Donnerstag, 28. Januar 2010

JEDEM DAS SEINE

28.01.10 - Österreichs Olympiasegler starten hervorragend in den Miami Weltcup: sowohl jene die am Wasser waren, als auch jene, die erst gar nicht auf ihre Bahn geschickt wurden.

Die Sturmwarnung betraf sämtliche Bahnen, einzig die verantwortlichen Wettfahrtleiter reagierten völlig unterschiedlich. Während die 49er Klasse drei spektakuläre Durchgänge absolvierte, musste Andreas Geritzer lange auf seinen vorerst einzigen Einsatz warten. Die 470er Segler blieben überhaupt im Trockenen - sehr zu Freude der heimischen Einsergarnitur, die aufgrund des nach wie vor grippekranken Matthias Schmid heute ohnehin nicht ins Cockpit gestiegen wäre.

Mit den Rängen drei, fünf und vier meldeten sich Nico Delle Karth und Niko Resch eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. Abgesehen zweier Fehlstarts, “einen haben wir verhaut, beim anderen hat uns ein Kanadier brutal behindert", waren die Weltranglistendritten mit dem Auftakt mehr als zufrieden. “Heute hat weniger die Taktik, denn vielmehr die Bootsgeschwindigkeit über Sieg und Niederlage entschieden. Wir konnten den Speed der Schnellsten locker mitfahren und waren technisch sehr sicher", so Resch, dessen lädierter Rücken den Starkwindtag problemlos überstand. “Die intensive Therapie unter der Anleitung unseres Physiotherapeuten macht sich einfach bezahlt, der Job macht enorm viel Spaß, ich bin Marcel (Formann) zu großem Dank verpflichtet."

Einen für ihre Verhältnisse sensationellen Auftakt verbuchten auch Thomas Zajac und Thomas Czajka. Die Tornado-Umsteiger starteten mit den Plätzen 18, 14 und 19 in ihre 49er Karriere, der zwischenzeitlich 16. Gesamtrang ist ebenso erfreulich wie die Tatsache, “dass wir heute trotz viel Wind und einem sehr komplexen Wellenmuster nicht im Bach gelandet zu sind. Wir haben sehr hart an unserer Technik gearbeitet und sind für den großen Einsatz der letzten Wochen belohnt worden."

Zufrieden resümierte auch Andreas Geritzer, der seine Auftaktsrunde auf Rang acht abschloss und im Gegensatz zu vielen Mitfavoriten keine Federn lassen musste. “Im unserem Eck der Biscayne Bay wurde die Sturwarnung sehr kleinlich ausgelegt. Wir haben vier Stunden gewartet und dann aufgrund einer schiefen Linie zunächst keine Starts zustande gebracht." Erst im dritten Anlauf wurde das in zwei Gruppen geteilte Feld regulär von der Leine gelassen, das schwindende Tageslicht ließ keine weitere Runde zu. “Es war keine leichte Wettfahrt, der Wind hat sukzessive an Kraft verloren und war aufgrund der vielen Kanten sehr schwer zu interpretieren." Am ersten Fass auf Platz 17 überzeugte der 32-jährige Neusiedler in Folge mit einer überragenden Bootsgeschwindigkeit und konnte mit Rang acht einen mehr als soliden Wochenstart verbuchen. “Bei solchen Verhältnissen kann man sich ganz schnell einen Schiefer einziehen. Die erste Kreuz hat zunächst super ausgesehen, rückblickend habe ich aber zu spät in die Mitte des Kurses zurückgewendet. Im Nachhinein ist man aber immer schlauer, ich bin gut in den Wettkampf rein gekommen und freue mich auf die Fortsetzung."

Auch für Matthias Schmid und Florian Reichstädter hätte der Tag nicht besser verlaufen können. Da keine Wettfahrten zustande kamen, lebt die Hoffnung der WM-Sechsten, vor Miami doch noch Flagge zeigen zu können weiter. “Mir ging es heute früh extrem dreckig, an Segeln war beim besten Willen nicht zu denken. Wir wollen zwar unbedingt starten, aber die Gesundheit hat Vorrang. Ich kann den Virus leider nicht schön reden, mal sehen wie die Welt morgen aussieht.³


MIAMI OCR Zwischenstand nach dem 1. Tag:

49er (36 Mannschaften, 3 Wettfahrten)
1. Will Phillilps/SamPhillips AUS 3
2. Manu Dyen/Stephane Christidis FRA 11
3. Niko Delle Karth/Niko Resch AUT 12 (3,5,4)
16. Thomas Zajac/Thomas Czajka AUT 51 (18,14,19)


Laser (104 Starter, 1 Wettfahrt)
1. Luke Ramsay CAN 1
15. Andreas Geritzer AUT 8

Info: http://rmocr.ussailing.org