Freitag, 6. August 2010

Sensationell: Maximilian Stein (16) vom YCL wird Europameister im Laser 4.7

06.08.10 - Nachdem Max Stein vor gut 2 Jahren - genauso wie seine Schwester Svenja (18) - vom Opti in die (Vor-) Olympische Laser 4.7 Klasse umgestiegen ist, hat das Geschwisterpaar seither die bis dahin noch unbedeutende deutsche Laser 4.7 Szene maßgeblich geprägt und in der Folge auch positiv beeinflusst. Mit der Teilnahme an großen internationalen Regatten wie auch Europa Cups sammelten die beiden frühzeitig Erfahrung auf einem sehr hohen Niveau. Durch Eintritt in den Yacht-Club Langenargen, die Aufnahme in den Kader des Landes Seglerverbandes BW und mit der entsprechenden Unterstützung durch Eltern, Schule, Club, Sponsoren und Verband war es erst möglich, hochrangige sportliche Ziele zu verfolgen. Bereits im Jahr 2009 stellten sich ganz herausragende Erfolge im Europa Cup ein. Beide rangierten am Saisonende unter den Top 10 der Gesamtwertung im Laser 4.7. Svenja war Gesamtsiegerin bei den U 18 Girls. 2010 wurde sie nach dem Wechsel in den Laser Radial aufgrund ihrer Erfolge als einzige deutsche Seglerin in den nationalen DC-Kader und in das Sailing Team Germany berufen.

2010 standen für Maximilian die Teilnahme an der 4.7 WM in Thailand im Frühjahr und die 4.7 EM in Hourtin in der Bretagne als Höhepunkte auf dem Programm. Für Svenja war es der Start bei der Laser Radial Jugend WM in Largs, Schottland.

Mit zusätzlichen, weit über das Kader-Training hinausgehenden Maßnahmen - u.a. in einem Top-Level Laser Trainingscenter in der Dom. Rep., mit Mental- und intensivem Fitness-Training - bereiteten sich die „Steine“ auf die Höhepunkte vor.

Svenja, deren Stärke als Leichtgewicht auch eher auf Leicht- und Mittelwind liegen, hatte in Schottland bei anfänglich moderaten Bedingungen famos gestartet und in den Top Ten gelegen, dann aber mit zunehmendem Wind zum Ende der WM deutlich Plätze eingebüßt. Als 21. von 89 Teilnehmerinnen hat sie die eigenen Erwartungen nicht ganz erreicht, doch ist das Resultat - 4. beste Deutsche und 17. der EM - objektiv betrachtet aller Ehren wert.

Für Max war, nach ebenfalls glänzendem Start unter den Top 5, letztlich der 11. Platz bei der WM auch unter seiner Erwartung. Die eigenen Ziele und Ansprüche hatte er sehr hoch gesteckt!

Für die EM Ende Juli 2010 hatte er sich aber nochmals besonders gut vorbereitet, er wollte es beim letzten Start in der Laser 4.7 Klasse wissen und er hat es geschafft. Trotz heftiger Grippe mit Fieber zu Beginn der EM hat Max schon in der Qualifikation deutlich den Ton angegeben und nach 8 Rennen, vor dem Finale, die Führung mit einem 2-Punkte Vorsprung erobert.

Das Finale lief dann wunschgemäß, sein härtester Gegner rutschte gar auf Rang 3 ab und Maxi hatte den EM Titel mit solidem Vorsprung vor 231 Konkurrenten. Damit holte Maximilian Stein als erster Deutscher den Titel für die German Laser Class Association.

In Hourtin waren vier weitere Laser 4.7 Seglerinnen und Segler aus BW am Start. Es waren die Mitglieder des BW 4.7 Landeskaders, dem bis dato ersten und einzigen deutschen 4.7 Landeskader, der auf Initiative von Wolf-Peter Niessen, selbst aktiver und erfolgreicher Laser Segler in der Masters Szene, der im Yacht-Club Langenargen seit zwei Jahren eine Laser Trainingsgruppe installiert hat und in Verbindung mit Peter Ganzert, dem Landestrainer des Seglerverbandes BW die Förderung und Ausweitung der Laser 4.7 Klasse in BW betreibt.

Sophia Ehling (14), ebenfalls vom Yacht-Club Langenargen und erst seit genau einem Jahr im Laser 4.7, belegte im Feld der 118 Teilnehmerinnen Rang 92. Damit war sie 3. Beste der 9 deutschen Girls und wurde 33. bei den U 16 Girls. Julia Kühn vom Konstanzer Yacht Club, gerade erst 13 Jahre geworden, wurde 99. im Gesamt und 36. U 16 Girl. Marc Funken (15) vom Segel Verein Schluchsee erreichte Gesamtrang 98 von 232 Boys, war damit Zweitbester Deutscher Boy und 53. U 16. Jonas Lietz (14) Yachtclub Radolfzell wurde 183. von 232 Boys und 72. der U 16.

Neben dem überragenden Maximilian Stein als Europameister hat sich das junge Laser 4.7 Team aus der Laser Flotte BW bei der Laser 4.7 EM in Hourtin ganz beachtlich geschlagen. Das Ergebnis wird die Laser 4.7 Szene nicht alleine in BW beflügeln. Die Klasse ist jetzt auch in Deutschland attraktiv geworden und lockt viele Umsteiger aus dem Opti. Zur German Open der 4.7 vom 10. bis 16. August 2010 in Wismar haben schon 35 Teilnehmer gemeldet, davon alleine 11 aus BW. Es geht also richtig vorwärts und es zeichnet sich ab, dass der Laser 4.7 sich jetzt auch in Deutschland zur am schnellsten wachsenden Bootsklasse entwickelt. Wolf-Peter Niessen.



Max Stein Yacht-Club Langenargen

Donnerstag, 5. August 2010

Langenargener Hafenfest am 9. September

05.08.10 - Am Donnerstag, 9. September findet wieder das Langenargener Hafenfest statt. Bei stimmungsvoller Live-Musik verwöhnt die Langenargener Gastronomie Einheimische und Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten. Die Speisen werden von der Langenargener Gastronomie an Ort und Stelle zubereitet. Ein Blick über die Schultern der Chefköche bietet sich da geradezu an.

Auch am Getränkestand arbeiten einheimische Hoteliers und Gastwirte Hand in Hand. Beginn ist um 17.00 Uhr, die musikalische Umrahmung gestaltet die Hallodrian Jazz Band ab 18.00 Uhr. Das historische Segelschiff Lädine startet während des Hafenfestes um 18.00 Uhr, 19.15 Uhr und 20.30 Uhr zu 1-stündigen Rundfahrten.

Für Kinder steht der Schleusenrammler zu Rundfahrten bereit. Kinder ab 6 Jahren können beim Schnuppersegeln erste Erfahrungen mit dem Segelsport machen.

Dienstag, 3. August 2010

Altenrhein: 48 Personen aus Seenot gerettet

03.08.10 - kapo.sg / Am Dienstagmittag (03.08.2010) sind mehrere Boote im Bodensee gekentert. Es handelte sich dabei um eine Gruppe Jugendlicher von 48 Personen. Es konnten alle gerettet werden.

Sie waren mit zehn Ruderbooten unterwegs. Sieben davon kenterten und die Insassen fielen in den Bodensee. Keiner der Ruderer trug eine Schwimmweste. Sie waren mehrere hundert Meter vom Ufer des Rheinspitzes im Grenzbereich zu Österreich entfernt. Sie wurden sowohl durch Privatpersonen als auch durch Rettungskräfte aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich geborgen. Es waren Boote der Wasserschutzpolizei Lindau und Friedrichshafen, der Seepolizei Hard, des Seerettungsdienstes Rorschach sowie Angehörige der Kantonspolizei St.Gallen involviert.

Aufgrund der Eingangsmeldung wurden 10 Rettungssanitäter und Ärzte mit mehreren Rettungswagen nach Altenrhein entsandt. Alle involvierten Personen waren sich einig: Das war Glück im Unglück.

Suchaktion nach vermisstem Bootsführer wird fortgesetzt

03.08.10 - kapo.sg / Die Suche nach dem seit Sonntagabend (01.08.2010) vermissten 49-jährigen Bootsführer wird auch heute Dienstag fortgesetzt. Die Kantonspolizei geht nicht mehr davon aus, dass der Mann lebend aus dem Bodensee geborgen werden kann.

Der Helikopter konnte gestern eine Plane (textile Abdeckung) des Bootsdecks orten. Taucher haben diese sichergestellt und der Yacht zugeordnet.

Heute wird wiederum an Land, auf dem See und aus der Luft nach dem Vermissten gesucht. Im Bereich der Fundstelle der Abdeckung werden Polizeitaucher der Kantonspolizei St.Gallen Tauchgänge durchführen.

Es bestehen keine Hinweise auf übermässigen Alkoholkonsum seitens des Bootsführers und seiner Begleiterin. Auf dem Schiff wurden keine Rettungsgeräte griffbereit gefunden. Nach bisherigen Abklärungen dürfte er keine Schwimmweste getragen haben.

Montag, 2. August 2010

Fritz Trippolt gewann die Hitzeschlacht

02.08.10 - Ost-West-Regatta bei sengender Sonne und schwachem Wind.


Guter Start (Foto: Peter Nietsch)

Als schnellster im Ziel war bei der Ost-West - der Distanzwettfahrt von Bregenz nach Konstanz - Fritz Trippolt aus Bregenz auf einem Ventilo M2. Zweite und Dritte wurden Albert Schiess auf einem Kat und Wolfgang Palm auf seiner Wilke 49 vom YCA bzw. YCL. Fritz Trippolt und sein Team brauchten genau 4:42:31 Stunden für ihren Ritt.

Die Skipper der weit über 200 Schiffe, die am Vortag der Regatta in Lindau und Bregenz ihre Wettsegelbestimmungen entgegennahmen, sahen schon am Abend recht besorgt zum Himmel. Denn allzu viel Wind war für den Regattatag nicht zu erwarten. Und so kam es auch: Allerdings war beim Startschuss die Lindauer Seite etwas bevorzugt, wer auf Bregenz setzte, hatte auf Sand gebaut. Dann, auf der Regattastrecke, entwickelten sich harte Positionskämpfe, wobei wirklich über Stunden mit dem oder den anderen Schiffe gerungen wurde. Brüllend heiss und mitunter löchrig der Wind, ging es für manchen an die Grenze der Belastbarkeit. Und auch grosse Schiffe wie Nissen 42 oder 75er blieben durch Fehleinschätzung der Windverhältnisse auf der Strecke. Einmal mehr bewahrheite sich der Spruch des legendären Konstanzer Seglers Werner Haisch: Schönes Wetter, Sonne heiss - Schweizer Ufer, grosser Sch...

Denn genau hier schlug das Aus für nicht wenige Segelteams.
Wer dann im Ziel beim Konstanzer Yacht Club ankam, war nur voller Anerkennung darüber, was vor allem die Regattaleitung unter Bernd Stoll und Elke Wörner bereits im Vorfeld und später zu Lande geleistet haben. Beim Zieleinlauf, am Abend dann das Festzelt mit der hervorragenden Band „Tess“ - alles Dinge, die sich nicht mit der leichten Hand erledigen lassen und die nur möglich werden, wenn viele Mitglieder an einem Strang ziehen. Und das tun sie! Die Siegerehrung am Sonntag war dann der Abschluss eines Seglerfestes, das Massstäbe gesetzt und das auch dadurch den Tupfer auf dem i bekommen hat, dass die Yachtclubmitglieder ihre Bootsliegeplätze für die Gäste, die Regattateilnehmer frei gemacht hatten.

In einer launigen Ansprache skizzierte Ewald Weisschedel, Präsident des KYC, die Geschichte der Ost-West-Regatta, die aus der „Seemitte“ hervorging, bei der die eine Hälfte des Feldes in Konstanz, die andere in Bregenz startete. Und in der Mitte der Strecke war eine Markierungstonne positioniert. Und genau 40 Jahre gibt es jetzt die „Ost-West“, die aus der „Seemitte“ hervorgegangen ist. Dieter Seewald. Ergebnisse >

Suche nach Vermissten im Bodensee aufgenommen

02.08.10 - (IBN) Am Montagmorgen hat die Polizei die Suche nach dem 49-jährigen Vermissten im Bodensee wieder aufgenommen. Er war gestern aus seiner Motoryacht in den See gefallen.

Polizeibericht

kapo.sg 01.08.10/Ein 49-jähriger Mann befand sich am Sonntagabend zusammen mit seiner Freundin auf dem Bodensee. Sie gingen im Rohrspitz an Land. Als sie sich mit der Motorjacht auf dem Rückweg nach Staad befanden, ging ein Gewitter über dem See nieder.

Der Wind wehte eine Sitzmatte weg und beförderte diese in den See. Der Schiffsführer versuchte diese wieder herauszufischen. Dabei fiel er in den See. Seine Freundin versuchte ihn ins Boot zurückzuziehen. Dies gelang ihr aber nicht und ihr Freund verschwand in der dunklen Nacht. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Boot mehrere hundert Meter vom Schweizerufer entfernt.

Sofort setzte die Frau einen Notruf in die kantonale Notrufzentrale ab. Der Seerettungsdienst Rorschach rückte unverzüglich mit sieben Mann und zwei Schiffen aus. Anschliessend wurde internationaler Seenotalarm ausgelöst. Daran beteiligten sich 15 Schiffe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie bildeten eine Seerettungssuchkette in Richtung Ufer der Gemeinde Staad. Das Ufergebiet wurde auch auf dem Landweg durch den Seerettungsdienst und Angehörige der Kantonspolizei abgesucht. Während vier Stunden standen 15 Schiffe und über 50 Mann im Einsatz. Die Suchaktion wird am Morgen fortgesetzt. Die Begleiterin wurde durch ein Careteam betreut.

Sonntag, 1. August 2010

55 Siegerpokale nach 321 Rennen vergeben

01.08.10 - TRAVEMÜNDE. Das himmlische Kind ließ die Segler der 121. Travemünder Woche zwar am Finaltag im Stich und bot damit einen starken Kontrast zum Starkwind der Vortage. Doch unterm Strich fanden an neun Tagen 321 Rennen statt. 1462 Teilnehmer gingen bei der Mammutveranstaltung an den Start, und am Ende wurden 55 Siegerpokale vom obersten Wettfahrtleiter Walter Mielke und seinen Bahnchefs vergeben. Sportliche Höhepunkte der TW waren die Meisterschaften bei den Kat-Klassen. Altmeister Roland Gäbler (Tinglev) glänzte mit seiner Ehefrau Nahid als Weltmeister in der ehemals olympischen Tornado-Klasse, und die französischen Teams dominierten weitestgehend das Geschehen bei den zehn Entscheidungen der Multi Europeans der Hobie-Klasse. Zum Zuschauer-Magneten entwickelte sich die Premiere der Showrennen in der Segel-Arena Trave. Das Projekt mit spektakulären Klassen, die direkt vor dem Publikum segeln, soll auf jeden Fall fortgesetzt werden.

Nahezu spiegelglatt präsentierte sich die Lübecker Bucht den Athleten der neun Disziplinen, für die am letzten Sonntag noch Rennen vorgesehen waren. Lediglich die olympischen Laser Standard schafften mit Mühe eine Wettfahrt, die Tobias Schadewaldt (Kiel) für sich entschied. Lokalmatador Simon Grotelüschen kassierte dagegen eine Disqualifikation, blieb durch das Streichresultat aber im Gesamt-Ranking an der Spitze. Alle anderen Klassen kehrten nach zweistündigem Hoffen auf Wind mehr oder minder tatenlos wieder in den Hafen zurück. Damit durfte Florian Freimüller (Altenholz) einen makellosen deutschen Titelgewinn bei den Surfern in der olympischen RS:X-Klasse feiern.

„Absolut happy“ sei er, bekannte Surfer Freimüller, nachdem er in den Tagen zuvor sechs Siege in sechs Rennen eingefahren hatte. Der TW-Erfolg war sein erster deutscher Titelgewinn bei den Senioren. „Das war ein tolles Erlebnis. Ich habe allerdings Toni Wilhelm vermisst, gegen den ich hier gern gesurft wäre. Aber die Travemünder Woche passte nicht in seinen Zeitplan. Ich hoffe, diesen Schwung aus dem Erfolg nun in den Weltcup nach Weymouth und zur Weltmeisterschaft nach Kerteminde in Dänemark mitnehmen zu können“, sagte Freimüller.

Laser-Segler Simon Grotelüschen war trotz der Disqualifikation wegen Pumpens im Abschlussrennen zufrieden: „Die Disqualifikation war verschmerzbar, dafür gibt es ja die Streicher. Dass ich die Gelbe Flagge bekommen habe, war allerdings Auslegungssache. International gibt es andere Standards, da wäre das mit Sicherheit nicht geahndet worden. Aber die Jury hat halt so entschieden, da half auch alle Diskussion nichts“, sagte der Athlet des Lübecker Yacht-Clubs. Für Verfolger Tobias Schadewaldt war die TW ein „sehr schönes Laser-Erlebnis“. Denn der 49er-Segler hatte wie sein etatmäßiger Vorschoter Hannes Baumann, der Fünfter wurde, just for fun einen Ausflug in seine Ex-Klasse unternommen. „Mehr wird aber nicht daraus, der Fokus bleibt auf dem 49er“, so Schadewaldt.

Bei der deutschen Meisterschaft der Laser-Männer mit dem kleineren Nachwuchs-Rigg (Radial) setzte sich der Berliner Tobias Graf überlegen gegen Chris Bauermeister (Wismar) durch. Die Klasse wurde gemeinsam mit den Frauen gestartet. Hierbei war die Kielerin Martje Uecker die beste im Feld und kam im Gesamtranking auf Rang drei.

Durch die Flaute auf Eis gelegt blieb der Versuch der Brüder Helge und Christian Sach, bei der deutschen Bestenermittlung der Formula-18-Kats doch noch zum 17. Gesamtsieg bei der Travemünder Woche zu segeln. Die TW-Rekordsieger hatten sich im Laufe der Serie an die führenden Italiener Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari herangearbeitet, wurden dann aber gezwungen, ihre Aufholjagd auf Rang drei abzubrechen. „Wir wären gern noch gesegelt, vor allem, um bei dem schwächeren Wind unseren neuen, längeren Schwerter auszuprobieren, auf die wir unser Boot in mühevoller Kleinarbeit angepasst haben. Aber so ist das nun mal. Das Glück ist mit den Tüchtigen. Und am Ende war eben nicht genug Wind, um noch zu segeln“, sagte Helge Sach.

Es war der zweite Bronzerang der Kat-Brüder bei 121. TW. Zuvor hatten sie die manroland Tornado-WM bereits als Dritte beendet. Bei den etwas kleineren F-18 holte sich das italienische Team Bissaro/Cesari mit zwei Punkten Vorsprung den Titel. Punktgleich mit den Sach-Brüdern blieben die Australier Brett Burvill/Ryan Duffield auf Platz zwei.

Die deutsche Bestenermittlung der Laser SB3 gewann die Crew von Reinhard Schroeder aus Grabow. Germans-Masters-Sieger der J/22 wurde der Niederländer Wouter Köllmann mit seiner Mannschaft.

Bereits am vorletzten Tag hatten die Hobie-Segler ihren TW-Abschluss gefeiert. Mit 252 Meldungen in zehn Disziplinen hatten sie das größte Kontingent bei der Travemünder Woche gestellt und gemeinsam mit den anderen Kat-Klassen Tornado, F-18 und A-Cat für ein buntes Treiben am Grünstrand gesorgt. „Wir hatten hier ein sehr schönes Event. Die Organisation an Land hat super funktioniert. Ein paar Dinge auf dem Wasser gäbe es zu verbessern“, sagte der zwölfmalige Europameister Detlef Mohr aus Reinfeld, der diesmal zwar ohne Titelgewinn blieb, bei den Hobie 16 Open aber zum siebten Mal Vizemeister wurde.

Sportlich zeigten die Franzosen, dass sie bei den Strandkatamaranen die herausragende Nation sind. Sechs von zehn Siegertrophäen gingen nach Frankreich. Die Niederländer räumten zweimal Gold ab, Spanien und Deutschland jeweils einmal. Knud Jansen/Anke Delius (Kiel) sorgten bei den Masters für den einzigen Heimsieg.

Nun beginnen die Veranstalter bereits mit den Vorbereitungen für das kommende Jahr, für das wieder einige Titelkämpfe auf der Regattabahn in Planung sind. Die Int. Canoes kommen mit ihren Weltmeisterschaften nach Travemünde genauso wie die Laser 2. Für die Traverennen werden schnelle, attraktive Zweirümpfer und Gleitfollen ausgesucht. „Wir wollen uns schrittweise weiter entwickeln und verbessern, damit wir im Jahr 2014 beim Jubiläum im 125. Jahr eine Travemünder Woche der Superlative feiern können“, sagte Andreas Stülcken, TW-Geschäftsführer und Vorsitzender des hauptverantwortlichen Lübecker Yacht-Clubs.


Segeln in Zahlen

Endergebnisse nach dem neunten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Sonntag, 1. August 2010)

Olympische Klassen

RS:X (Surfen) Internationale Deutsche Meisterschaften
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Florian Freimüller (Altenholz) 5 Punkte; 2. Leon Delle (Soest) 11; 3. Moritz Schoentag (Kiel) 13; 4. Benedikt Hattich (Lübeck) 19; 5. Niclas Sponholz (Berlin) 29; 6. Jens Levin Möller (Kiel) 29.

Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 11 Punkte; 2. Tobias Schadewaldt (Kiel) 17; 3. Marco Grasse (Berlin) 26; 4. Tobias Feuerherdt (Kiel) 48; 5. Hannes Baumann (Kiel) 50; 6. Hauke Schröder (Berlin) 55.

Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 18 Punkte; 2. Chris Bauermeister (Wismar) 43; 3. Martje Uecker (Kiel) 45; 4. Anja Weick (Berlin) 56; 5. John Körtner (Hamburg) 62; 6. Kai Bertallot (Langenhagen) 76.

Internationale und nationale Klassen

Formula-18 Internationale Deutsche Meisterschaften
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari (Italien) 9 Punkte; 2. Brett Burvill/Ryan Duffield (Australien) 11; 3. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 11; 4. Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) 27; 5. Thijs Visser/Marja van Helden (Niederlande) 29; 6. Frank Ruebling/Martin Bach (Oststeinbek) 31.

J/22 German Masters
Endstand nach fünf Wettfahrten: 1. Köllmann/van der Vecht/van der Veen (Niederlande) 4 Punkte; 2. Floris Toetenel (Niederlande) 9; 3. Stan Heltzel (Niederlande) 11; 4. Rieckborn/Rieckborn/Wolpers (Niedernhausen) 17; 5. Declercq/Michaux/Groß (Frankreich) 21; 6. Lötzbeyer/Lötzbeyer/Lötzbeyer (Haltern am See) 23.

Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 11 Punkte; 2. Janz/Schult/Reinhard (Hamburg) 16; 3. Ziegelmayer/Meier/Völker (Hamburg) 17; 4. Schräber/Gibbe/Drews (Hamburg) 23; 5. von Bahls/Lüdemann/Peschke (Westenbrügge) 42.

A-Cat
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jacek Noetzel (Polen) 8 Punkte; 2. Thilo Keller (Berlin) 9; 3. Thomas Paasch (Dänemark) 15; 4. Donald Beike (Stockelsdorf) 18; 5. Guido Schulte (Wismar) 20; 6. Marcin Badzio (Polen) 35.

Folkeboote
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Busse/Pfuhl/Callsen (Boksee) 10 Punkte; 2. Furthmann/Mrowka/Stern (Kiel) 13; 3. Breitenbach/Kock/Kliegis (Kiel) 18; 4. Brändle/Haase/Rosteck (Wuppertal) 23; 5. Kruse/Lutzenberger/Grieger (Ammersbek) 29; 6. Fehlandt/Dittrich/Bruhns (Altwittenbek) 32.

Trias
Endstand nach sieben Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 7 Punkte; 2. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 13; 3. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 20; 4. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 24; 5. von Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin) 31; 6. Hanisch/Rossi-Broy/Zeller (Kleinmachnow) 42.

Eine Million Menschen feierten die 121. TW

01.08.10 - TRAVEMÜNDE. Rund eine Million gut gelaunte Besucher aus Nah und Fern haben in den zurückliegenden zehn Tagen die 121. Travemünder Woche (TW) gefeiert. Sie waren einerseits den 1.500 Seglerinnen und Seglern aus 20 Nationen ein dankbares Publikum, das vor allem die täglichen Wettfahrten auf der Segel-Arena Trave mit großem Interesse gespannt verfolgte. Und die Gäste sorgten bereits Stunden vor dem atemberaubenden Abschlussfeuerwerk in der Sonntagnacht (1. August) für hochzufriedene Veranstalter vom Lübecker Yacht-Club (LYC).

„Wir haben eine rundum gelungene Großveranstaltung mit hochrangigen Meisterschaften auf dem Wasser und einem Festival an Land hinter uns gebracht, das einer breiten Bevölkerungsschicht gefallen hat“, bilanzierte der LYC-Vorsitzende und TW-Geschäftsführer Andreas Stülcken die „fünfte Jahreszeit“ an der Travemündung. Dabei spielte den Organisatoren überwiegend trockenes, sommerliches Wetter, das nicht zu heiß war, mit meist idealen Winden viele Trümpfe in die Karten. Nur an zwei von neun Wettfahrttagen, darunter der letzte am Sonntag, fielen (fast) alle Rennen aus.

Nach vollen Stränden in den Vorwochen freute sich Travemünde jetzt über gut gefüllte Promenaden. „Die Stimmung war in allen Bereichen ausgesprochen positiv. Die Besucher haben ihre TW geradezu genossen, und auch die ‚Partybiester‘ waren so friedlich wie lange schon nicht mehr. Diese Rückmeldung haben wir auch von der Polizei und den Ordnungskräften. Die neue Harmonie zwischen allen Eventbeteiligten ist mir ganz persönlich eine Genugtuung“, so der scheidende LYC- und zweite TW-Geschäftsführer Claus-Dieter Stolze, der nach 13 Jahren an der hauptamtlichen Spitze der schönsten Segelregatta der Welt nächstes Jahr im Mai in den Unruhestand geht. Stolze: „Ich bleibe der TW natürlich erhalten und werde sie weiter so kritisch und wohlwollend begleiten wie bisher – wenn ich noch gefragt werde…“ Daran lässt wohl niemand einen Zweifel, auch die 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht.

Als absolutes Highlight stellte nicht nur Stülcken die gelungene Verknüpfung von Wasser- und Landprogramm heraus. „Die Trave-Rennen haben eingeschlagen wie eine Wucht. Das werden wir wiederholen und weiter verbessern“, meinte Walter Mielke, der als oberster Wettfahrtleiter nicht nur die fast 400 offiziellen Rennen mit 27 Meisterschaften leitete, sondern auch die Trave-Races initiierte, startete und fachkundig kommentierte. Insgesamt haben geschätzte 175.000 Zuschauer die packenden Positionskämpfe der pfeilschnellen Katamaran-Klassen verfolgt. Nur einer von acht geplanten Tagen fiel aus, weil der Wettfahrttag auf der Lübecker Bucht noch nicht beendet war.

„Die Menschen stimmen ja mit ihren Füßen ab und mit ihrem Portemonnaie“, erklärte der Hamburger Uwe Bergmann, der mit seiner gleichnamigen Eventagentur ein kleines TW-Jubiläum beging. Zum zehnten Mal gestaltete sein Team um Projektleiterin Undine Heider das Festivalprogramm auf 80.000 Quadratmetern Gelände. Neben den Showrennen auf der Trave nannte Bergmann die Classic Night mit bengalischer Feuershow am Dienstagabend als ausgesprochen gelungenen Höhepunkt, den viele tausend Menschen in der Lübzer Beach Area verfolgten. Aber auch das nochmals erweiterte Musikprogramm mit der irischen Bühne vor der Lotsenstation, einem Schlagerschwerpunkt an der Travepromenade und die bestens besuchten Liveacts von Jürgen Drews, United Four, Julia Neigel & Edo Zanki sowie die SternenReiter & Frl. Menke auf der Festivalbühne seien von der überwiegenden Mehrheit der Zuhörer gelobt worden. Eine Attraktion für sich war erneut der CITTI-Park, mit seinen kostenlosen Spielgeräten für die Jungen und Jüngsten.

Abgesehen von der magischen Million betonte Uwe Bergmann, dass ihm die Qualität und die Zufriedenheit der Besucher viel mehr am Herzen liegen. „Aufenthaltsdauer und Konsumfreudigkeit sind entscheidende Kriterien, die dieses Jahr hohe Wertungen erhielten“, erklärt der 49-Jährige, „das Publikum kommt ja freiwillig und zahlt keinen Eintritt. Dann hören sie gute Musik und Unterhaltung, bestaunen die aktiven Teilnehmer sowohl bei ihren Vor- und Nachbereitungen als nun auch auf der Trave und bekommen Hunger und Durst.“ Genau da fängt die Refinanzierung der Gesamtveranstaltung an, die ein Budget von rund 700.000 Euro hat. Dieses ist indes ohne die Unterstützung der zahlreichen Partner mit Volkswagen, Lübzer und der Wassersportmesse boot Düsseldorf an der Spitze nicht darstellbar.

Getreu der Weisheit „nach der TW ist vor der TW“ laufen ab Montag (2. August) die Vorbereitungen auf die 122. Travemünder Woche. Sie findet vom 22. bis zum 31. Juli 2011 statt. Die Veranstalter haben bereits wieder einige Titelkämpfe und Highlights im Festivalprogramm in Planung. „Wir wollen uns schrittweise weiter entwickeln und verbessern, damit wir im Jahr 2014 beim Jubiläum im 125. Jahr eine Travemünder Woche der Superlative feiern können“, sagte Andreas Stülcken abschließend.

Seesegler mit Bruch, Bier und Brezeln in Boltenhagen

01.08.10 - TRAVEMÜNDE. Taktisches Geschick, technische Fertigkeiten und Seemannschaft auf höchstem Niveau waren bei der Mittelstrecken-Regatta der 121. Travemünder Woche gefordert. Denn am Freitag (30. Juli) wurden die Crews auf dem Kurs von Travemünde nach Boltenhagen, der für die großen Yachten auf 42 Seemeilen und für die kleinen auf 32 Seemeilen ausgelegt worden war, bei Böen mit zu 30 Knoten kräftig durchgeschüttelt. Nicht alle Crews überstanden die Herausforderung ohne Schäden, ernsthafte Blessuren blieben aber aus. Erste Yacht im Ziel war die Dehler 34 „Sisqua“ von Armin Balser aus Frankfurt am Main. Auf der Rückregatta am Sonnabend wurden die Mannschaften dann mit schönstem Sonnenschein belohnt. Hier schaffte es die Swan 60 „Black Jack“ von John Welding aus Flensburg den Vorsprung der kleineren Yachten, die sieben Seemeilen weniger zu bewältigen hatten, aufzuholen und als Erste die Ziellinie direkt an der Nordermole zu kreuzen.

Seebahn-Chef Jens Kath war mit der erstmals nach Boltenhagen führenden Mittelstrecken-Regatta der Travemünder Woche sehr glücklich: „Es waren hervorragende Segelbedingungen, und wir konnten einen abwechslungsreichen Kurs mit schönen Kreuzen und langen Spi-Gängen auslegen. Auf der Rückregatta hatte ich bei den zunächst südlichen Winden etwas Sorge, dass das Kreuzen zu kurz kommen würde, aber dann hat der Wind auf West gedreht, und die Crews hatten noch einen anspruchsvollen Kurs bis ins Ziel“, freute sich Kath.

Das Anlege-Bier und die Willkommens-Brezel in Boltenhagen von Yacht-Versicherer Firmenich konnten indes nicht alle Crews genießen. So musste nach dem Bruch des Spinnaker-Baums auf der „Concetta“ von Stefan Heitmann aus Bremen ein Crew-Mitglied eine Handverletzung ambulant im Krankenhaus behandeln lassen, so dass die Yacht die Rückregatta nicht mehr mit segelte. Ein gebrochenes Want auf einer Yacht vom Typ Speakhugger veranlasste zudem die Mannschaft der Mosquito 104 „NiC3“ nach dem eigenen Zieldurchgang noch zu einem Berge-Einsatz. Die Crew um Clemens Reichert (Neustadt) schleppte die Konkurrenz in den Hafen. „Insgesamt hatten wir vier Yachten, die aufgegeben haben“, berichtete Kath. Dennoch hatten die Mannschaften einen sehr geselligen Abend, so dass einige Segler am Sonnabend mit etwas kleineren Augen an den Start gingen.

Das Startverfahren war dann etwas für die Zuschauer-Galerie in Boltenhagen, denn die Yachten wurden direkt vor dem Hafen auf den navigatorisch anspruchsvollen Kurs durch die Untiefen der Wismarer Bucht geschickt. Das weitere Rennen zurück zur Travemündung wurde ein enger Kampf der „Kartenspieler“, denn neben der Swan 60 „Black Jack“ kämpfte der namensgleiche Trimaran Corsair Dash um den Titel als First Ship Home. Schließlich hatte die große Swan nach 4:45 Stunden den Bug um neun Minuten vor dem Tri im Ziel.

Nach der Berechnung der Handicap-Wertung durften sich schließlich folgende Crews über die Mittelstrecken-Siege freuen: „Picaro“ in der Gruppe OSC I (Georg Westphal), „Sisqua“ (Armin Basler, OSC II), „Scylla“ (Harald Schöppener, OSC III), „Nomis“ (Helmut Simon, OSV IV), „patent³“ (Jürgen Klinghardt, OSC V und ORC II), „Westwind“ (Peter Süselbeck, ORC I) und die „Black Jack“ (Thomas Reinke) bei den Corsair. Den Super-Cup der Stadtwerke Lübeck, die Wertung aller Seeregatten vom ersten und zweiten TW-Wochenende, gewannen die „Picaro“, „Sisqua“, „Scylla“, „Nomis“ und „patent“.


Ergebnisse von der Mittelstrecke Travemünde – Boltenhagen und zurück

OSC I
Endstand: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 2 Punkte; 2. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck) 5; 3.Mascalzone (Dieter Schorling/Timmendorfer Strand) 6.

OSC II
Endstand: 1. Sisqua (Armin Balser/Frankfurt am Main) 3 Punkte; 2. na und (Stefan Meining/Lübeck) 3; 3. Bannerouge (Hauke Haberlandt/Geesthacht) 7.

OSC III
Endstand: 1. Scylla (Harald Schöppener/Triwalk) 2 Punkte; 2. Makatea (Gerd Schneider/Lübeck) 4; 3. Ohlala (Katja Schmütsch/Heiligenhafen) 6.

OSC IV
Endstand: 1. Nomis (Helmut Simon/Berlin) 2 Punkte; 2. Fira (Maximilian Riedl/Hamburg) 4;3. jolågo (Ingo Gorodiski/Schweden) 7.

OSC V
Endstand: 1. Patent³ (Jürgen Klinghardt/Bremen) 2 Punkte; 2. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen) 4; 3. Adamas (Jan Peters/Bad Malente) 7.

ORC I
Endstand: 1. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen) 2 Punkte; 2. Adamas (Jan Peters/Bad Malente) 4; 3. sherry-time (Udo von Ahnen/Hamburg) 6.

ORC II
Endstand: 1. Patent³ (Jürgen Klinghardt/Bremen) 2 Punkte; 2. Elfe of New York (Jan Heinritz/Heiligenhafen) 4; 3. Va Bene (Christian Rönsch/Hamburg) 6.

Corsair
Endstand: 1. Black Jack (Thomas Reinke/Beusloe) 3 Punkte; 2. Kahuna (Stefan Gerke/Wakendorf) 3; 3. Pas de Trois (Hans-Walter Frieling/Stockelsdorf) 6.

Vive la France: Europas Hobie-Champions gekürt

01.08.10 - TRAVEMÜNDE. Die acht Europameisterschafts-Tage der Hobie-Katamarane zur 121. Travemünder Woche sind beendet. Mit einem vollen Programm am Finaltag bei kräftigen und drehenden Winden wurden die Entscheidungen in den Klassen Hobie 14, Hobie 16 und Hobie Dragoon zu einer Triumphfahrt der französischen Teams. So sicherten sich Jerome le Gal/Marco Iazzetta den Titel in der weltweit am meisten verbreiteten Kat-Klasse, den Hobie 16, vor dem zwölfmaligen Europameister Detlef Mohr (Reinfeld) mit Karen Wichardt an der Vorschot. Sieger im Nachwuchs-Kat Dragoon wurden Jolann Neiras/Jaques Rochefort, und bei den Einmann-Kats Hobie 14 machte Arnaud Thieme den kompletten Triumph der Equipe Tricolore perfekt. In den beiden bis Sonntag (1. August) laufenden Entscheidungen in den Olympiaklassen setzten der Lübecker Simon Grotelüschen (Laser) und Florian Freimüller aus Altenholz (Surfen) ihre Erfolgsserien fort.

Obwohl die drehenden und böigen Winde den Abschlusstag der Hobies zu einem Glücksspiel werden ließen, setzten sich am Ende die favorisierten Teams durch. „Es waren schon extreme Bedingungen. Die Luvtonne lag so dicht unter Land, dass das Geschehen zum Glücksrittertum wurde“, berichtete Detlef Mohr. „Jeder musste bis zum letzten Meter hochkonzentriert sein, denn es konnte von einer auf die andere Sekunde passieren, dass es von rasanter Fahrt im Doppeltrapez bis zum Stillstand kam“, so Mohr, der vor 27 Jahren seinen ersten EM-Titel eingefahren hat und nun zum siebten Mal Vize-Europameister wurde: „Wir sind trotzdem sehr zufrieden. Die Franzosen waren einfach besser unterwegs.“

Extrem eng ging es dagegen bei den Hobie 14 zu. Nach zwölf Rennen entschied schließlich ein Zwei-Punkte-Vorsprung zugunsten von Arnaud Thieme die EM vor Broder Diedrichsen (Drochtersen). Bronze gewann der Hamburger Jörg Stoltenberg. Das Dragoon-Rennen war ein französisch-niederländischer Zweikampf. Neiras/Rochefort hatten schließlich ein Punkt Vorsprung vor Thomas Schouten/Esther Hillebrand (Niederlande).

Seine lupenreine weiße Weste behielt RS:X-Surfer Florian Freimüller bei der deutschen Meisterschaft der Olympia-Klasse. Dem Hattrick vom Vortag ließ der 22-jährige Stuttgarter, der in Altenholz wohnt, weil er in Kiel Elektrotechnik studiert, am Sonnabend drei weitere erste Plätze folgen. Dabei hatte es in der sechsten Wettfahrt zunächst einen Fehler in der Ergebnisliste gegeben – er sollte nur Zweiter geworden sein. „In dem Rennen hatte ich den größten Vorsprung“, berichtete Freimüller mit einem Lächeln und erreichte eine Klärung mit Hilfe der Jury.

In Abwesenheit seiner großen Schwester Moana, die gerade bei der Europameisterschaft Fünfte geworden ist, liegt Leon Delle vom Segel-Klub Bayer Uerdingen knapp vor dem Kieler Moritz Schoentag auf Platz zwei. Der Lübecker Benedikt Hattich verteidigte Rang vier. „Ich hätte Toni Wilhelm gerne noch hier gehabt“, meinte Freimüller zur Güte der Konkurrenz, aber der härteste nationale Gegner macht derzeit als WM-Vorbereitung Höhentraining auf dem Silvaplanasee. Doch der überlegene Gesamtführende ist zufrieden: „Die Travemünder Windbedingungen mit vielen Drehern, Böen und Löchern sind herausfordernd genug, um anschließend optimal präpariert zum Weltcup nach England zu fahren.“

Klar auf Kurs Heimsieg liegt Simon Grotelüschen im Laser Standard. In neun Rennen nahm der Athlet des Lübecker Yacht-Clubs siebenmal die Toppposition ein. Lediglich am Freitagabend und am Sonnabendmorgen war er nicht aufmerksam genug und ließ den Kieler Tobias Schadewaldt ziehen. „Heute ist er mir einmal auf der Zielkreuz durchgerutscht“, berichtete Grotelüschen, dem der TW-Sieg dennoch kaum zu nehmen sein dürfte. Zeit zum Feiern wird ihm allerdings kaum bleiben. Bereits am Dienstag fliegt er zum Weltcup in Weymouth nach England.

Die international deutsche Bestenermittlung der Formula 18-Katamarane wird ein Dreikampf. Die Italiener Vittorio Bissaro und Lamberto Cesari mussten Federn lassen, retteten aber einen Zwei-Punkte-Vorsprung vor Brett Burvill und Ryan Duffield aus Australien und den Zarnekauer Brüdern Helge und Christian Sach (beide elf Zähler). „In den Rennen ging es auf und ab“, berichtete Helge Sach, „ein 30-Grad-Dreher auf der falschen Seite erwischt, und schon war ein halbes Dutzend Gegner durchgewinkt.“ Für den Finaltag hofft er auf eine etwas leichtere Brise, um seinen Heimvorteil in den 17. Travemünder Woche-Gewinn umzumünzen.

Travemünder Woche-Sieger 2010 bei den Piraten wurden Marcel Forch und Andre Bottke aus Kiel dank zweier Tagessiege am Ende vier Zähler vor den Lübecker Lokalmatadoren Thomas Kaitschick und Peter Gardeweg. Niederländische Dominanz herrscht dagegen auf den ersten drei Plätzen der J/22-German-Open mit Wouter Köllmann an der Spitze. Immerhin bei den Laser SB3 gibt es eine deutsche Führung durch den Klassenboss Reinhard Schröder (Grabow). Neun Bootsklassen beenden die Regatta am Sonntag (1. August) mit der letzten Startmöglichkeit um 14 Uhr. Es sind anfangs mäßige, später abnehmende südwestliche Winde vorhergesagt.
(Ende)


Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom achten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Sonnabend, 31. Juli)

Olympische Klassen

RS:X (Surfen) Internationale Deutsche Meisterschaften
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Florian Freimüller (Altenholz) 5 Punkte; 2. Leon Delle (Soest) 12; 3. Moritz Schoentag (Kiel) 13; 4. Benedikt Hattich (Lübeck) 20; 5. Niclas Sponholz (Berlin) 21; 6. Jens Levin Möller (Kiel) 31.

Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 9 Punkte; 2. Tobias Schadewaldt (Kiel) 16; 3. Marco Grasse (Berlin) 22; 4. Hannes Baumann (Kiel) 41; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 42; 6. Hauke Schröder (Berlin) 45.

Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 18 Punkte; 2. Chris Bauermeister (Wismar) 43; 3. Martje Uecker (Kiel) 45; 4. Anja Weick (Berlin) 55; 5. John Körtner (Hamburg) 62; 6. Kai Bertallot (Langenhagen) 76.


Internationale und nationale Klassen

Hobie Multi Europeans

Hobie 16 Gold-Flotte
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Jerome le Gal/Marco Iazetta
(Frankreich) 13 Punkte; 2. Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg) 28; 3. Lisa Damanin/Jason Waterhouse 45; 4. Cédric Bader/Nathalie Souquet (Frankreich) 48; 5. Mischa Heemskerk/Enrico van der Laar (Niederlande) 50, 6. Martin Orion/Charlotte Hilliard (Frankreich) 56.

Hobie 16 Silber-Flotte
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Daniel Müller/Christian Winkel (Marpingen) 24 Punkte; 2. Bartek Janiszewski/Mariusz Kusmierski (Polen) 26; 3. Tamina und Mira Kreuzhuber (Österreich) 36; 4. Mischa de Munck/Sanne van Hek (Niederlande) 43; 5. Giammarco Sardi/Andrea Ferrari (Italien) 44; 6. Björn Ruschepaul/Wiebke Schäfer (Hamburg) 52.

Hobie 14
Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Arnaud Thieme (Frankreich) 15 Punkte; 2. Broder Diedrichsen (Drochtersen) 17; 3. Jörg Stoltenberg (Hamburg) 37; 4. Niklas Martens (Trittau) 39; 5. Tanja Rindt (Hamburg) 43; 6. Oliver Stoltenberg (Hamburg) 47.

Hobie Dragoon
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Jolann Neiras/Jaquues Rochefort (Frankreich) 12 Punkte; 2. Thomas Schouten/Esther Hillebrand (Niederlande) 13; 3. Cees Asselt van/Noltu Geijssen (Niederlande) 31; 4. August Maene/Emilie Victor (Belgien) 32; 5. Teuntje van Es/Lotte van Ouwerkerk (Niederlande) 34; 6. Jordi Booth/Pau Dengra (Spanien) 35.

Pirat
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Marcel Forch/Andre Bottke (Kiel) 11 Punkte; 2. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck) 14; 3. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 18; 4. Anne-Kathrin Giesler/Janne Schult (Bremen) 37; 5. Maximilian Kopp/Sönke Klatt (Mönkeberg) 39; 6. Daniel Reinsberg/Inessa Pretzer (Ahrensburg) 41.

A-Cat
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jacek Noetzel (Polen) 7 Punkte; 2. Thomas Paasch (Dänemark) 14; 3. Donald Beike (Stockelsdorf) 17; 4. Guido Schulte (Wismar) 19; 5. Thilo Keller (Berlin) 30; 6. Marcin Badzio (Polen) 35.

Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach acht Wettfahrten: 1. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 11 Punkte; 2. Janz/Schult/Reinhard (Hamburg) 16; 3. Schräber/Gibbe/Drews (Hamburg) 23; 4. Ziegelmayer/Meier/Völker (Hamburg) 27.

Folkeboote
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Busse/Pfuhl/Callsen (Boksee) 10 Punkte; 2. Furthmann/Mrowka/Stern (Kiel) 13; 3. Breitenbach/Kock/Kliegis (Kiel) 18; 4. Brändle/Haase/Rosteck (Wuppertal) 23; 5. Kruse/Lutzenberger/Grieger (Ammersbek) 29; 6. Fehlandt/Dittrich/Bruhns (Altwittenbek) 32.

Formula-18 Internationale Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari (Italien) 9 Punkte; 2. Brett Burvill/Ryan Duffield (Australien) 11; 3. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 11; 4. Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) 27; 5. Thijs Visser/Marja van Helden (Niederlande) 29; 6. Frank Ruebling/Martin Bach (Oststeinbek) 31.

J/22 German Masters
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Köllmann/van der Vecht/van der Veen (Niederlande) 4 Punkte; 2. Floris Toetenel (Niederlande) 9; 3. Stan Heltzel (Niederlande) 11; 4. Rieckborn/Rieckborn/Wolpers (Niedernhausen) 18; 5. Declercq/Michaux/Groß (Frankreich) 21; 6. Wolff/Nenz/Schutz (Düsseldorf) 21.

Trias
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 7 Punkte; 2. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 13; 3. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 20; 4. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 24; 5. von Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin) 31; 6. Hanisch/Rossi-Broy/Zeller (Kleinmachnow) 42.

Samstag, 31. Juli 2010

Ein langer, harter Starkwindtag

31.07.10 - TRAVEMÜNDE. Der Morgen des siebten Wettfahrttages zur 121. Travemünder Woche begann für die Besatzungen der Sicherungsboote mit einer intensiven Besprechung. Die angesagten fünf Windstärken im Mittel und Böen deutlich darüber hinaus erforderte am Freitag (30. Juli) auf den Booten von DRK-Wasserwacht und THW ebenso große Aufmerksamkeit wie bei den Seglern. Nicht alle durften indes ihr Können bei diesen harten Bedingungen unter Beweis stellen, denn die Formula 18, die A-Cats und die Hobie Dragoon mussten den kräftigen Winden Tribut zollen und an Land bleiben. Ein volles Programm lieferten die Laser-Segler ab, die ebenso drei Wettfahrten absolvierten wie die Folkeboote und die Surfer. Bei den olympischen Laser Standards setzte Lokalmatador Simon Grotelüschen zunächst seine Erfolgsserie fort, um sich dann einen „Ausrutscher“ zu erlauben. Nach fünf Siegen musste sich der 23-Jährige vom Lübecker Yacht-Club mit Rang zwei begnügen. Klar an der Spitze bei der deutschen Meisterschaft der Olympia-Surfer auf dem RS:X-Brett liegt Favorit Florian Freimüller (Altenholz), dem zum Auftakt drei Siege gelangen.

„Nach den ersten beiden klaren Siegen heute war ich zum Start des dritten Rennens etwas unaufmerksam. Da ist mir Tobias Schadewaldt entwischt, und dann ist es schwer, ihn wieder einzuholen“, berichtete Grotelüschen, der inzwischen aus Studien- und Trainingsgründen in Kiel wohnt, aber den Auftritt auf seinem Heimrevier in vollen Zügen genießt: „Im Herzen werde ich immer ein Lübecker sein, und es ist einfach toll hier die Unterstützung von zu Hause und dem Lübecker Yacht-Club zu erfahren.“

Dafür hat er sich extra vom Bundestrainer für die Travemünder Woche freigeben lassen, denn die National-Mannschafts-Kollegen im Laser sind bereits auf dem Weg zum letzten Weltcup der Saison nach Weymouth/Großbritannien. Auch wenn Simon Grotelüschen dort nun etwas weniger Trainingszeit zur Verfügung stehen wird, sieht er im Start zur Travemünder Woche auch klare Vorteile: „Dass wir hier so viel Wind haben, ist gut zum Fitnessaufbau. Bei diesen Bedingungen kann ich sehr gut, die Hänge-Ausdauer trainieren.“ In der gemischten Wertung des Laser Radial folgt Martje Uecker (Kiel), die in der Olympia-Ausscheidung für 2012 den Anschluss an die nationale Spitze sucht, auf den führenden Tobias Graf aus Berlin.

Mit den drehenden und böigen Winden erlebten die Surfer bei ihrer Rückkehr ins Regattaprogramm der Travemünder Woche einen anspruchsvollen Start in ihre deutsche Meisterschaft. Ungeachtet der schwierigen Bedingungen setzte sich Favorit Freimüller an die Spitze des Feldes. „Der stark schwankende Wind war heute schwierig einzuschätzen. Aber wir Surfer sind solche Bedingungen gewohnt, weil unsere Bahnen oft in Landnähe ausgelegt werden. Für die jungen Surfer war es heute allerdings auch ein sehr langer und harter Tag“, berichtete der 22-jährige Student der Elektrotechnik, der seinen Saisonhöhepunkt auf die WM Ende August gesetzt hat und dort auf einen Platz unter den Top-30 hofft, um seinen C-Kader-Status zu bestätigen.

Auch bei den Multi Europeans der Hobies wurden die Akteure an das Limit ihrer Möglichkeiten herangeführt. Die Einmann-Kats der Hobie 14 schafften immerhin zwei Rennen. Hier bleibt der Franzose Arnaud Thieme der dominierende Akteur. Auch bei den Hobie 16 ist ein französisches Team an der Spitze. Jerome le Gal/Marco Iazzetta festigten mit Platz zwei im einzigen Rennen des Tages die Gesamtführung vor Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg).

Zum Auftakt der German Master des J/22-Klasse setzte die niederländische Crew um Wouter Köllmann zwei Siege. Bei der deutschen Bestenermittlung der Laser SB3 festigte Klassenboss Reinhard Schroeder (Grabow) seine Spitzenposition. Überlegen agierte Roderich Uerlichs (Simmerath) mit seiner Crew bei den Trias, der zwei Tagessiege einfuhr – ebenso wie Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) im Pirat. Nach dem ersten Tag der Folkeboot-Regatten liegt die Kieler Crew von Siegfried Busse an der Spitze des 31 Crews starken Feldes.

Einen heißen Wellenritt legten bei den Starkwindbedingungen die Seesegler auf der Mittelstrecke von Travemünde nach Boltenhagen hin. Am schnellsten war dabei die Crew der „Sisqua“ von Armin Balser (Hamburg) im Ziel, die nach fünf Stunden und sechs Minuten die Weiße Wiek erreichte. Die kleinste Yacht waren dagegen acht Stunden und zehn Minuten unterwegs, ehe Wettfahrtleiter Jens Kath das Rennen beenden durfte. Das Einlaufbier war Freibier, und die Seesegler feierten eine zünftige Party. Am Sonnabend (31. Juli) um 10 Uhr startet die Rückregatta nach Travemünde, wo um 11 Uhr die Wettfahrten auf sechs Bahnen fortgesetzt werden. Dabei fallen die letzten Entscheidungen der Hobie Multi Europeans.
(Ende)


Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom siebten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Freitag, 30. Juli)

Olympische Klassen

RS:X (Surfen) Internationale Deutsche Meisterschaften
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Florian Freimüller (Altenholz) 3 Punkte; 2. Leon Delle (Soest) 7; 3. Moritz Schoentag (Kiel) 8; 4. Benedikt Hattich (Lübeck) 12; 5. Jens Levin Möller (Kiel) 15; 6. Mick Mönnig (Berlin) 21.

Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 5 Punkte; 2. Tobias Schadewaldt (Kiel) 11; 3. Marco Grasse (Berlin) 12; 4. Hannes Baumann (Kiel) 26; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 27; 6. Linus Goericke (Hamburg) 29.

Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 6 Punkte; 2. Martje Uecker (Kiel) 11; 3. Anja Weick (Berlin) 25; 4. Chris Bauermeister (Wismar) 28; 5. Dennis Leukel (Kaarst) 40; 6. Kai Bertallot (Langenhagen) 42.


Internationale und nationale Klassen

Hobie Multi Europeans

Hobie 14

Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Arnaud Thieme (Frankreich) 8 Punkte; 2. Broder Diedrichsen (Drochtersen) 14; 3. Jörg Stoltenberg (Hamburg) 25; 4. Niklas Martens (Trittau) 26; 5. Tanja Rindt (Hamburg) 31; 6. Oliver Stoltenberg (Hamburg) 31.

Hobie 16 Gold-Flotte
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Jerome le Gal/Marco Iazetta (Frankreich) 11 Punkte; 2. Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg) 26; 3. Cédric Bader/Nathalie Souquet (Frankreich) 41; 4. Mischa Heemskerk/Enrico van der Laar (Niederlande) 51; 5. Francesco Porro/Luca Marsaglia (Italien) 52, 6. Lisa Damanin/Jason Waterhouse 56.

Hobie 16 Silber-Flotte
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Daniel Müller/Christian Winkel (Marpingen) 24 Punkte; 2. Tamina und Mira Kreuzhuber (Österreich) 25; 3. Giammarco Sardi/Andrea Ferrari (Italien) 32; 4. Björn Ruschepaul/Wiebke Schäfer (Hamburg) 38; 5. Maxime Hillen/Cas van Oort (Niederlande) 57; 6. Bartek Janiszewski/Mariusz Kusmierski (Polen) 61.

Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 5 Punkte; 2. Ziegelmayer/Meier/Völker (Hamburg) 6; 3. Janz/Schult/Reinhard (Hamburg) 11; 4. Schräber/Gibbe/Drews (Hamburg) 15.

J/22 German Masters
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Köllmann/van der Vecht/van der Veen (Niederlande) 2 Punkte; 2. Toetenel/Boom/Mayer/de Kroos (Niederlande) 4; 3. Lötzbeyer/Lötzbeyer/Lötzbeyer (Haltern am See) 8; 4. Roth/Dreissigacker/Roth (Wiesbaden) 10; 5. Heltzel/Fritz/Paterson/Braun (Niederlande) 12; 6. Wolff/Nenz/Schutz (Düsseldorf) 15.

Pirat
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 7 Punkte, 2. Marcel Forch/Andre Bottke (Kiel) 7, 3. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck) 8, 4. Maximilian Kopp/Sönke Klatt (Mönkeberg) 18, 5. Stephan Marschall/Simon Zimmermann (Oberwinter) 18, 6. Anne-Kathrin Giesler/Janne Schult (Bremen) 21.

Trias
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 4 Punkte; 2. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 8; 3. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 14; 4. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 15; 5. Stamm/Gläser/Reeh (Berlin) 20; 6. von Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin) 22.

Hinweis: Die Wettfahrten in den Klassen Hobie Dragoon, Formula 18 und A-Cat sind wegen zu viel Wind ausgefallen.


Seesegeln Mittelstrecke nach Boltenhagen

OSC I
1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck); 2. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck) 3. Mascalzone (Dieter Schorling/Timmendorfer Strand).

OSC II
1. na und (Stefan Meining/Lübeck); 2. SISQUA (Armin Balser/Frankfurt am Main); 3. per4mens (Dirk Meiburg/Lübeck).

OSC III
1. Scylla (Harald Schöppener/Triwalk); 2. MAKATEA (Gerd Schneider/Lübeck); 3. OHLALA (Katja Schmütsch/Heiligenhafen).

OSC IV
1. NOMIS (Helmut Simon/Berlin); 2. Fira (Maximilian Riedl/Hamburg);3. jolågo (Ingo Gorodiski/Schweden).

OSC V
1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen); 2. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen); 3. Elfe of New York (Jan Heinritz/Heiligenhafen).

ORC I
1. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen); 2. ADAMAS (Jan Peters/Bad Malente); 3. sherry-time (Udo von Ahnen/Hamburg).

ORC II
1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen); 2. Elfe of New York (Jan Heinritz/Heiligenhafen); 3. VA BENE (Christian Rönsch/Hamburg).

Corsair
1. Kahuna (Stefan Gerke/Wakendorf); 2. Black Jack (Thomas Reinke/Beusloe); 3. Pas de Trois (Hans-Walter Frieling/Stockelsdorf)

Freitag, 30. Juli 2010

Traumstart für Simon Grotelüschen

30.07.10 - TRAVEMÜNDE. Der sechste Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche sorgte bei Akteuren und Zuschauern einmal mehr für Begeisterung. Eine beständige Brise zwischen vier und fünf Beaufort, in Böen auch darüber, sorgte am Donnerstag (29. Juli) für ideale Segelbedingungen. Zwölf Bootsklassen absolvierten auf sechs Bahnen ein umfangreiches Programm mit bis zu vier Wettfahrten. Dabei schalteten sich die olympischen Laser in das Geschehen ein – mit dem überragenden Auftritt des Lokalmatadors Simon Grotelüschen, der in allen drei Rennen mit klarem Abstand die Ziellinie als Erster kreuzte.

Der Athlet des Lübecker Yacht-Clubs zeigte der nationalen Konkurrenz beständig das Heck, darunter Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann, die gemeinsam im 49er eine Olympia-Teilnahme für 2016 anstreben, sich im Laser aber Meriten verdient haben und nun ihrer alten Klasse einen Besuch abstatten. Schadewaldt rangiert hinter dem Berliner Marco Grasse auf Rang drei, ihm am Heck klebt Hannes Baumann. Vorn aber dreht Grotelüschen einsam seine Runden.

„Es war extrem böig und drehend und umso erfreulicher, dass es so gut geklappt hat“, freute sich der 23-Jährige, der sich mit den Stationen Travemünder Woche und dem anschließenden Weltcup in Weymouth auf die Weltmeisterschaft Ende August auf Hayling Island (Großbritannien) vorbereitet. „Die Form stimmt. Schon mit Platz sieben bei der Europameisterschaft und dem fünften Rang bei der Kieler Woche war ich gut unterwegs.“

In der gemischten Wertung des für die Frauen olympischen Laser Radial muss die Kielerin Martje Uecker derzeit nur einem Mann den Vortritt lassen. Der Berliner Tobias Graf rangiert nach zwei Tagessiegen und einem vierten Platz an der Spitze des Feldes.

Ihren Travemünder Woche-Auftritt beendet haben am Donnerstag die Akteure der Kielboot-Trapezklasse Asso 99. Hier durfte sich der Ungar Szabolcs Detre mit seinen fünf Crew-Mitgliedern über den Erfolg im Euro Cup freuen. „Es hat unglaublich Spaß gemacht heute. Mit vier Rennen war es aber auch ein anstrengender Tag“, erklärte der Olympia-Dritte von 1980 im Flying Dutchman. Seit zehn Jahren segelt der Ungar vom Plattensee die Asso-Klasse und ist begeistert: „Ein tolles Boot, bei allen Bedingungen schnell, dabei aber auch stabil zu segeln. Es fliegt fast über die Wellen.“

Fluggefühle durften auch die Hobie Cats bei ihren Multi Europeans erleben. Denn im Trapez stehend und mit einem Rumpf aus dem Wasser fegten sie über die Wellen hinweg. Dicht an dicht an der Startlinie boten die Hobie 16 dabei einen einzigartigen Anblick. Ausgestattet mit einheitlichen Segeln zog die Flotte in Regenbogenfarben über das Wasser. Am schnellsten unterwegs waren die Franzosen Jerome le Gal/Marco Iazzetta. Nach einem mäßigen ersten Tag schoben sich die Deutschen in eine bessere Position. Der zwölfmalige Europameister Detlef Moh aus Reinfeld hat mit Karen Wichardt an der Vorschot als Zweitplatzierter eine Medaille fest im Blick. „Wir geben auch den Kampf um den Titel nicht auf. Die Franzosen sind zwar die Favoriten, kochen aber auch nur mit Wasser. Am nächsten Tag kann alles anders aussehen. Wir hatten heute ein bisschen Pech bei den Starts, haben uns dann nach vorn gearbeitet und waren insgesamt schnell unterwegs“, sagte Mohr.

Eine gleiche Konstellation an der Spitze weist auch die aktuelle Ergebnisliste der Hobie 14 aus: Ganz vorn dominieren die Buchstaben FRA im Segel das Geschehen, dahinter folgt GER. Arnaud Thieme führt vor Broder Diedrichsen. Und auch bei den Nachwuchs-Kats ist mit Jolan Neiras/Jaques Rochefort ein französischen Team vorn.

Bei der internationalen deutschen Meisterschaft der Formula-18-Katamarane liegen die Brüder Helge und Christian Sach (Zarnekau) nach Rang drei bei der Tornado-WM nun auf dem zweiten Platz. Bislang nur durch eine Kollision zu stoppen waren die Italiener Vittorio Bissario/Lamberto Cesari. Nach zwei Siegen lagen sie auch im dritten Rennen weit in Führung, als die Schweden Fredrik Karlsson/Karl Blomgren unter Gennaker ohne Wegerecht direkt in den rechten Rumpf der Italiener jagte und ihnen den Bug abfuhr. „Wir waren kurz vorm Sinken, so etwas habe ich noch nie erlebt“, berichtete Vorschoter Cesari, dem im Anschluss eine arbeitsreiche Nacht bevorstand, denn ein Ersatzrumpf musste angebaut werden.

Cesari war aber hoffnungsvoll: „Am Freitag sind wir wieder auf dem Wasser.“ Mit anderen Problemen hatten derweil die Sach-Brüder zu kämpfen: „Es war heute schwierig zu segeln bei den böigen Winden, und wir hatten nicht immer den richtigen Durchblick, haben zunächst weiter hinten angefangen, uns dann aber weiter nach vorn gesegelt“, berichtete Helge Sach, der mit seinem Bruder bereits 16 Travemünder Woche-Siege auf dem Konto hat.

Zum Auftakt der Trias gab die Crew um Roderich Uerlichs (Simmerath) mit einem zweiten Platz und zwei Siegen den Ton an. Und die deutsche Bestenermittlung der Laser SB3 führt Klassenboss Reinhard Schröder (Grabow) an.


Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom sechsten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Donnerstag, 29. Juli)

Olympische Klassen

Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 3 Punkte; 2. Marco Grasse (Berlin) 7; 3. Tobias Schadewaldt (Kiel) 8; 4. Hannes Baumann (Kiel) 15; 5. Hauke Schröder (Berlin) 17; 6. Tobias Feuerherdt (Kiel) 17.

Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 6 Punkte; 2. Martje Uecker (Kiel) 10; 3. Kai Bertallot (Langenhagen) 15; 4. Anja Weick (Berlin) 19; 5. Henning Nows (Rostock) 23; 6. Dennis Leukel (Kaarst) 24.

Internationale und nationale Klassen

Asso 99 Euro Cup

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Szabolcs Detre (Ungarn) 8 Punkte; 2. Tamás Vadnai (Ungarn) 14; 3. Luitpold von Bayern (Kaltenberg) 19; 4. Henning K. Neumann (Travemünde) 29; 5. Kevin Koch (München) 35; 6. Ivano Brighenti (Italien) 56.

Hobie Multi Europeans

Hobie 14
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Arnaud Thieme (Frankreich) 9 Punkte; 2. Broder Diedrichsen (Drochtersen) 13; 3. Jörg Stoltenberg (Hamburg) 17; 4. Niklas Martens (Trittau) 22; 5. Tanja Rindt (Hamburg) 29; 6. Oliver Stoltenberg (Hamburg) 32.

Hobie Dragoon
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Jolann Neiras/Jaquues Rochefort (Frankreich) 8 Punkte; 2. Thomas Schouten/Esther Hillebrand (Niederlande) 8; 3. August Maene/Emilie Victor (Belgien) 15; 4. Jordi Booth/Pau Dengra (Spanien) 18; 5. Teuntje van Es/Lotte van Ouwerkerk (Niederlande) 18.

Hobie 16 Gold-Flotte
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jerome le Gal/Marco Iazetta (Frankreich) 9 Punkte; 2. Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg) 22; 3. Cédric Bader/Nathalie Souquet (Frankreich) 24; 4. Jens Goritz/Katrin Wiese-Dohse (Föhr) 26; 5. Mischa Heemskerk/Enrico van der Laar (Niederlande) 42; 6. Francesco Porro/Luca Marsaglia (Italien) 42.

Hobie 16 Silber-Flotte
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Tamina und Mira Kreuzhuber (Österreich) 17 Punkte; 2. Daniel Müller/Christian Winkel (Marpingen) 23; 3. Giammarco Sardi/Andrea Ferrari (Italien) 30; 4. Bartek Janiszewski/Mariusz Kusmierski (Polen) 37; 5. Björn Ruschepaul/Wiebke Schäfer (Hamburg) 38; 6. Silvia Concutelli/Viola Monaci (Italien) 46.

Formula 18 Internationale Deutsche Meisterschaft
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari (Italien) 3 Punkte; 2. Helge Sach/Christian Sach (Zarnekau) 11; 3. Brett Burvill/Ryan Duffield (Australien) 12; 4. Thijs Visser/Marja van Helden (Niederlande) 16; 5. Adam Beattie/Jamie Leitner (Australien) 18; 6. Frank Ruebling/Martin Bach (Oststeinbek) 19.

Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Ziegelmayer/Meier/Tillmann (Hamburg) 4 Punkte; 2. Janz/Schult/Reinhard (Hamburg) 8; 3. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 10; 4. Schräber/Gibbe/Drews (Hamburg) 11.

A-Cat
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Thilo Keller (Berlin) 4 Punkte; 2. Jacek Noetzel (Polen) 7; 3. Thomas Paasch (Dänemark) 9; 4. Donald Beike (Stockelsdorf) 12; 5. Jörg Horn (Hamburg) 20; 6. Peter Rübener (Parchen) 25.

Pirat
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck) 5 Punkte; 2. Marcel Forch/Andre Bottke (Kiel) 6; 3. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 9; 4. Stephan Marschall/Simon Zimmermann (Oberwinter) 14; 5. Maximilian Kopp/Sönke Klatt (Mönkeberg) 16 ; 6. Anne-Kathrin Giesler/Janne Schult (Bremen) 18.

Trias
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 4 Punkte; 2. Stamm/Gläser/Reeh (Berlin) 8; 3. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 9; 4. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 11; 5. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 14; 6. von Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin) 18.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Caravan Salon fällt aus

29.07.10 - (IBN) Der Süddeutsche Caravan Salon, der vom 30.10. bis 7.11. in Villingen-Schwenningen stattfinden sollte und auf eine 30jährige Tradition zurückgeht, kann in diesem Jahr nicht durchgeführt werden.

Angesichts der noch immer unübersichtlichen Lage im Markt für Caravans, Reisemobile und Zubehör und der Veränderungen in der Handelsstruktur sieht die SMA Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH als Veranstalterin nur geringe Chancen für ein erfolgreiches Geschäft der Aussteller. Noch im Frühjahr schien sich eine Belebung des Absatzes in der Branche abzuzeichnen, doch dann kam es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Händlern, die bisher an der Messe teilgenommen hatten, aber nun ihre Beteiligungsentscheidung zurückstellten.

Ein Segeltraum wurde wahr

29.07.10 - Mit Highspeed zum WM Titel auf der Lübecker Bucht! Wir können es nicht glauben. Wir sind Segel-Weltmeister im ultraschnellen Tornado Katamaran!

Mit der Gold-Serie 3-1-2-1-1-2-2-5 haben wir vor Travemünde auf der Lübecker Bucht bei leichten bis starken Winden 50 Teams aus 8 Nationen hinter uns gelassen. Am Ende war es nur ein Punkt Vorsprung vor den Griechischen Olympiateam Iordanis Paschalides und Kostas Trigonis die uns den sensationellen Sieg sicherten.

Denn wir haben mit allem gerechnet, nur nicht mit dem Sieg bei der Segel-WM. Unser Ziel waren die Top Ten. Dass es am Ende so gekommen ist, können gar nicht fassen. Aber es gibt eben Rennen, da läuft es perfekt von Anfang an.

Am ersten Tag 3 Rennen bei 4-6 Bft. Am zweiten Tag 2 Rennen bei 2-3 Bft. und am dritten Tag zwischen 1 und 6 Bft. mit 3 finalen Rennen. Also Winde in allen Stärken und allen Richtungen. Besser konnte die Lübecker Bucht sich präsentieren. Nur ein Allrounder konnte da gewinnen. Genau das war unsere Stärke.

Am letzten Regattatag sind wir eher etwas konservativer gestartet und haben uns taktisch an das Heck der Griechen gehängt. Unser Ziel war, diese nicht zu verlieren. Es durfte nur kein Boot zwischen uns und denen sein. Wir hatten ja ein gutes Punktepolster aus den ersten fünf Rennen. Dieser mussten wir nur durch den letzten Tag retten. Das haben wir geschafft, auch wenn es am Ende knapp wurde. Doch das macht eben ein richtiges Finale aus. Von sehr leichten Winden bis Hammerböen bis 6 Bft. Alles in einem Tag. Das war taktisch und konditionell höchst anspruchsvoll.

Die Tornado Klasse www.tornado-class.org besteht seit 40 Jahren und erstmals hat ein Mixed Team eine WM gewonnen. Wir sind seit 1992 verheiratet und segeln seit einem Jahr zusammen auf der schnellen Bootsklasse Tornado. Wir können es immer noch nicht fassen, das wir es in so kurzer Zeit geschafft haben ganz nach oben zu kommen. Wir sind überglücklich und hoffen dass wir auch andere Segler motivieren können es mal als Mixed zu versuchen.

Weiter Details zum Rennen kommen später. Jetzt müssen wir erst einmal den WM Titel mit den Seglern aus allen Teilen der Welt ordentlich feiern.

Weitere Infos, Ergebnisse und Bilder zum Download unter www.travemuender-woche.net. Viele Grüße, Nahid & Roland Gäbler www.teamgaebler.de.

Viertes Tornado-WM-Gold für Gäbler

29.07.10 - TRAVEMÜNDE. Roland Gäbler ist zurück an der Weltspitze der Tornados. Bei der 121. Travemünder Woche fuhr der 45-Jährige am Mittwoch (28. Juli) mit seiner dänischen Ehefrau und Vorschoterin Nahid zu seinem vierten WM-Titel und setzte sich damit zu seiner eigenen Überraschung gegen die griechischen Olympia-Zehnten von 2008, Iordanis Paschalidis/Konstantine Trigonis, durch. Auf dem Bronzerang komplettierten die Zarnekauer Brüder Helge und Christian Sach den deutschen Erfolg.

In einem mitreißenden Finaltag der manroland Tornado-WM, der mit schwachen Winden begann und in kräftigen Schauerböen endete, zog Altmeister Roland Gäbler alle Register seines Könnens. Und am Abend durfte er mit seiner Ehefrau dafür den verdienten Lohn einfahren. Vor laufenden TV-Kameras unter dem langanhaltenden Beifall der zahlreichen Zuschauer nahm das Ehepaar die WM-Trophäen entgegen und lauschte schließlich der zu ihren Ehren abgespielten Nationalhymne.

„Wir sind völlig überwältigt, damit haben wir im Traum nicht gerechnet. Das ist die Krönung meiner Segelkarriere. Das müssen wir jetzt erst einmal verdauen“, jubilierte der Olympiadritte von 2000, der mit einer beeindruckenden Serie in acht Wettfahrten zum Erfolg fuhr. Drei erste, drei zweite und einen dritten Rang brachte das Ehepaar Gäbler in die Wertung ein, stand so schon vor dem Abschlussrennen als Sieger fest. Damit konnten sie sich zum Abschluss mit Platz sechs auch einen Ausrutscher leisten, ohne von den Griechen noch von der Spitze verdrängt werden zu können.

Paschalidis/Trigonis, seit über zehn Jahren Trainingspartner von Roland Gäbler und aktuelle Europameister, mussten sich trotz dreier Siege am Mittwoch mit Gesamtrang zwei begnügen. „Wir sind stolz, dass es so gut gelaufen ist und wir als Mixed-Team ganz vorn gelandet sind, obwohl wir erst seit einem Jahr zusammen segeln. Die Griechen waren die eigentlichen Favoriten. Aber meine Frau hat einen Super-Job gemacht, selbst heute in den Hammer-Böen, als die Rennen teilweise zu einem Rodeo-Ritt wurden. Ich bin beeindruckt, wie sie das hinbekommen hat, denn wir segeln erst seit einem Jahr zusammen“, berichtete Gäbler.

Ebenso überraschend wie das Gold für Ehepaar Gäbler war Bronze für die Sach-Brüder, die vor Jahren auf den etwas kleineren Formula-18-Kat umgestiegen sind und nun den Tornado ohne vorheriges Training direkt aus dem Lager ins Wasser schoben. Auf ihrem Hausrevier mussten sie sich erst wieder auf das ehemalige Olympia-Boot einstellen. „Außerdem hatten wir noch einige kleine Arbeiten an dem Boot zu erledigen. Wir bekamen die Kiste im Laufe der Tage zwar immer besser in den Griff, aber es war eben noch nicht gut genug. Roland ist stark gesegelt, und wir haben ein paar Fehler gemacht“, berichtete Steuermann Helge Sach. Ein Patzer mit Platz zehn zum Start in den letzten Regattatag brachte die Zarnekauer Brüder um alle Titelchancen, die Australier Brett Burvill/Ryan Duffield hielten sie im Kampf um die Bronzemedaille aber deutlich auf Distanz.

Neben den Tornados beendeten am Mittwoch auch die Musto Performance Skiffs ihre Travemünder Woche. Hier gab es einen schleswig-holsteinischen Doppel-Erfolg. Iver Ahlmann aus Büdelsdorf siegte vor Julian Ramm (Kiel).

Währenddessen starteten die Hobies in die zweite Hälfte ihrer Multi Europeans. Nachdem am Dienstagabend die Sieger und Medaillengewinner in sieben Disziplinen während einer rauschenden Party an Travemündes Grünstrand feierlich geehrt wurden, begannen am Mittwoch die Nachwuchs-Kat-Segler auf dem Dragoon mit ihrer Meisterschaft. Daneben gingen auch noch die Einhand-Segler auf dem Hobie 14 und die mit mehr als 100.000 Booten größte Kat-Klasse der Welt, die Hobie 16 in der offenen Wertung, ins Rennen. Nach zwei Wettfahrten führen bei den Dragoon die Niederländer Thomas Schouten/Esther Hillebrand.

Das Feld der Hobie 14 sieht nach drei Läufen Arnaud Thieme (Frankreich) an der Spitze. Und den Auftakt der Hobie-16-Konkurrenz gewannen Vincent Domand/Titovan Fafournoux (Frankreich). Die Athleten hatten trotz wiederholter Schauer einen langen Tag zu absolvieren und segelten bis in die Abendstunden. Ihre EM wird am Donnerstag fortgesetzt, wenn die Asso 99 ihren Euro Cup beenden. Acht Klassen werden ihre Travemünder Woche um 13 Uhr beginnen.
(Ende)


Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom fünften Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Mittwoch, 28. Juli)

Internationale und nationale Klassen

manroland Tornado-Weltmeisterschaft

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Roland und Nahid Gäbler (Tinglev) 12 Punkte; 2. Iordanis Paschalidis/Konstantine Trigonis (Griechenland) 13; 3. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 22; 4. Brett Burvill/Ryan Duffield (Australien) 36; 5. Veit Hemmeter/Moritz Rieger (Lindau) 39; 6. Nikolaos Mavros/Alexander Tagaropoulos (Griechenland) 45.

Musto Skiff
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Iver Ahlmann (Büdelsdorf) 13 Punkte; 2. Julian Ramm (Kiel) 14; 3. Paul Dijkstra (Niederlande) 28; 4. Thomas Kübler (Weil am Rhein) 29; 5. Erik Loeff (Niederlande) 39; 6. Martin Sattelkau (Berlin) 51.

Hobie Multi Europeans

Hobie 14
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Arnaud Thieme (Frankreich) 5 Punkte; 2. Broder Diedrichsen (Drochtersen) 8; 3. Jörg Stoltenberg (Hamburg) 8; 4. Niklas Martens (Trittau) 12; 5. Tanja Rindt (Hamburg) 14; 6. Martin Löpertz (Essen) 19.

Hobie Dragoon
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Thomas Schouten/Esther Hillebrand (Niederlande) 4 Punkte; 2. Jolann Neiras/Jaquues Rochefort (Frankreich) 5; 3. August Maene/Emilie Victor (Belgien) 8; 4. Teuntje van Es/Lotte van Ouwerkerk (Niederlande) 9; 5. Denise Hillebrand/Koen Dedel (Niederlande) 10; 6. Jordi Booth/Pau Dengra (Spanien) 13.

Hobie 16 Open
Gold-Flotte
1. Wettfahrt: 1. Vincent Domand/Titovan Fafournoux (Frankreich); 2. Adrian Orain/Olivier Kersuzan (Frankreich); 3. Francesco Porro/Luca Marsaglia (Italien); 4. Jerome le Gal/Marco Lazzetta (Frankreich); 5 Knud Jansen/Anke Delius (Kiel); 6. Cédric Bader/Nathalie Souquet (Frankreich).

Silber-Flotte
1. Wettfahrt: 1. Maxime Hillen/Cas van Oort (Niederlande) 1; 2. Mischa de Munck/Sanne van Hek (Niederlande); 3. Daniel Müller/Christian Winkel (Marpingen); 4. Silvia/Concutelli/Viola Monaci (Italien); 5. Bartek Janiszewski/Mariusz Kusmierski (Polen); 6. Philip Hendrickx/Gaétan Bols (Belgien).

Asso 99 Euro Cup
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Szabolcs Detre (Ungarn) 4 Punkte; 2. Tamás Vadnai (Ungarn) 5; 3. Luitpold von Bayern (Kaltenberg) 10; 4. Kevin Koch (München) 11; 5. Henning K. Neumann (Travemünde) 15; 6. Ivano Brighenti (Italien) 24.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Lübecks Uni-Präsident gewinnt Rotspon Cup

28.07.10 - TRAVEMÜNDE. Den harten Kampf um den Erhalt der Lübecker Universität hat er gewonnen und nun auch noch den Rotspon Cup der 121. Travemünder Woche (TW). Uni-Präsident Professor Peter Dominiak schlug am Mittwochmittag (28. Juli) bei seinem ersten Segeltörn überhaupt Bürgermeister und Mitstreiter Bernd Saxe im Matchrace-Duell Boot gegen Boot. 2:1 lautete der Endstand dieser Regatta wider den tierischen Ernst, die Saxe 2004 in Anlehnung an die Entstehung der Travemünder Woche im Jahr 1888 wiederbelebt hatte. TW-Hauptveranstalter Lübecker Yacht-Club (LYC) hatte für den Showdown auf der Trave zwei Drachen mobilisiert, ein ehemals olympisches Boot, das heute wegen seiner prominenten Eigner gerne als Königklasse bezeichnet wird. „Ein großer Spaß nach anstrengenden Wochen für unser gemeinsames Ziel“, waren sich Gewinner und Unterlegener einig, dass es eigentlich nur Sieger gegeben hat.

Um 12.51 Uhr reckte Dominiak den rechten Daumen in die Höhe, gerade so als sei die medizinische Uni-Fakultät genau in diesem Moment endgültig gerettet worden. „Ich kämpfe für die Uni Lübeck“ stand auf seinem gelben T-Shirt – und das hat er Seite an Seite mit dem Bürgermeister getan. Auch auf dem Wasser, wo Saxe nach verhaltenem Start mit Skipperin Tanja Stemmler-Jacobs und dem scheidenden Organisationsleiter der Travemünder Woche, Claus-Dieter Stolze, 1:0 in Führung ging.

Doch Rumpf an Rumpf kämpfte sich der Professor mit Bootseigner Horst Ströh und Rüdiger Karsten als Crew im zweiten Lauf am Gastgeber vorbei, der die beiden Jahre zuvor gegen Hamburgs Ersten Bürgermeister Ole von Beust verloren hatte. Nach dem Ausgleich zum 1:1 gab es an Bord des dunkelblauen Drachen für jeden einen Schluck Sherry und die notwendige Motivation, auch das Finale für sich zu entscheiden. „Ich habe alles getan, was meine Mannschaft mir gesagt hat zu tun“, erklärte Dominiak seine einfache, aber erfolgreiche Taktik, nachdem er am Ende rund hundert Meter vor dem Verwaltungschef der Hansestadt die Ziellinie an der Überseebrücke 1 überquerte.

„Nun werde ich Segeln lernen“, versprach der gebürtige Darmstädter – vielleicht am Sportzentrum der Uni an der Wakenitz oder beim LYC am gleichen Gewässer. Dessen Vorsitzender und Rotspon Cup-Wettfahrtleiter Andreas Stülcken jedenfalls hält ein Aufnahmeformular bereit. Erst einmal gab es jedoch den verdienten Lohn: Eine Sechs-Liter-Flasche Lübecker Rotspon, jener in Lübecker Eichenfässern gereifter Bordeaux-Rotwein aus dem Hause „von Melle“, den Thomas Timm als Vertriebsdirektor Firmenkunden der Sparkasse zu Lübeck als Sponsor des Rotspon Cups und Unterstützer der Travemünder Woche übergab. „Den trinken wir gemeinsam – in der Mensa – wenn die Universität endgültig gerettet ist“, bestimmte der Beschenkte.

„Ich bin ausgesprochen optimistisch, dass unsere Zukunft gesichert ist“, sagte Peter Dominiak, „aber es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Die finanzielle Not des Landes Schleswig-Holstein bleibe wohl auf Jahre akut. Der Rettungsanker: Lübeck könnte eine Stiftungsuniversität werden. „Jetzt wird das Kleingedruckte gelesen“, meinte auch Bernd Saxe, „aber wir haben im Moment keinen Grund, am Fortbestand zu zweifeln.“ Wen er 2011 zum achten Rotspon Cup auf die 122. Travemünder Woche einlädt, ließ der Verwaltungschef noch offen. Aber eine Neuauflage solle es auf jeden Fall geben.

Bis zur Halbzeit der 121. Travemünder Woche waren schon mehr als eine halbe Million Besucher an die Travemündung gekommen. Nach der Classic Night am Dienstag mit einer bezaubernden bengalischen Feuershow dürfen sich die Gäste auf weitere Höhepunkte freuen. Dazu gehören neben den beiden Höhenfeuerwerken am Mittwoch und Abschlusssonntag (1. August) die Auftritte von United Four (Mittwoch) und Julia Neigel & Edo Zanki am Donnerstagabend auf der Festivalbühne im Brügmanngarten. Die Travemünder Woche ist täglich von 10 Uhr bis Mitternacht in Gange, am Freitag und Sonnabend sogar eine Stunde länger.

Dienstag, 27. Juli 2010

Mit dem iPhone-App mobil zur Schifferpatentprüfung

27.07.10 - (IBN) Mit der iPhone Applikation "Bodensee-Schifferpatent Prüfungstrainer" trainieren Sie die Prüfungsfragen für das Bodensee-Schifferpatent wo immer Sie wollen und wann Sie gerade Zeit und Lust haben.

Egal ob Kat. "D" für Segelboot, "A" für Motorboot oder das Hochrheinpatent. Sie wählen die Kategorie, die Sie üben möchten. Die Fragen werden, genau wie in der Prüfung, im Multiple-Choice-Verfahren gestellt und immer wieder neu per Zufall ausgewählt. Die Statistik zeigt den individuellen Lernfortschritt und informiert Sie darüber, was Sie schon können und was Sie noch üben sollten.

Das Programm kann aus dem App Store heruntergeladen werden und kostet 4,99 €.

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TW-Hattrick für Jan Kurfeld im Finn

27.07.10 - Kein Wind und keine Wettfahrten am Dienstag / Hobies begeistert

TRAVEMÜNDE. Für 13 Bootsklassen nahm die 121. Travemünder Woche am Dienstag (28. Juli) ein abruptes Ende. Mangels Wind erklärte Walter Mielke als oberster Wettfahrtleiter schon mittags den Abschluss der Regatta. Im olympischen Finn-Dinghy durfte sich der Warnemünder Jan Kurfeld als glücklicher Sieger über den punktgleichen Polen Piotr Kula feiern lassen. Bei den ebenfalls olympischen 470ern dominierten die Weißrussen Daniil Adzintsov/Kiryl Meyer und siegten vor Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff aus Langenfeld. Und in den weiteren sieben Klassen, die am Dienstag (27. Juli) um 13 Uhr zur Siegerehrung gerufen wurden, durften vier weitere deutsche Crews die größten Pokale abholen. Für die Hobie-Katamarane gab es in sieben Disziplinen EM-Trophäen.

Für Jan Kurfeld war die Absage weiterer Wettfahrten angesichts der glatten See die richtige Entscheidung: „Ich wäre gern noch weiter gesegelt, aber für die Flaute kann keiner was. Und die Wettfahrtleitung hat mit ihren Einschätzungen in diesen Tagen stets richtig gelegen“, sagte der 22-Jährige, der sich nach den Erfolgen in 2008 und 2009 über den TW-Hattrick freuen durfte: „Das war das Ziel. Jetzt kann ich zuversichtlich in die WM Ende August gehen. Ich habe hier ein neues Segel getestet und war sehr zufrieden mit dem Speed. Das WM-Ziel ist jetzt eine Top-16-Platzierung, um das B-Kader-Kriterium des Deutschen Segler-Verbands zu erfüllen“, sagte Kurfeld, der ebenso wie Piotr Kula vier Tagessiege und drei zweite Plätze in die Wertung einbrachte, im Streichresultat aber besser war als der Pole.

Komplett einverstanden mit der frühen Entscheidung über das Regatta-Ende waren auch die 470er. „Es sah nicht nach Wind aus, und am Abschlusstag ist immer mehr Zeitdruck“, sagte Jan-Philipp Hofmann, der sich mit Vorschoter Felix Brockerhoff trotz eines mäßigen dritten Wettkampftages noch auf Platz zwei hinter den Weißrussen rettete. „Am Montag haben wir einen Start verpatzt und im zweiten Rennen auch noch einen Penalty kassiert, dadurch wurde es mit Platz zwei noch einmal eng“, erklärte Hofmann.

Ein begeistertes Zwischen-Resümee der Multi Europeans zog der europäische Klassenpräsident der Hobie Cats, Fritz-Rüdiger Klocke (Flensburg). Während am Dienstag die Titel in vier Disziplinen (drei waren schon Sonntag entschieden) vergeben wurden, gehen die Hobie 14, Hobie Dragoon und Hobie 16 ab Mittwoch (28. Juli) in ihre Titelrennen. „Wir sind rundum glücklich. Insgesamt haben wir in diesen Tagen 259 Meldungen. Das ist neuer Rekord. Und der Event läuft perfekt – angefangen vom Gelände an Land bis zu den Wettfahrten auf dem Wasser. An drei Tagen hatten wir perfekte Segelbedingungen mit fairen Rennen, auch wenn es am Anfang für einige Athleten etwas hart war“, erklärte Klocke, der in den Klassen Tiger, Wildcat, FX-One und Hobie 16 Youth weitgehend die erwarteten Ergebnisse registrierte.

So setzten sich bei der neuen Hobie-Klasse, den Wildcats, die Italiener Vittorio Bissario/Lamberto Cesari überlegen gegen Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) und Daniel Paysen/Nico Heinrich (Hamburg) durch. Bei den Tigern hatten die favorisierten Niederländer Gerard Loos/Pieter van Ruitenburg die Rümpfe vorn. Hier sicherten Kai Wippersteg/René Bertheau (Bremen) den Bronzerang hinter den Belgiern Simon Rombaut/Lucas Becker. Eng wurde es bei den Einhand-Kats FX-One, bei denen der Spanier Marc Verdauger gegenüber David van Aart (Niederlande) und dem Lüdenscheider Harald Busch das bessere Ende für sich hatte. Und die Jugend-Klasse dominierten die Franzosen Benjamin Deguine/Benjamin Roulant mit ausschließlich ersten und zweiten Plätzen in der Wertung nach acht Rennen.

Für deutsche Siege in den internationalen Klassen sorgten Andreas Voigt (Potsdam) bei den Contendern, Niklas Steimann (Klein Rönnau) beim Euro-Cup der Int. Canoe Taifun, Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Frauendamm) bei den INT. 14 sowie die Berliner Axel Oberemm/Gerd Linnemann in der Korsar-Klasse.

Vergeblich auf Wind warteten auch die Tornados, die ihre manroland Weltmeisterschaft am Mittwoch beenden, sowie die Asso 99 mit ihrem bis Donnerstag andauernden Euro-Cup sowie die Musto Skiffs, die am Mittwoch ihren German-Open-Sieger proklamieren. Die Wettfahrten der 121. Travemünder Woche werden am Mittwoch um 11 Uhr fortgesetzt. Die Windvorhersage der WetterWelt Kiel verspricht eine mäßige West-Südwest-Brise.

TW: Kinder, Kinder – hier ist was zu erleben!

27.07.10 - Travemünder Woche bietet Spaß ohne Ende auch für die Kleinsten

TRAVEMÜNDE. Kinder wie die Wilden – so geht es jeden Tag auf der 121. Travemünder Woche bei den jungen und jüngsten Besucher der schönsten Segelregatta der Welt zu. Denn das Festival an Land bietet allerlei Kurzweil vom Bungeetrampolin bis zu lustigen Wasserspielen. Noch bis zum 1. August öffnet das 80.000 Quadratmeter große Eventgelände jeden Tag ab 10 Uhr seine Tore. Und die Erwachsenen freuen sich auf die Classic Night am Dienstagabend (27. Juli), den Rotspon Cup von Lübecks Bürgermeister Saxe am Mittwoch um 12 Uhr sowie das Höhenfeuerwerk nach dem zweiten TW-Auftritt der „Rinderband“ United Four am Abend des gleichen Tages.

Mit bunten Federn geschmückte „CITTIaner“ toben wieder ausgelassen durch den Brügmanngarten. Denn der CITTI-Park lockt die kleinsten und die nicht mehr ganz so kleinen Besucher der Travemünder Woche mit zahlreichen kostenlosen Spielattraktionen. Auf der großen Wiese zwischen den Hotels Maritim und Columbia werden Kindergesichter fantasievoll geschmückt, erklimmen jugendliche Himmelsstürmer gut gesichert die fünf Meter hohe Kletterwand und springen Mutige auf einem fünffachen Bungeetrampolin hoch hinaus – mit oder ohne Salto. Auf der Riesenwelle CITTIwave wird „trocken gesurft“.

Lukas und Florian aus Travemünde nutzen ihre Sommerferien, um möglichst oft herzukommen. Sie sind elf und 13 Jahre alt, Nachbarn, und kommen mit dem Fahrrad, um den CITTI-Park so richtig auszukosten. Florian vergnügt sich am liebsten beim Fußball. Mit der aufblasbaren Riesentorwand, dem Goalkeeper, macht das Nachspielen der jüngst abgeschlossenen Weltmeisterschaft so richtig Spaß: Nachwuchstorwarte können sich auf dem großen Luftpolster nach Herzenslust dem Ball hinterher schmeißen, und es tut garantiert nicht weh. Schnell formieren sich die kleinen Torschützen in Schlangen, um der Reihe nach zum Einsatz zu kommen. Der Regel nach hat jeder drei Schuss, und die Minikicker passen gut auf, dass sie auch eingehalten wird.

Mit den Eltern über die Festivalmeile zu schlendern, bringt jede Menge Spaß. Nicht nur die vielen Stände mit Naschis, Softeis und heißen Leckereien wie mit Schokosoße gefüllten Crepes machen einen Rundgang zum Genuss. Es darf auch schon mal in die Welt der Großen hinein geschnuppert werden, zum Beispiel im Seglervillage in der Autostadt von Volkswagen, einem Hauptpartner der Travemünder Woche.

An der Strandpromenade sind waschechte Indianer in vollem Federschmuck zu bewundern; und gleich daneben sorgen die Fontänen auf der Zuwegung bei Bedarf für eine kleine Abkühlung mit Nervenkitzel: Aus welchem Loch wird denn wohl im nächsten Moment das Wasser herausschießen? Ähnlich spannend finden die Kleinen (und Großen) die „silbernen Männer“ der Pantomime, die an der Trave- und an der Strandpromenade ihren Schabernack mit dem Publikum treiben, nämlich sich genau dann bewegen, wenn keiner damit rechnet. Gemeinsam mit vielen anderen Kleinkünstlern sorgen sie für Überraschung, Spaß und Abwechslung.

Klassische Kindervergnügen locken noch näher am Strand: Das Kinderkarussell an der Nordermole und gleich daneben der beliebte Piratenspielplatz. Neu sind dagegen die großen „Wasserballons“, in denen die Lütten trocken und geschützt übers Bassinwasser kugeln. Kleine Leser und Zuschauer dürfen sich auf den zweiten Kindertag im LN+NDR-Medienzelt am Sonntag (1. August) von 11 bis 15 Uhr freuen. Neben Spaß mit großen Wasserbällen stehen hier Kinderschminken und Spiele mit dem Zoo Rostock auf dem Programm, Clown Maxi Knop zeigt Tricks und Gags, und das Mittagessen bereiten sich die kleinen Gäste an diesem Tag wieder selbst zu: Sie belegen sich ihre eigene Pizza, gern auch mit Gummibärchen.

Für die Kinder, die während der Classic Night mit bengalischer Feuershow (Dienstag, 19 bis 23 Uhr) in der Lübzer Beach Area und zum Höhenfeuerwerk am Mittwoch um viertel vor Elf abends schon schlafen, gibt es zum Abschluss eines aufregenden TW-Tages dennoch ein besonderes „Betthupferl“: Jeden Abend um 18.30 Uhr im CITTI-Park eine Kinder-Disco, die mit einem Kinderfeuerwerk endet.

UHLDINGEN-MÜHLHOFEN

27.07.10 - Wapo/Den Yamaha-Außenbordmotor im Wert von rund 800 Euro haben unbekannte Täter im Zeitraum zwischen dem 18 und 24. Juli von einem im Franz- Geiger-Hafen liegenden Segelboot gestohlen. Ob die Unbekannten den Tatort durch Überklettern der Umzäunung oder von der Seeseite her betraten, konnte bislang nicht geklärt werden. Vermutlich handelt es sich bei den Unbekannten um dieselben Täter, die bereits in der Nacht zum 19. Juli einen Außenbordmotor im Meersburger Hafen entwendeten.

Personen, die Hinweise zu den unbekannten Tätern oder dem Verbleib ihrer Beute geben können, werden gebeten, sich mit der Wasserschutzpolizei Überlingen, Tel. 07551/949590, in Verbindung zu setzen.