.00 Uhr und 17.00 Uhr auf dem Werftgelände gesehen wurden. Die 16 bis 18 Jahre alten Tatverdächtigen werden als schlank und drahtig beschrieben.

Der eine sei etwa 1,70 meter groß, hatte dunkelblonde Haare, trug eine Jeans und ein dunkelrotes bis violettes Oberteil, vermutlich ein T-Shirt. Der andere Jugendliche sei etwa 1,60 meter groß, hatte dunkle Haare, trug eine schwarze Jacke oder Pullover sowie Jeans. Beide hielten sich mit ihren Fahrrädern auf dem Werftgelände auf und hatten Angelruten dabei. Einer der beiden Jugendlichen führte einen kleinen schwarzen Rucksack mit sich.

Die Wasserschutzpolizeistation Konstanz bittet um Hinweise zu den Tätern, Tel. 07531 / 59020 oder 07531 / 5902-105.

Bootsbrände

13.09.10 - (IBN) Am Freitag, dem 3. September gegen 5.00 Uhr wurden drei Boote von Unbekannten in Büsingen in Brand gesteckt, die im Rhein an Pfählen festgemacht waren. Die Boote brannten aus und sanken.

Auf das Konto der gleichen Täter dürfte auch der Versuch gehen einen Steg anzuzünden. Mögliche Zeugen oder Hinweisgeber beiderseits des Rheins werden gebeten, mit dem Wasserschutzpolizeiposten Reichenau, Tel. 07534 / 97190, Kontakt aufzunehmen.

Flaute bremst Stare aus

13.09.10 - Boltenhagen, den 12. September 2010: Frederik Loof & Max Salminen gewinnen die NRV Champions Week 2010, in deren Rahmen die Eastern Hemisphere Championship der olympischen Starboote vor der Weißen Wiek ausgetragen wurde. Bester deutscher ist Frithjof Kleen als Vorschoter des Brasilianers Robert Scheidt, die die Silbermedaille überreicht bekamen. Die Berliner Brüder Robert und Philipp Stanjek (NRV) sicherten sich Bronze.


Nils Bergmann (Foto: NRV)

"Aufgrund der Leichtwindvorhersage des Deutschen Wetterdienstes hat die Wettfahrtleitung entschieden, den Start auf 10.00 Uhr vorzuverlegen. Leider ist die befürchtete Flaute schon früher eingetreten und der Wind brach völlig zusammen. Es konnten heute keine Rennen gestartet werden", berichtete Wettfahrtleiter Hans-Herbert Hoffmann, als er um 11.30 Uhr am heutigen Vormittag entschied, die Segler an Land zu schicken. Sieger der Eastern Hemisphere ist demnach der seit gestern auf Platz eins stehende Schwede Frederik Loof mit Max Salminen. Nach einer Disqulifikation in der vierten Wettfahrt aufgrund eines Frühstarts fiel das Schwedische Duo auf Rang acht des 37 Teilnehmer starken Gesamtklassements zurück.

"Gestern sind wir mit einem fünften und einem dritten Platz sehr konstant gesegelt. Der Streicher brachte uns dann zusätzlich nach vorne. Wir sind sehr glücklich", freute sich Steuermann Loof bei der anschließenden Siegerehrung. Das Brasilianisch/Deutsche Team Robert Scheidt & Frithjof Kleen (NRV) bleiben auf dem Silberrang. Die Berliner Brüder Robert & Philipp Stanjek erkämpften sich mit einer konsequenten Aufholjagd (Platz eins und zwei) am gestrigen Wettfahrttag, den dritten Platz. Auf den Rängen vier, fünf und sechs folgen die deutschen Teams Johannes Babendererde & Timo Jacobs (beide NRV); Johannes Polgar & Markus Koy (beide NRV) und Alexander Schlonski & Matthias Bohn (NRV & WSC). Damit platzierten sich vier deutsche Teams in den Top Ten.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Sonntag, 12. September 2010

CLAUS-PETER OFFEN UND OTTO HAPPEL GEWINNEN MAXI YACHT ROLEX CUP

12.09.10 - Claus-Peter Offen mit seiner Hochseeyacht „Y3K“ in der Wally-Division und Otto Happel auf der „Hetairos“ bei den Supermaxis haben vor Porto Cervo in Italien den Maxi Yacht Rolex Cup 2010 gewonnen. Damit gingen zwei von sechs Titeln der weltbesten Großyachten an deutsche Segler. Der Hamburger Reeder Offen wiederholte seinen Vorjahressieg und feierte den dritten Triumph insgesamt. Auch für den in der Schweiz lebenden Industriellen Happel war es nach 2005 und 06 der dritte Gesamtsieg.

„Diese hochklassige Regattawoche am Ende mit einem Tagessieg zu gewinnen, war ein großartiges Gefühl für die gesamte Crew, die sich auch von Rückschlägen nie hat aus dem Konzept bringen lassen“, resümierte ein sichtlich zufriedener Claus-Peter Offen. Das Ergebnis mit fünf Punkten Vorsprung vor dem Dauerrivalen der „Magic Carpet²“ des L’Oreal-Bosses Lindsay Owen Jones aus Großbritannien spreche außerdem für das Potential der neuen, 30,50 Meter langen Wally 100.

„Y3K“-Taktiker Thomas Jungblut stellte den Teamgeist als Erfolgsfaktor heraus. „Zwei Frühstarts haben wir weggesteckt und auch am letzten Tag zunächst zurückgelegen, weil wir auf der Startkreuz eine zu kleine Fock gesetzt hatten“, so der Hamburger Segelmacher, „aber die Comebacks auf der Regattabahn waren beispielhaft für den Gesamtauftritt.“ Die „Open Season“ von ehemaligen Bugatti-Chef Thomas Bscher wurde Fünfte der Wallys, die britische „Dark Shadow“ (Andrè Auberton) mit dem dreimaligen Berliner Olympiasieger und zweimaligem America’s Cup-Gewinner Jochen Schümann als Taktiker Siebte.

Claus-Peter Offen genoss nicht nur den eigenen Sieg, sondern freute sich als Präsident der internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA auch über die Rekordzahl von 49 Meldungen bei der 21. Auflage des Maxi Yacht Rolex Cup. „Die Anziehungskraft ist ungebrochen, und es wird jedes Jahr schwieriger, hier zu gewinnen“, meinte Offen, „selbstverständlich werden auch wir nächstes Jahr wiederkommen und das Triple als Ziel haben.“ Die Regatta gilt seit vielen Jahren als Saisonhöhepunkt der größten, schnellsten und schönsten Segelyachten der Welt, deren Eigner die einzigartigen Windbedingungen an der Smaragdküste Sardiniens mit ihrem azurblauen Wasser genauso loben, wie das exquisite Rahmenprogramm, das die führende Schweizer Luxusuhrenmanufaktur Rolex zusammen mit dem veranstaltenden Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) im mondänen Porto Cervo anbietet.

Die Hälfte der Teilnehmer trat in diesem Jahr zur ersten Mini Maxi Rolex-Weltmeisterschaft an, für die es ein halbes Dutzend hochkarätige Titelanwärter gab. Die Krone holte sich der Skype-Erfinder Niklas Zennström mit seiner Mannschaft der „Rán“ (Großbritannien) durch einen fast schon unglaublich erscheinenden Endspurt. Am vorletzten Tag nach einer Grundberührung aufgegeben, über Nacht aus dem Wasser gekrant und repariert, landete das Team mit Ersatzstratege Thierry Peponnet, Olympiamedaillengewinner aus Frankreich, zum Schluss zwei glanzvolle Tagessiege und schob sich noch mit zwei Punkten an der britischen „Alegre“ von Andy Soriano vorbei.

Das Glück der Tüchtigen blieb der „Container“ von Udo Schütz aus Selters versagt. Auch die vom Hamburger Harm Müller-Speer gecharterte STP 65 war in Führung liegend auf den Felsen aufgelaufen, wurde dabei jedoch so stark beschädigt, dass sie am Finaltag passen musste. Werftarbeiter und Besatzung staunten nicht schlecht, als das Boot in der Hafenstadt Olbia aus dem Wasser gehoben wurde. Ein 20 Millimeter dicker Stahlbolzen, der die tonnenschwere Bleibombe mit der Kielfinne verbindet, war komplett abgeschoren. Die Kielbombe hing nur noch schräg am zweiten, verbogenen Bolzen fest. Als das Missgeschick passierte, war die Mannschaft mit dem Starnberger Taktiker Markus Wieser gerade beim Sprung auf Treppchen der Mini Maxi Rolex-WM, musste sich so aber mit Rang acht zufrieden geben.

Hochspannend verlief auch das Finale bei den Supermaxis. Auf dem Papier war es ein knapper Zweikampf zwischen der „Hetairos“ und der „Visione“ von SAP-Gründer und -Aufsichtsratsvorsitzendem Hasso Plattner vom Kieler Yacht-Club. Da die 38,50 Meter lange klassische Yacht von Otto Happel auf dem Wasser jedoch nach 35 Seemeilen im letzten Rennen mehr als eine Stunde hinter der 44,09 Meter langen Baltic 147 zurücklag, war es ein ungleicher Vergleich, den die unter der Flagge der Cayman Islands segelende „Hetairos“ am Ende nach berechneter Zeit um drei Minuten und 45 Sekunden für sich entschied. „Wir hatten eine großartige Woche mit guter Brise, besser als in vielen Jahren zuvor. So hat uns dieser Wettkampf Spaß gemacht“, sagte Happel.

Doch auch für Plattner war die Veranstaltung trotz der dritten Rangs punktgleich mit der Schweizer „Gliss“ von Marco Vogele alles andere als Verdruss. Auf dem Wasser erlebte er praktisch in jedem Rennen ein Duell mit der „Saudade“ des Hamburger Immobilienmagnaten Albert Büll. Die mit 45,19 Meter größte Yacht im Feld hatte zwar in der fünften und entscheidenden Wettfahrt den Bug vorne, lag aber nach berechneter Zeit und in der Gesamtwertung hinten. „Dieser Zweikampf war das Salz in der Suppe für uns, ein echtes Highlight“, bilanzierte „Visione“-Crewmitglied Walter Meyer-Kothe.

Während sich die Sieger über eine edles Chronometer des Modells Rolex Yacht-Master und ihren Maxi Yacht Rolex Cup freuten, steht für einige Segler bereits der nächste Höhepunkt an. Am Dienstag (14. September) werden die ersten Rennen des alle zwei Jahre stattfindenden Rolex Swan Cups gestartet. Gemeldet wurden 93 Boote aus der finnischen Yacht-Schmiede Nautor’s Swan, darunter auch die Hamburger „Earlybird“ von Hendrik Brandis als Mitfavoritin der Rolex Swan 45-Weltmeisterschaft. Und Thomas Jungblut hofft auf den zweiten Sieg innerhalb von zwei Wochen. Er ist Taktiker auf der Swan 60 „Emma“ von Johann Killinger (ebenfalls Hamburg). Andreas Kling. Fotos >


ENDERGEBNIS MAXI YACHT ROLEX CUP (Detail >)

Platz, Boot, Skipper, Rennen 1-2-3-4-5, Gesamtpunktzahl

Maxi (Racing & Racing/Cruising)
1) Esimit Europa 2, Igor Simcic (Slowenien), 1-2-1-1-(DNC 7), 5 Punkte
2) Highland Fling, Irvine Laidlaw (Monaco), (2)-1-2-2-1, 6
3) Singularity, Deniy Yacht Management (Großbritannien), (4)-3-3-4-2, 12

SuperMaxi/J Boats
1) Ranger, John Williams (USA), 1-1-1-(2)-1, 4 Punkte
2) Velsheda, Ronald de Waal (Die Niederlande), 2-3-(7)-1-2, 8
3) Hetairos, Otto Happel (Schweiz), (8)-2-3-3-4, 12

SuperMaxi
1) Hetairos, Otto Happel (Schweiz), (8)-2-3-3-4, 6 Punkte
2) Gliss, Marco Vogele (Schweiz), 3-(7)-4-2-1, 10
3) Visione, Hasso Plattner (Walldorf), (4)-3-1-3-3, 10


Platz, Boot, Skipper, Rennen 1-2-3-4-5-6, Gesamtpunktzahl

Wally
1) Y3K, Claus Peter Offen (Hamburg), 2-2-2-1-(4)-1, 8 Punkte
2) Magic Carpet², Lindsay Owen Jones (Großbritannien), (5)-1-3-4-2-4, 14
3) Indio, Andrea Recordati (Italien), (4)-3-4-2-3-3, 15


Platz, Boot, Skipper, Rennen 1-2-3-4-5-6-7-8-9, Gesamtpunktzahl

Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft
1) Ran, Niklas Zennström (Großbritannien), 6-2-1-2-2-2-DNF(25)-1-1, 17 Punkte
2) Alegre, Andy Soriano (Großbritannien), 1-1-4-1-1-4-3-4-(5), 19
3) Shockwave, Neville Crichton (Neuseeland), 2-3-2-(5)-5-3-4-3-2, 24

Mini Maxi Racer-Cruiser
1) Aegir, Brian Benjamin (Großbritannien), 8-8-13-8-(140-9-2-6-9, 63 Punkte
2) Stig, Alessandro Rombelli (Italien), (14)-7-8-14-11-13-7-13-6, 79
3) Charis, Fabio Mangifesta (Italien), 11-13-(18)-13-9-10-5-7-14, 82

Samstag, 11. September 2010

Felsen stoppt Trophäenjagd der "Container" / "Y3K" auf Kurs Gesamtsieg

11.09.10 - Die Trophäenjagd bei der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft vor dem italienischen Porto Cervo hat für die „Container“ ein abruptes Ende genommen. Die von Harm Müller-Spreer (Hamburg) gechartete 20-Meter-Yacht lief am vorletzten Regattatag (Freitag, 10. September) auf einen Felsen auf und musste in die Werft. In zwei weiteren Wertungsgruppen des Maxi Yacht Rolex Cup liegen norddeutsche Segelyachten dagegen aussichtsreich im Rennen. Mit einem Tagessieg und einem vierten Platz darf die Crew der „Y3K“ von Claus-Peter Offen (Norddeutscher Regatta Verein) den Schampus für einen Erfolg bei den Wally-Yachten schon kalt stellen, und die „Visione“ von Hasso Plattner (Kieler Yacht-Club) liegt bei den Super-Maxis punktgleich mit der führenden „Hetairos“ (Cayman-Islands) auf Rang zwei.


Y3K, Claus Peter Offen (Photo by: Rolex / Carlo Borlenghi)

Gedrückte Stimmung herrschte bei der „Container“-Crew, nachdem sie nach der Havarie immerhin aus eigener Kraft wieder den Hafen erreicht hatte. „In unserer GPS-Karte war an der Stelle kein Felsen eingezeichnet“, berichtete der verärgerte Skipper Harm Müller-Spreer, der miterleben musste, wie die Yacht bei leichten Winden und neun bis zehn Knoten Geschwindigkeit auf den Felsen auflief und ausgebremst wurde. „Fast 20 Minuten saßen wir fest, erst dann haben wir entschieden, den Kiel hochzukurbeln“, erzählte Crew-Mitglied Dirk Neumann. „Wir hatten befürchtet, dass die Finne verbogen ist und wir uns beim Aufholen des Kiels die Struktur beschädigen würde. Das war zum Glück nicht der Fall“, sagte Neumann. Weitere Schäden an der Yacht und Verletzungen der Crewmitglieder gab es nicht. Gleichwohl wurde die Yacht nach Olbia in die Werft gebracht und wird am Sonnabend, 11. September auch nicht mehr an den weiteren Wettfahrten teilnehmen können. An der Spitze der WM-Wertung liegt souverän die britische „Alegre“ von Andy Soriano.

Ganz anders war die Stimmungslage bei der „Y3K“-Crew. Taktiker Thomas Jungblut konnte nach der Ankunft im mondänen Hafen von Porto Cervo ein entspanntes Pläuschchen vor dem Medienzelt halten. „Das erste Rennen heute war vom Start an perfekt“, freute sich der Hamburger über den ersten Tagessieg in der Serie. Im Anschluss verfiel die „Y3K“ aber wieder in die Schwächen der ersten Tage, legte erneut einen Frühstart hin. „Danach hatten wir auch noch eine Berührung, mussten zusätzlich einen Kringel fahren und dem Feld hinterher jagen“, berichtete Jungblut von der Aufholjagd, die auf Platz vier endete. „In der Mannschaft ist ein unglaublicher Spirit. Gerade wenn Fehler passieren, können die Jungs richtig beißen. Wir haben vorher nicht damit gerechnet, so gut dabei zu sein. Aber in den drei Tagen Training vor der Regatta haben wir das Bootshandling sehr gut hinbekommen. Wenn wir jetzt noch die Fehlerquote reduzieren, wäre es topp.“ Aber auch so dominiert die Mannschaft der 30,50 Meter langen Yacht aus Hamburg das Geschehen in der Wally-Division. Lediglich die direkte Verfolgerin, die britische „Magic Carpet²“ von Lindsay Owen Jones, könnte der „Y3K“ noch den Gesamtsieg streitig machen, müsste dazu das letzte Rennen am Sonnabend aber unbedingt gewinnen.

Ein extrem spannendes Finale verspricht das Abschlussrennen der Super-Maxis am Sonnabend. Nach dem Tagessieg ist die „Hetairos“ in der Gesamtwertung bei Punktgleichheit an der „Visione“ von Hasso Plattner (Kiel) vorbeigezogen. „Wir müssen der ,Hetairos' einfach zu viel vergüten. Dagegen können wir bei den schwachen Winden kaum ansegeln. Aber zum Abschluss ist noch einmal alles möglich“, berichtete Walter Meyer-Kothe von der „Visione“, der sich an dem Privatduell mit der Hamburger „Saudade“ von Albert Büll begeistern konnte. „Das war ein tolles Rennen mit wechselnden Führungen, am Ende lag die ,Saudade' zwar knapp vor uns, nach berechneter Zeit hatten wir aber einen denkbar knappen Vorsprung von drei Sekunden.“

An Bord der „Saudade“ war man trotz dieser Niederlage sehr zufrieden. Nachdem die Crew das 45-Meter-Schiff im schweren Wetter der ersten Tage noch nicht wie gewünscht in Fahrt gebracht hatte, lief das Zusammenspiel der 24 Crewmitglieder bei den schwächeren Winden sehr gut, so dass man der Konkurrenz Paroli bieten konnte. In der gemeinsamen Wertung mit den J-Class-Yachten müssen die Super-Maxis allerdings den J-Yachten den Vortritt lassen. Hier führt weiterhin die „Ranger“ unter der Flagge der Cayman Islands vor der „Velsheda“ (Großbritannien).

Der Maxi Yacht Rolex Cup 2010 geht am Sonnabend (11. September) zu Ende. Wie am Freitag sind erneut schwächere und drehende Winde vorhergesagt. Andreas Kling.

Resultate >

Freitag, 10. September 2010

INTERBOOT setzt die Welt des Wassersports erlebnisreich in Szene

10.09.10 - Friedrichshafen/Das Traumboot finden, auf der Welle reiten, abtauchen, in See stechen, Informationen sammeln und die maritime Atmosphäre genießen: Die 49. INTERBOOT setzt vom 18. bis 26. September 2010 Wassersport facettenreich in Szene. Dabei verbindet die Internationale Wassersport-Ausstellung noch stärker Information mit Aktion.

Neuentwicklungen im Bereich alternative Antriebstechnologien werden in einer Sonderschau auf dem Messegelände vorgestellt und bei Präsentationsfahrten auf dem Wasser in Aktion gezeigt. „Der INTERBOOT-Hafen am naheliegenden Bodensee erweitert die Ausstellungsfläche der Hallen und macht die INTERBOOT einzigartig und erlebnisreich“, ist Messechef Klaus Wellmann überzeugt. „Das ist ein großer Mehrwert für Besucher und Aussteller.“

Was der Wassersport aktuell zu bieten hat, zeigen 518 Aussteller aus 25 Ländern. „Das entspricht einem Auslandsanteil von 24 Prozent, was die starke Internationalität der INTERBOOT unterstreicht“, beton Klaus Wellmann. In neun Hallen, auf dem Messe-See und dem Bodensee können die Besucher die Neuheiten der kommenden Saison sehen und testen. „Die Messe Friedrichshafen investiert als Partner der Bootswirtschaft kontinuierlich in die Wassersportbranche. Die INTERBOOT organisiert das wohl umfangreichste Rahmenprogramm aller Wassersportmessen in Deutschland“, ist sich Klaus Wellmann sicher. Dazu gehören die Motorboot-Showveranstaltung Liquid Quarter Mile, Wakeboard-Events, Sportveranstaltungen wie die INTEBROOT-Trophy, das Tauch-Center, Testmöglichkeiten auf dem Messe-See und Modeschauen. Neu ist mit dem Pedalo-Cup ein Tretbootrennen auf dem Bodensee.

Das belebte Umfeld nutzen die Aussteller für die Präsentation ihrer Neuheiten: „Einige der weltgrößten Werften wie Bavaria, Bénéteau und Jeanneau sind seit Jahrzehnten mit ihren Produkten auf der INTERBOOT vertreten. Linssen Yachts zeigt die Weltpremiere ‚Grand Sturdy 25.9 HYBRID’, die im INTERBOOT-Hafen für Probefahrten bereit steht. Bavaria kommt mit der Weltpremiere ‚Sport 34’ nach Friedrichshafen. berichtet Projektleiter Dirk Kreidenweiß.

Öffnungszeiten und Preise
Die INTERBOOT ist von Samstag, 18. bis Sonntag, 26. September 2010 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet; der Messehafen täglich bis 19 Uhr. Kostenlose Bus-Shuttles bringen die Besucher vom Flughafen, Bahnhof, Fährhafen, Messe-Hafen und den Parkplätzen zum Messegelände und zurück. Die Tageskarte kostet 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Die Familienkarte ist für 22 Euro erhältlich. Weitere Infos unter www.interboot.de.

Donnerstag, 9. September 2010

"VISIONE" KNAPP VOR "HETAIROS" / "Y3K" BLEIBT VORN

09.09.10 - Zur Halbzeit des Maxi Yacht Rolex Cup im italienischen Porto Cervo liegen in zwei von fünf Wertungsgruppen norddeutsche Segelyachten an der Spitze. Hasso Plattners „Visione“ vom Kieler Yacht-Club gewann am Mittwoch (8. September) das dritte Rennen der Super-Maxis dicht gefolgt von der „Hetairos“ mit Otto Happel, die auch in der Gesamtwertung Zweite ist. Der Hamburger Claus-Peter Offen verteidigte mit der „Y3K“ (Norddeutscher Regatta Verein) die Führung bei den Wally-Yachten erneut durch einen zweiten Rang, den dritten in Folge. Nur Harm Müller-Spreer (ebenfalls Hamburg) war mit Platz fünf seiner gecharterten „Container“, die auch Platz fünf im Zwischenklassement der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft bedeutet, nicht zufrieden. Hier führt weiter die britische „Alegre“ von Andy Soriano.

Ausgelassene Stimmung herrschte abends auf der äußersten Pier in der mondänen Marina der sardischen Idylle Porto Cervo, wo die größten, schnellsten und schönsten Regattayachten der Welt für eine Woche festgemacht haben. Eingeladen hatte der Reeder und Hochseeenthusiast Claus-Peter Offen. Mit vielen gegnerischen, aber befreundeten Mannschaften feierte er zehn Jahre „Y3K“-Crew. Was im Jahr 2000 mit dem erfolgreichen Vorgängerboot „Y2K“ begann, hat bis heute 15 Segler als Stammcrew bei der Stange gehalten. „Wir segeln ambitioniert und hochmotiviert, aber nicht verbissen“, erklärt der Eigner und Steuermann, der auch Vorsitzender der Internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA ist, „und das macht allen offenbar anhaltend Spaß.“

Nicht zuletzt gibt der Erfolg ihm Recht. Im Vorjahr gewann die neue 30,50 Meter lange Wally 100 „Y3K“ den Maxi Yacht Rolex Cup und führt nun nach drei von fünf Rennen die Gesamtwertung wieder an. Drei Punkte zurück folgt die „Magic Carpet²“ von Lindsay Owen Jones aus Großbritannien. Zum ersten Tagessieg hatte es für die Deutschen zwar wieder nicht gereicht. Der gebührte der kleineren „Gibian“ aus Großbritannien berechnet mit 24 Sekunden Vorsprung. Doch es zählt ja bekanntlich, was unterm Strich herauskommt.

„Wir hatten erneut einen Frühstart und waren danach eingeklemmt, so dass wir erst mit einer Verspätung von drei Minuten und 45 Sekunden auf die Strecke gingen“, berichtete Taktiker Thomas Jungblut. Der Hamburger Segelmacher krönte die Aufholjagd mit einer idealen Vorsegelwahl im zweiten Teil des Rennens. Jungblut: „Damit sind wir nur so an den Konkurrenten vorbeigerauscht.“

Genau diese „Waffe“ fehlte der 20-Meter-Yacht „Container“, die auf der langen Startkreuz brilliert hatte und nach berechneter Zeit überraschend in Führung lag. „Danach fehlte uns für die frische Brise um 20 Knoten ein spezieller A0-Spinnaker, der bei einem Windeinfallswinkel von 110 bis 120 Grad unschlagbar ist“, erklärte Steuermann Harm Müller-Spreer, der die Mitbewerber praktisch ohne Gegenwehr vorbeiwinken musste. Den Tagessieg holte sich ausgerechnet die „Bellamente“ von Hap Fauth aus den USA, die dadurch die „Container“ um einen Punkt auch vom Gesamtrang vier verdrängte.

Strahlende Gesichter gab es dagegen an Bord der „Visione“. Als mit Abstand schnellstes Schiff der Division Super-Maxi auf dem Wasser zeigte Plattner mit seiner professionellen Crew, was ein sicheres Zusammenspiel von Bootshandling, Taktik und Trimm ausmacht, nachdem es nach dem Durchzug einer Gewitterfront erst mit dreistündiger Verzögerung auf die Regattabahn gegangen war. Dass die J-Class-Yacht „Ranger“ unter der Flagge der Cayman Islands, mit der es auch zusätzlich noch eine gemeinsame Wertungsgruppe gibt, berechnet trotzdem sogar dreieinhalb Minuten Vorsprung hatte, tat der herausragenden Leistung keinen Abbruch. Das gilt auch für die klassische, deutliche schwerere „Hetairos“, deren Potential Happel mit seiner Mannschaft ausschöpft. In der Gemeinschaftswertung mit den führenden J-Class-Yachten (Zweite ist die „Velsheda“/Großbritannien) ist die „Hetairos“ daher auch punktgleich mit der „Visione“ beste Verfolgerin. Eventseite >

Am Donnerstag (9. September) ist Ruhetag (Donnerstag) beim Maxi Yacht Rolex Cup. Er wird am Freitag fortgesetzt und geht am Sonnabend (11. September) zu Ende. Andreas Kling.

Resultate >

Dienstag, 7. September 2010

"Y3K" EROBERT FÜHRUNG / "CONTAINER" VERBESSERT

07.09.10 - Trotz eines Frühstarts in der zweiten Wettfahrt hat die Hamburger Hochseesegelyacht „Y3K“ von Claus-Peter Offen am Dienstag (7. September) beim Maxi Yacht Rolex Cup in Porto Cervo/Italien die Gesamtführung in der Wally-Division übernommen. Der Titelverteidigerin reichte ein zweiter Rang hinter der „Magic Carpet²“ von Lindsay Owen Jones aus Großbritannien, die zwei Punkte zurück liegt. Die vom Hamburger Harm Müller-Spreer gecharterte „Container“ verbesserte sich bei der Mini Maxi Rolex-Weltmeisterschaft auf den vierten Rang. An der Spitze blieb die „Alegre“ (Andy Soriano/Großbritannien) ungefährdet.

Bei auffrischendem Wind bis Stärke fünf entfalteten die imposanten Maxi-Yachten vor der Smaragdküste Sardiniens ihr enormes Geschwindigkeitspotential. Für den 36 Seemeilen langen Kurs durch die Inselwelt brauchte die „Esimit Europa 2“, eine 30-Meter-Hightech-Rennziege von Igor Simcic aus Slowenien, als Schnellste nur zwei Stunden, 52 Minuten und 17 Sekunden. Nach drei Stunden und gut fünf Minuten folgte die 44,09 Meter lange „Visione“ von Hasso Plattner (Kieler Yacht-Club), die Albert Bülls noch 1,10 Meter längere „Saudade“ auf der letzten Kreuzstrecke überholte und rund drei Minuten abnahm.

„Wir sind gut gestartet und waren sehr schnell unterwegs“, berichtete der Hamburger Eigner und Steuermann Büll, „haben an der ersten Wendemarke geführt und auch lange Zeit danach noch.“ Doch SAP-Boss Plattner am Ruder seiner Baltic 147 holte Schlag und Schlag auf. „Jedes Rennen ist wie ein Matchrace zwischen uns“, so Büll, „das kennen wir schon und macht Spaß.“

In der Gesamtwertung lief beiden jedoch ein anderer deutscher Wirtschaftsmagnat den Rang ab. Otto Happel (früher Metallgesellschaft/mg Technologies) zeigte mit seiner klassischen „Hetairos“ ein bravouröses Rennen und schlug nach berechneter Zeit in der offenen Supermaxi-Wertung sogar die J-Class-Yacht „Velsheda“ aus Großbritannien. Nur die zweite J-Class, „Ranger“, wie die „Hetairos“ unter der Flagge der Cayman Islands am Start, war erneut nicht zu schlagen. Die beiden J-Class-Klassiker führen auch in der Gesamtwertung vor der „Hamilton II“ (ebenfalls Großbritannien). Die Verfolgerrollen gebühren einen Punkt dahinter Happel sowie Plattner und Büll, jeweils einen weiteren Zähler zurück.

Bereits vor der Startlinie knisterte die Spannung, und die Giganten kämpften um die günstigste Ausgangssituation. Beinahe wäre es zur Kollision der Wally 100 „Y3K“ mit der fast gleichgroßen britischen „Gibian“ gekommen. In der Hektik der Vermeidung ging das Timing an Bord der Deutschen verloren, und Offen steuerte sein Schiff zu früh über die Linie. Der Re-Start kostete gut und gerne drei Minuten – aber nicht die Motivation, das Feld von hinten aufzurollen. „Die Crew hat geackert wie verrückt und wollte es der Konkurrenz zeigen“, beschrieb Taktiker Thomas Jungblut aus Hamburg den Teamspirit, der sich auszahlte.

Im Ziel lag Großreeder Offen wieder ganz vorne, jedoch nur 30 Sekunden vor seinem härtesten Widersacher, dem L’Oreal-Chef Owen Jones. Das waren nach berechneter Zeit für den Tagessieg 14 Sekunden zu wenig. „Zwei Zweite machen uns auch glücklich“, sagte der Eigner, der nun auf Kurs Cupverteidigung eingeschwenkt ist, zumal die Vortagessiegerin „J One“ (Jean-Charles Decaux) nur Fünfte wurde. Noch härter erwischte es Deutschlands erfolgreichsten Segler aller Zeiten, Jochen Schümann, als Taktiker der englischen „Dark Shadow“. Das Team musste das Rennen mit Großsegelproblemen aufgeben.

Wie hart umkämpft die Krone bei der Mini Maxi Rolex-WM ist, zeigte allein die fünfte Wettfahrt, die von der überragenden „Alegre“ mit einer einzigen Sekunde nach berechneter Zeit vor der „Ran“ von Skype-Erfinder Niklas Zennström (Großbritannien) gewonnen wurde, wodurch der Rückstand im Gesamtklassement auf fünf Punkt anwuchs. Mit 17 Zählern ist die „Shockwave“ (Neville Crichton/Neuseeland) Dritte vor der deutschen „Container“ (20), die sich mit zwei dritten und einem vierten Tagesrang im Vergleich zum Auftakt besser behauptete.

Am Mittwoch (8. September) sollen alle Klassen eine Küstenwettfahrt um feste Seezeichen und Landmarken herum starten. Vorgesagt sind wieder etwas leichtere Winde, bevor es am Ruhetag (Donnerstag) zu einem Mistral-Sturm kommen könnte Der Maxi Yacht Rolex Cup dauert noch bis Sonnabend (11. September).

Weitere Informationen über den Maxi Yacht Rolex Cup 2010 einschließlich Teilnehmerlisten und Ergebnissen im Internet unter www.yccs.it.

Lindau LSC Dienstältester Wettfahrtleiter am Bodensee hört nach 21 Jahren auf

07.09.10 - Am kommenden Wochenende (11.-12.09.2010) leitet der dienstälteste Wettfahrtleiter am Bodensee seine letzte Regatta, den Peri-Cup der 30 Quadratmeter Schärenkreuzer. 21 Jahre lang war Roland Tröster Wettfahrtleiter beim Lindauer Segler-Club, einem der großen Ausrichter von Regatten am Bodensee.

Er ist jetzt 55 Jahre alt und seit 50 Jahren Segler. Die Karriere hat im Alter von fünf Jahren mit einem Waschzuber begonnen, in den wurde ein Stecken reingestellt, ein Betttuch hochgezogen - und losgesegelt. Unter der Aufsicht der stolzen Eltern - es war der Beginn einer langen Segelkarriere. Mit Roland Tröster sprach Stephan Frank.

Frage (Stephan Frank = F): Bereuen Sie schon den Entschluß, mit der Wettfahrtleitung aufzuhören.

Antwort (Roland Tröster = T): Nein.

F: Warum

T: Weil ich auch an mich und meine Gesundheit denken muß. Das belastet, fast jedes Wochenende auf dem Wasser. Wenn nicht, im Büro. Ständig gilt es, irgendeine Kleinigkeit zu organsieren, ständig will jemand was von mir. Jetzt will ich Zeit für mich - und endlich mal selber segeln.

F: Zurück zu 21 Jahre Wettfahrtleitung - hat sich das Regattasegeln verändert in dieser Zeit.

T: Die Leute sind anspruchsvoller geworden, haben mehr Ansprüche an die Wettfahrtleitung und an die Organisation. Zum Beispiel gibt es Mindestanforderungen an den Wind - wenn sie das nicht erfüllt haben, sind sie schon beleidigt.

F: Und da ist die Wettfahrtleitung schuld.

T: Lacht, schuldig ist immer der Wettfahrtleiter. Früher hat man geduldig gewartet, wenn es keinen Wind gab, jetzt werden die Segler unruhig. Auch verlassen sie abends die Veranstaltung, das gemeinsame Beisammensitzen, jetzt fahren die Leute heim und kommen am nächsten Morgen wieder. Früher haben die Segler auf ihren Schiffen geschlafen. Da geht ein Stück Kameradschaft und Geselligkeit verloren. Auch ist die Meldedisziplin eine Katastrophe geworden. Früher war zwei Wochen vor Regattabeginn Meldeschluß - und das Meldegeld musste auf dem Konto sein. Heute melden die Leute eine halbe Stunde vor Regattabeginn.

F: Und klagen, wenn nur die ersten Drei einen Pokal bekommen.

T: Ja. Aus tiefstem Herzen Ja. Normalerweise bestellen wir für das erste Drittel Preise. Wie auch immer die aussehen. Jetzt weiß ich nicht, kommen fünf Schiffe oder 15. Dementsprechend muß ich auch bei unserem Wirt das Abendessen bestellen. Brauche 30 Portionen oder 150. Das macht das Geschäft schwierig.

F: 21 Jahre Wettfahrtleitung - hat sich in der Zeit der See verändert.

T: Ja, die Windverhältnisse sind anders geworden. Der konstante Schönwetterwest ist nicht mehr konstant. Der kommt nur noch eine halbe Stunde – und verschwindet wieder. Dafür sind die Nord- und Nordostwindlagen viel mehr geworden. Wir haben jetzt viel mehr Wind aus der Bregenzer Bucht. Früher gab es den nie. Auch der typische Rheintäler, der Südwind in der Bregenzer Bucht ist nur mehr selten da.

F: Wenn es denn einen dieser Winde hatte - bei welcher Regatta war’s am schönsten.

T: Der Europacup der Joker 1994.

F: Das ist ziemlich lange her. Dafür kommt die Antwort aber wie aus der Pistole geschossen.

T: Gute konstante Winde. Gute Segler, absolute Spitze. Italienische, Schweizer, Deutsche Meister, die alle umgestiegen sind auf den Joker, eine Vier-Mann-Gleitjacht. Extrem schnell und schwierig zu segeln. Das war toll, was die bei viel Wind auf dem Wasser gezeigt haben. Und die Leute waren super drauf. Da sind Abends legendäre Partys abgegangen. Schwierig war die Weltmeisterschaft der 8-Meter-R-Yachten. Da hatte es in der Vorwoche bei den Trainingsregatten perfekte Windverhältnisse, bei der WM herrschte dagegen Flaute. Immer segeln an den unteren Windbedingungen. Das war kein Spaß.

F: Wettfahrtleitung ist ja nicht nur ein Mann, der mit der Pistole schießt, da braucht es ein großes Team.

T: Bei jeder einfachen Regatta sind es zwölf Mann auf dem Startschiff, den Bojenlegern und an Land.

F: Und wenn die Regatta größer wird.

T: 25 bis 30 Mann, bei der RUND UM sind es 100.

F: Die kommen immer alle freiwillig, oder ist es mühsam, so viele Leute für ein Ehrenamt zu begeistern.

T: Generell kommen sie freiwillig.

F: Wie hat es ihre Frau genommen, dass Sie 21 Jahre lang Wochenende für Wochenende weg waren.

Antwort Roland Tröster: Erstens habe ich meine Frau auf einer Regatta kennengelernt; Ehefrau Evi Tröster unterbricht: auf der Schweizermeisterschaft der Lacustre in Lindau 1979, weiter Roland Tröster: zweitens war sie immer dabei auf dem Startschiff, nicht nur auf dem Wasser, sondern auch zuhause in der Organisation. Sie hat mich immer unterstützt - und jetzt gehen wir zusammen selbst zum Segeln - ohne Wettfahrtstreß.

F: Ist es für Sie als Wettfahrtleiter schon mal gefährlich geworden.

T: 2006 beim Europacup der 30er Schärenkreuzer. Da hatten wir in der Rorschacher Bucht eine Windhose mit drei Rüsseln, eine halbe Stunde hat die auf dem Wasser getanzt. Die Regattaschiffe haben sich nicht mehr aus dem Hafen getraut, und ich musste vor der Windhose auf die Segler warten.

F: Die 30er sind jetzt auch Ihre letzte Regatta als Wettfahrtleiter.

T: Auf diese Regatta freue ich mich noch, weil es gute, disziplinierte Segler sind und es schon seit Jahren mit dieser Klasse immer schöne und spannende Wettfahrten waren. Und heuer beim Peri-Cup haben wir 22 Meldungen, je größer das Feld – desto schöner die Arbeit als Wettfahrtleiter, wenn der nichts taugt, bleiben die Segler weg. Das ist eine Abstimmung mit den Schiffen.

Interview: Stephan Frank, Prsee LSC.



Roland Tröster: Einmal auf der Suche nach Wind - einmal entspannt beim Segeln (Fotos: LSC)

LJM in Friedrichshafen

07.09.10 - (IBN) Vim 9. bis 11. September findet in Friedrichshafen die Landesjugend und Jüngstenmeisterschaft statt. Veranstalter sind der WYC und der WVF. Insgesamt haben 130 Mannschaften gemeldet, die in acht Klassen an den Start gehen.

Montag, 6. September 2010

START FÜR 49 GIGANTEN BEIM MAXI YACHT ROLEX CUP

06.09.10 - Mit einer Rekordbeteiligung von 49 Hochseeyachten, eine größer und schöner als die andere, begann am Montag (6. September) im italienischen Porto Cervo der Maxi Yacht Rolex Cup. Bei leichten bis mäßigen Winden erwischte die Hamburger „Y3K“ von Claus-Peter Offen als Titelverteidigerin der Wally-Klasse einen guten Start und segelte hinter Jean-Charles Decaux’ „J One“ unter britischer Flagge auf Platz zwei. Die von Harm Müller Spreer (ebenfalls Hamburg) gecharterte „Container“ liegt nach zwei Rennen der Mini Maxi Rolex-Weltmeisterschaft auf Rang fünf. Die „Alegre“ von Andy Soriano (Großbritannien) ist noch ungeschlagen.

„Mit dem Auftakt sind wir sehr zufrieden, denn wir hatten unsere direkten Gegner ‚Magic Carpet²‘ und ‚Indio‘ jederzeit unter Kontrolle“, berichtete „Y3K“-Stratege Thomas Jungblut, Segelmacher aus Hamburg. Die „J One“ ist mit 24,40 Meter deutlich kleiner als die Wally 100 (30,50 Meter) von Offen und konnte es sich erlauben, fünf Minuten später ins Ziel zu kommen, um nach berechneter Zeit trotzdem vorne zu liegen. Dritte wurde die „Dark Shadow“ (Großbritannien) mit dem dreimaligen Berliner Olympiasieger Jochen Schümann als Taktiker an Bord.

Auf dem 30 Seemeilen langen Regattakurs entlang der zerklüfteten Felsenküste der Costa Smeralda Sardiniens boten die Königinnen der Meere ein eindrucksvolles Bild. Die Spitze des Felds führt der Länge nach die „Saudade“ des Hamburger Immobilienmagnaten Albert Büll an. Sie misst stolze 45,19 Meter. Nach berechneter Zeit konnte sie den beiden überlegenen J-Class-Yachten „Ranger“ und „Velsheda“ zwar nicht das Wasser reichen, wohl aber der gerade mal einen Meter und zehn Zentimeter kürzeren „Visione“ von SAP-Gründer Hasso Plattner (Walldorf).

Spitz auf Knopf verliefen die beiden Kurzwettfahrten bei der erstmals im Rahmen des Maxi Yacht Rolex Cups ausgetragenen Mini Maxi Rolex-WM. Diese „Mini“-Rennziegen sind auch mehr als 18 Meter lang, aber unter 24 Meter. Obwohl die Top Ten der Konkurrenz fast durchweg mit hochkarätigen Profis an Bord bestückt sind, gilt auch für sie die Eigner-/Steuermann-Regel der Internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA. Und die besagt, dass der Eigner sowohl Amateur nach den strengen Kriterien des Weltsegelverbands ISAF sein muss, als auch sein Boot selbst steuern muss. Nur zehn Minuten pro Stunde darf er pausieren und sich von einem Crack ablösen lassen.

Hinter diesem Reglement steckt die Absicht der IMA, die Eigner in den Mittelpunkt des Sports zu stellen anstatt als Geldgeber der Regattakampagnen nur an den Rand. Für Harm Müller Spreer ist das nach seinem TP 52-Projekt „Platoon“ kein Neuland, auch wenn Matchrace-As Markus Wieser vom Starnberger See oder auch der neuseeländische America’s Cup-Veteran John Cutler sonst schon häufiger das Steuer in die Hand nehmen.

Nach starken Auftritten bei der Palmavela und beim Giraglia Rolex Cup im Hochsommer ist das Ziel ein Platz auf dem WM-Podium. Die nehmen jedoch nach dem ersten Tag hinter der „Alegre“ die „Shockwave“ von Neville Crichton aus Neuseeland (2. und 3.) sowie die britische „Ran“ von Skype-Erfinder Niklas Zennström (6./2.) ein. Die „Container“ (4./6.) ist mit der „Bella Mente“ von Hap Fauth (USA), die zweimal Fünfte wurde, beste Verfolgerin. Am Dienstag stehen zwei weitere Kurzrennen auf dem Programm, während die großen Maxis wieder eine Küstenwettfahrt um feste Seezeichen und Landmarken herum starten. Der Maxi Yacht Rolex Cup dauert noch bis Sonnabend (11. September).

Weitere Informationen über den Maxi Yacht Rolex Cup 2010 einschließlich Teilnehmerlisten und Ergebnissen im Internet unter www.yccs.it.

DSV-Laserflotte erfolgreich bei WM in England

06.09.10 - (ibn) Die Laserflotte des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) hat die Weltmeisterschaft in der olympischen Einhanddisziplin erfolgreich beendet. Bester DSV-Starter in britischen Gewässern war Tobias Schadewaldt als elfter im Weltklassfeld der 159 Starter vor Hayling Island. Nur einen Platz dahinter folgte der junge Sonthofener Sportsoldat Philipp Buhl als zwölfter.

Beide Segler konnten sich in den insgesamt 14 Wettfahrten in anspruchsvollen Wind- und Strömungsverhältnissen jeweils fünf Mal in den Top Ten des Weltklassefeldes platzieren. Jeweils zwei Ränge jenseits der besten 30 aber verhinderten am Ende eine noch bessere Gesamtplatzierung. Weltmeister wurde der Australier Tom Slingsby vor dem Briten Nick Thompson. Bronze sicherte sich Andrew Murdoch aus Neuseeland.

Überraschend stark präsentierte sich Tobias Schadewaldt in England: Der 25 Jahre alte gebürtige Wilhelmshavener zählte lange Zeit zur deutschen Laserelite, bevor er sich Anfang 2010 bei der schweren Wahl zwischen der olympischen Einhanddisziplin Laser und der Zweihand-Highperformance-Jolle 49er für die Olympiakampagne im 49er mit seinem Vorschoter Hannes Baumann aus Kiel entschieden hatte. Dass Schadewaldt trotzdem bei der Weltmeisterschaft der Laser startete, hatte gute Gründe: „Die Laserklasse ist taktisch extrem anspruchsvoll. Ich wollte dieses Können auffrischen und weiter lernen. Außerdem kann man sich im Laser sportlich sehr intensiv messen und auspowern. Die Kampagne im 49er bleibt aber das Hauptziel.“

Bester deutscher Starter mit Olympia-Ambitionen im Laser war der auch vom Audi Sailing Team Germany geförderte Shooting Star Philipp Buhl als zwölfter. Mit dieser Leistung bestätigte der 20 Jahre alte Steuermann seine zuletzt herausragende Form. „Ich hatte mir nach den Erfolgen in diesem Jahr einen Platz unter den Top 15 als Ziel gesteckt und finde den zwölften Platz genial!“, sagte Buhl, der vom 30. September bis zum 3. Oktober auf der Hamburger Außenalster zu den Top-Favoriten im Kampf um den nationalen Titel zählt.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner (Hamburg) freute sich über den Erfolg der Aktiven. „Tobi Schadewaldt wird dieses tolle Ergebnis noch mehr Selbstvertrauen für seine olympischen Ziele geben und Philipp Buhl hat gezeigt, dass er kämpfen kann. Nach seinem nicht ganz so berauschenden Auftakt ist ihm mit hervorragenden Einzelrängen in der Goldflotte ein kleines Comeback gelungen. Damit hat er seine B-Kaderzugehörigkeit überzeugend bestätigt.“

ENDERGEBNIS
Laser-Weltmeisterschaft, Hayling Island (106 Teilnehmer)

1. Tom Slingsby (AUS), 50 Punkte
2. Nick Thompson (GBR), 86 Punkte
3. Andrew Murdoch (NZL), 96 Punkte
11. Tobias Schadewaldt (Kiel, Norddeutscher Regatta Verein), 137 Punkte
12. Philipp Buhl (Sonthofen, Segelclub Alpsee Immenstadt), 143 Punkte
32. Malte Kamrath (Kiel, Verein Seglerhaus am Wannsee), 218 Punkte