Dienstag, 21. Juli 2009

Flotte Veteranen und die Abwrackprämie

21.07.09 - Die Sailzeit ist Jubiläumszeit und bietet auch 2009 Gelegenheit, gleich mehrere Ständchen zum 100. Geburtstag anzustimmen. In diesem Jahr betrifft das die Galeasse „Amazone“, das Plattbodenschiff „Fortuna“ und den Klipper „Sigandor“, die alle unter deutscher Flagge segeln.

Auch bei anderen flotten Veteranen, die insbesondere unter Segeln ihre ungebrochene Vitalität ausleben, lohnt es sich, mit dem einen oder anderen Skipper bei einem Mitsegeltörn oder an der Kaikante ins Gespräch zu kommen und sich die bewegten Geschichten zwischen Glanzzeiten, Schiffsfriedhof und Wiederauferstehung erzählen zu lassen. Zum Beispiel über den Haikutter „Hansine“, der 111 Jahre unter dem Kiel hat. Oder die beiden ältesten Schif­fe der Sail, die Nordische Jagt „Norden“, Baujahr 1870, und die Gaffelketsch „Atlantic“, Baujahr 1871.

Ein rundes Jubiläum feiert auch der Finkenwerder Hochseekutter „Landrath Küster“, der 1889 gebaut wurde. Kurz nach seinem 80. Geburtstag im Jahre 1970 war der Kutter schon auf dem Weg zum Schiffsfriedhof, weil für ihn im Zuge der Kapazitätsanpassung in der Erwerbsfischerei eine Abwrackprämie gezahlt wurde. Zum Glück hat sie damals nicht gegriffen.

Berühmte Globetrotter zu Gast: „Sedov“ und „Mir“
Jede Hafenstadt ist glücklich, zu ihren maritimen Großereignissen diese Großsegler empfangen zu dürfen: „Sedov“ und „Mir“ - die großen Russen sind berühmte Globetrotter und Schiffe der Superlative. Die Viermastbark „Sedov“ ist der größte traditionelle Windjammer der Welt: 4192 Quadratmeter Segelfläche. Höhe des Großmastes: 54,50 Meter - Kirchturmdimension einer Kleinstadt. Schiffslänge: 117, 50 Meter. Zur 19 Hanse Sail wird das Schiff in Warnemünde liegen.
1921 in der damaligen Germania-Werft in Kiel als „Kommodore Johnson“ getauft, hat die gewaltige Bark schon als Frachtensegler glanzvolle Zeiten internationaler Schifffahrtsgeschichte erlebt.

In der Bordchronik wird von den Salpeterfahrten zwischen Chile und Europa ebenso erzählt, wie von Reisen mit Weizen von Australien in die „alte Welt“. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm die Sowjetunion das Schiff als Reparationsleistung. Seit 1952 steht an Bug und Heck „Sedov“; zu Ehren des Polarforschers Georgij J. Sedov, der 1911 in der Arktis umkam. Die „Sedov“ ist weltweit im Auftrag der Technischen Universität Murmansk unterwegs. An Bord werden Nautiker und technische Offiziere für die Handels- und Fischereiflotte Russland ausgebildet. Um die enormen Kosten für die Erhaltung aufzubringen, nimmt „das Ausnahmeschiff“ Passagiere bzw. Trainees an Bord, die traditionelle Seemannschaft erleben oder auch erlernen können.

Die „Mir“ wurde einmal die „Königin der Weltmeere“ genannt. Zweifellos eine junge Monarchin, denn vor nur 22 Jahren lief das Vollschiff in Gdansk vom Stapel: 109 Meter lang, 26 Segel mit insgesamt 2771 Quadratmetern „Tuch“ am Wind; alle drei Masten suchen mit stattlichen 49,50 Metern den Kontakt zum Himmel. Die „Mir“ ist schnell, sehr schnell sogar. Diese Tatsache erhob sie bei Fachleuten und Medien in den „Adelsstand“. Das Schiff gewann viele Transatlantik-Regatten, wie zum Beispiel das „Grand Kolumbus Race“ von Europa nach New York. Auch die „Mir“ ist ein Schulschiff. Sie fährt mit Kadetten über die Weltmeere, die nach dem Patent an der Marineakademie „Admiral Makarov“ in St. Petersburg, auf der Brücke oder im Maschinenraum für Seeschiffe der russischen Flotten Verantwortung übernehmen werden. Passagiere und Amateur-Sailors sind auch auf diesem Großsegler willkommen. Auf der Hanse Sail hat die „Mir“ am Sonntag, dem 9. August, noch Plätze zum Mitsegeln frei.

Hanse Sail hautnah erleben
Von Land bietet die Hanse Sail mit ihren über 230 Teilnehmerschiffen ein faszinierendes Bild. Wer das maritime Spektakel einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, sollte sich an Bord begeben. Freie Plätze zum Mitsegeln oder Mitfliegen vermittelt die Tall-Ship Buchungszentrale (0381-208 52 26).

Anders als bisher verlautbart starten die Wasserflugzeuge der Firma Clipper Aviation nun doch wie in den letzten Jahren aus dem Rostocker Fischereihafen. An Bord einer „de Havilland DHC-2 Beaver“ erhalten die Fluggäste einzigartige Eindrücke von der Hanse Sail Kulisse aus der Luft.

Auf dem Wasser ist das Flair der der historischen Seefahrt hautnah zu erleben. Ein unvergessliches Segelerlebnis bietet Ihnen die niederländische Brigg „Morgenster“. Das 49 Meter lange Schiff hat noch freie Plätze für seine Ausfahrt am Sonntag, dem 9. August, von 10 bis 16 Uhr. Unter beeindruckende 1.033 Quadratmeter Segelfläche lädt die Crew der „Eendracht“ am Donnerstag, dem 6. August, von 19 bis 23 Uhr, und am Sonntag, dem 9. August, von 19 bis 23 Uhr ein.

Tall-Ship Buchungszentrale: 0381-208 52 26, tallshipbooking@gmx.de, www.hansesail.com.

Antenne-MV feiert den Sommer mit heißen Acts
Ein fester Bestandteil des musikalischen Unterhaltungsrepertoires der Hanse Sail ist auch in diesem Jahr das Bühnenprogramm des Radiosenders Antenne-MV. Am Freitag und Samstag während der Sail sorgen auf der Bühne am Speicher Hits der 80er und 90er, Live-Auftritte von Monrose, Anna-Maria Zimmermann und Biba & die Butzemänner für ausgelassene Stimmung. Durch das Programm geleitet der Moderator Ecco Weber.

Monrose, das sind Senna, Mandy und Bahar. Gemeinsam sind sie eine der erfolgreichsten deutschen Girlbands, die im Jahr 2006 bei der Casting-Show „Popstars“ zusammenfanden und seitdem mit Hits wie „Shame“ und „Hot summer“ die Charts stürmen. Thüringens erfolgreichste Party-Rock-Band Biba & die Butzemänner werden auf der 19. Hanse Sail mit Witz, Charme und natürlich musikalischem Können begeistern.

Zudem feiert der erste private Radiosender des Bundeslandes sein 16-jähriges Bestehen. Das sind 16 Sommer voller Hits. Im Rahmen dieses Jubiläums präsentiert Antenne-MV das Sommerhitfinale mit Bands wie Passion Fruit (Leticia), Alcazar und Buddy. Am Abend des Sail-Freitags wartet darüber hinaus um 23.40 Uhr auf der Bühne eine Lasershow, die den Stadthafen erhellen wird.

Maritime Ausstellungen während der Hanse Sail
Während der Hanse Sail gibt es für Gäste und Einheimische verschiedene Ausstellungen zu sehen. Eine Tour durch die Ausstellungslandschaft der Hansestadt bietet den Besuchern allerorts maritime Fotografien und Bilder. Fotografien zum Thema „Rostocks Hanse und Meeresansichten“ sind in der kleinen Galerie im Hafenhaus zu sehen. Auch im Kröpeliner-Tor-Center (KTC) stellt der Hanse-Sail-Verein maritime Aufnahmen aus, während es in der Nikolaikirche in Rostock eher „malerisch“ zugeht. „Kräne aus Rostock und Seeleute aus aller Welt“ ist hier das Thema.

Künstlerisch auf den Spuren des Partnerlandes der 19. Sail Dänemark kann die Tour im Kultur-historischem Museum Rostock, im Kloster zum Heiligen Kreuz, weitergehen. Dort wird eine Sammlung von Wolfgang Lührs unter dem Motto „Typisch Dänisch?“ – Landschaftsmalerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus Dänemark – zur Schau gestellt. Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Netzwerk Hanse – Handel, Handelswege und kultureller Austausch im Ostseeraum“ wird im Rostocker Rathaus, in Verantwortung des Kulturhistorischen Museums Rostock, einen Einblick in die historischen Entwicklungen des Baltikums geben.

Am Sail-Samstag findet auf der „Likedeeler“ und dem Traditionsschiff ein Aktionstag zur Hanse Sail statt. Ferner informiert eine Ausstellung im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum im IGA Park zum Thema „Unruhige Erde – Naturgefahren und ihre Risiken“.

Die Hanse Sail Rostock gehört zu den weltweit größten Treffen von Traditionsseglern und Museumsschiffen. Seit 1991 findet das maritime Volksfest alljährlich am zweiten Augustwochenende statt. Rund 250 Teilnehmerschiffe bieten zusammen mit Kreuzlinern, Fähren und Schiffen der Marine eine lebendige maritime Weltausstellung. Jährlich besuchen über eine Million Menschen die Hanse Sail.


Die „Mir“ – ein Schiff der Superlative“ – hat bei der Hanse Sail noch Plätze zum Mitsegeln frei.
Foto: Transnautic

Uhldinger Hafenfest 2009 - 25./26. Juli

21.07.09 - Auch in diesem Jahr erwartet Sie ein abwechslungsreiches Festprogramm.

Höhepunkt bilden am Samstag, 25. Juli die Schrottregatta, die wohl verrückteste Regatta am Bodensee und das traditionelle Feuerwerk am Samstagabend. Teilnehmerliste >

Programm >

Alinghi 5 segelt zum ersten Mal auf dem Genfersee

21.07.09 - Le Bouveret, Schweiz - Der Schweizer America's-Cup-Defender Alinghi hisste gestern auf dem Genfersee zum ersten Mal die Segel auf dem neuen riesigen Katamaran Alinghi 5. Der 90-Fuss-Mehrrümpfer wurde gestern Mittag von mehreren Hundert Zuschauern mit Applaus vom Dock in Le Bouveret zur Jungfernfahrt verabschiedet.

Murray Jones, der die anfänglichen Trials auf dem riesigen Mehrrümpfer durchführt, der einen ersten Schritt im Entwicklungsprozess hinsichtlich des 33. America's Cup bedeutet, gab seinen Kommentar zu einem guten ersten Tag auf dem Wasser ab: “Wir sind heute Vormittag mit einer Liste von Zielen losgefahren, durch die wir uns hindurcharbeiten wollten: wir wollten das Boot testen, die Struktur beobachten, einige Manöver durchführen und schauen, ob alle Segel funktionieren und alles ging ziemlich gut; wir konnten praktisch alles abstreichen. Es gibt auf dem Boot viele Systeme, die kompliziert und neu sind, aber es war fantastisch. Das Boot ist ein Tribut an die Designer und Bootsbauer. Ein Boot von dieser Komplexität abzuliefern, das am ersten Tag schon so gut funktioniert, ist beeindruckend, sehr beeindruckend.”

Grant Simmer, der Koordinator des Designteams, beobachtete das Training von einem aufblasbaren Begleitboot aus: “Es war ein guter Tag, wir hatten eine Liste mit Dingen, die wir abstreichen wollten und wir haben langsam und vorsichtig angefangen und haben bis zum Ende des Tages praktisch alle Ziele erreicht. Es war aufregend, das Boot das erste Mal beim Segeln zu sehen, nach all dieser Zeit mit Design, Bootsbau und Segelmacherei; dass wir gesehen haben, wie alle diese Teile zusammenkommen und dass die Maschine funktioniert, ist grossartig! Wir freuen uns schon auf Morgen.”

Montag, 20. Juli 2009

Bürgermeisterduell auf der Trave

20.07.09 - TRAVEMÜNDE. Ist das Ostseebad Travemünde ohnehin jederzeit einen Ausflug wert, so gilt das erst Recht zur Travemünder Woche. Wer den „politischen Höhepunkt“ der 120. Auflage der zweitgrößten Segelveranstaltung der Welt live miterleben möchte, sollte den Dienstag (21. Juli) für einen Besuch des großen Festivals an der Travemündung aussuchen, denn dann darf er einen „Segeltag“ der besonderen Art erwarten. Von 12 bis 14 Uhr wird der Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe den Rotspon-Cup gegen seinen Hamburger Kollegen Ole von Beust herausfordern, der den prestigeträchtigen Preis – eine Sechs-Liter-Flasche des Lübecker Rotweins – im Vorjahr an die Elbe entführte.

Die beiden Kontrahenten segeln auf Booten vom Typ Skippi 750 dicht vor den Augen des Publikums auf der Trave. Start- und Ziellinie werden vor der Überseebrücke 1 auslegt. Zuschauer können den Zweikampf der beiden Hansestadt-Bosse daher am besten von der Travepromenade aus verfolgen. Damit auch eingefleischte „Landratten“ nachvollziehen, welche Dramatik sich vor der Kulisse von Deutschlands ältestem Leuchtturm und der altehrwürdigen Viermastbark „Passat“ abspielt, wird das Duell von Maike Jäger und Gert Girschkowski launisch kommentiert. Nach dem Motto „best of three“ gewinnt der Bürgermeister, der als Erster zweimal den Bug vorne hat.

Nachdem Saxe im Vorjahr seinem Hamburger Pendant mit 1:2 unterlag, forderte er von Beust umgehend zur Revanche. Und der willigte ohne zu zögern ein. Von dieser Siegerflasche werden die Zuschauer zwar wohl keinen Tropfen abbekommen, doch hält das Wein-Carrée der Travemünder Woche-Festivalmeile ersatzweise eine reichhaltige Auswahl bereit. Neben vielen erstklassigen Tropfen deutscher und internationaler Weinhändler sowie eines Winzers ist auch das eine oder andere Fläschchen Rotspon am Wasserspiel der Strandpromenade darunter.

Wer sich vor oder nach einem ausführlichen Bummel über die Meile stärken und zugleich noch ein wenig Strandluft schnuppern möchte, kann dies im Sailors’ Beach Club nahe der Nordermole bei Kaffee und Kuchen mit allerbestem Ausblick auf die Ostsee tun. Oder wie wäre es zum Abschluss eines durch und durch maritim geprägten TW-Tags mit einem köstlichen Fischbrötchen oder Rösti mit Lachstartar aus dem Meer am Travepromenaden-Stand von Gosch? Tipp Nummer drei: Im Lübecker Traditionshaus Niederegger an der Vorderreihe auf ein Stückchen Marzipan oder einen Eisbecher herein schauen und ebenfalls mit Blick auf die Trave den dann längst entschiedenen Kampf um den Rotspon-Cup noch einmal Revue passieren lassen. Wer immer den Wettkampf und die „gläserne Trophäe“ in diesem Jahr gewinnen wird – den TW-Besuchern ist ein wunderbarer „Segeltag“ garantiert. Andreas Kling.

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TW-Favoriten trotzten stürmischen Böen

20.70.09 - TRAVEMÜNDE. Stürmische Böen reduzierten am Montag (20. Juli) das Regattaprogramm der 120. Travemünder Woche. Gegen Mittag zog die Regenfront einer Tiefdruckrinne über die Lübecker Bucht und zwang zum Abbruch aller Rennen. Bis dahin hatten sich in ein bis zwei Wettfahrten der meisten Bootsklassen die Favoriten durchgesetzt. Die manroland German Open der J/24 ging überraschend an die Hamburger Crew um Jan Hössermann. Im Euro Grand Prix der 18-Footer siegten die Berliner Philipp Nocke, Hauke Hand und Urs Wilfahrt. Georg Borkenstein und Eike Dietrich aus Krummwisch wurden überlegene Travemünder Woche-Gewinner der INT. 14.

„Gegen 13 Uhr spitzte sich die Lage zu“, berichtete der oberste Wettfahrtleiter Walter Mielke, „da drohte auf der Seebahn noch ein schweres Gewitter.“ Die laufende neunte Wettfahrt der J/24 wurde genauso abgebrochen wie die Rennen der Dyas und Trias. Als Vorschoter Hubert Lankes von der gekenterten Dyas seines Skippers Heinrich Wegge aus Gmund bereits abgeborgen war, stieg Wettfahrtleiter Svend Hartog aus Lübeck höchstpersönlich über und steuerte das in Seenot geratene Boot mit dem entkräfteten Eigner an Bord selbst nach Hause.

Auf der J/24 „Pantha Rhei“, was Altgriechisch ist und soviel wie „alles fließt“ heißt, floss wenig später Bier und Schampus. Denn die junge Mannschaft von Jan Hössermann (24) mit Bruder Sören (21), Lars Krivohlavek (22) sowie Johan Wilckens (19) und Ole Harde (21) feierte ihren ersten Triumph bei einer Meisterschaft. Platz zwei am Schlusstag unterstrich noch einmal die großartige Serie der Hamburger. „Wir haben für diese Saison mehr als sonst trainiert und ernten jetzt die Früchte“, freute sich der Skipper. Trotz eines Tagessiegs in der finalen Wettfahrt mussten sich die Topfavoriten der „Rotoman“ um den Kieler Steuermann Kai Mares mit „Bronze“ knapp hinter Manfred Königs Quintett der „Vitesse“ aus Hamburg begnügen.

Kurz vor halb zwei herrschte auf der Bahn Delta bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er in den Regenböen nur noch 100 Meter Sicht. Mielke: „Dort haben wir das sechste Rennen auch mittendrin abgebrochen, weil es einfach zu gefährlich wurde.“ Zu dem Zeitpunkt war die Ziellinie für die Kieler Boris Herrmann und Julien Kleiner schon wieder zum Greifen nahe. Der Weltumsegler und der amtierende Europameister hatten zuvor bereits die erste Wettfahrt gewonnen. „Aber hinter uns zog es komplett zu, so dass wir die Entscheidung der Regattaleitung voll und ganz mittragen“, sagte der 28-jährige Herrmann, der auf der „Beluga Racer“ mit Felix Oehme vom Lübecker Yacht-Club das Portimão Global Ocean Race gewonnen hatte. Die IDM-Führung eroberten der Hamburger Dietrich Scheder-Bieschin und Holger Jess aus Eckernförde trotz eines siebten Tagesrangs zurück, weil sie ihren Ausrutscher (22.) vom Vortag nun streichen durften.

Auf Bahn Bravo vor der mecklenburgischen Küste kämpften die Einmannjollen mit den Unbilden des Wetters. Lasersegler Andreas Berg aus Hamburg wurde an den Strand gespült und dort von Hilfskräften mit einem Quad abgeholt. Contendersegler Michael Vonheiden aus Hannover bekam den Großbaum an den Kopf und ließ seine Platzwunde im Krankenhaus ambulant mit einigen Stichen nähen. Aber auch die Solidarität untereinander wurde groß geschrieben. Der Regensburger Ansgar Schneider kenterte seinen Laser freiwillig, um den Contender von Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder) aufzurichten, der sich bereits fix und fertig an den Rumpf klammerte. Um 15.09 Uhr meldete Walter Mielke erleichtert „alle Boote zurück in Travemünde“ und lobte die reibungslose Zusammenarbeit mit den Rettungskräften mit zuletzt dem Technischen Hilfswerk THW und der Wasserwacht.

An der Spitze des Laser-Klassements marschieren der Kieler Frithjof Schwerdt und der Russe Sergey Komissarov weiter im Gleichschritt. Jeder landete einen Tagessieg und einen zweiten Platz. Der Vorsprung des Deutschen verringerte sich aber um vier auf sechs Punkte, da Komissarov aufgrund des zweiten Streichresultats aufrückte. „Als ich erst vor ihm lag, habe ich ihn konsequent gedeckt“, so der 21-jährige, „wir beim Matchrace.“ Der Russe sei aber besonders bei dem starken Wind enorm schnell unterwegs und im Zweikampf um die „TW-Krone“ noch nicht abzuschreiben.

Auch der Warnemünder Jan Kurfeld zeigte sich von den frischen und stark böigen Winden unbeeindruckt und landete im Finn-Dinghy zwei weitere Tagessiege. „Das war jedoch viel knapper als es hinterher auf dem Papier aussieht“, so der 21-Jährige, „ich habe die Holländer immer erst gegen Ende überholt.“ In der Zwischenwertung folgen ihm Karel von Hellermond nun vier Punkte und Gert van der Heijden elf Punkte zurück.

Den Berlinern Stefan Schneider und Frank Thieme gelang im gemischten 470er-Feld durch die Tagesplätze drei und zwei der Sprung in die „Medaillenränge“, wobei den Russen Mikhail und Maxim Sheremetiev (2./1.) der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen sein dürfte. Sie führen klar von der dänischen Frauen-Crew Henriette Koch und Lene Sommer (6./3.).

Mann des Tages bei den PreWorlds der Contender war der Italiener Andrea Bonezzi, der nach seiner Verletzung am Vortag mit einer Zahnspange zum Tagessieg und Platz drei segelte. Er dürfte am Dienstag in der Tabelle ganz nach vorne springen, weil er seinen Ausfall vom Auftakt mit Verlust dreier Zähne dann streichen kann. Bis dahin ist der australische Meister Jono Neate noch das Maß aller Dinge. Er holte sich nach Rang vier den zweiten Tagessieg und baute den Vorsprung auf den Eutiner Jan von der Bank um einen auf vier Zähler aus. „Im zweiten Rennen waren die Bedingungen schon an der Grenze“, so der einheimische Weltmeister von 2005, „aber richtig haarig wurde es erst beim Einlaufen in die Hafeneinfahrt.“ In heftigen Böen knickten einige Contendermasten wie Streichhölzer.

Die Gesamtführung in der ehemaligen olympischen Tornado-Klasse verteidigten Roland und Nahid Gäbler, ohne am dritten Wettfahrttag überhaupt angetreten zu sein. Denn der mehrfache Welt- und Europameister wurde am Vormittag in Kiel als Teammitglied einer deutschen Extreme 40-Kampagne vorgestellt, die Ende August an gleicher Stelle am spektakulären iShares Cup der Großkatamarane teilnehmen soll. Die beiden verpassten Wettfahrten in Travemünde konnte das Ehepaar, das im dänischen Tinglev kurz hinter der Grenze zuhause ist, streichen und liegt vor dem Schlusstag am Dienstag (21. Juli) weiter auf Kurs zum Travemünder Woche-Sieg.


Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom dritten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Montag, 20. Juli)

Olympische Klassen

470er
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Mikhail und Maxim Sheremetiev (Russland) 7 Punkte; 2. Henriette Koch/Lene Sommer (Dänemark) 15; 3. Stefan Schneider/Frank Thieme (Berlin) 27; 4. Vitaliy Moshkovsyy/Sergii Polishchuk (Ukraine) 28; 5. Ekaterina Bessonova/Elena Khryukina (Russland) 40; 6. Martin Hauptmann/Timo Chorrosch (Berlin) 46.

Laser
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Frithjof Schwerdt (Kiel) 10 Punkte; 2. Sergey Komissarov (Russland) 16; 3. Maxim Semerkhanov (Russland) 20; 4. Oltmann Thyen (Kiel) 22; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 32; 6. Finn Hinzpeter (Lübeck) 39.

Finn Dinghy
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Warnemünde) 5 Punkte; 2. Karel von Hellemond (Niederlande) 9; 3. Gert van der Heijden (Niederlande) 16; 4. Ulli Kurfeld (Rostock) 16; 5. Dirk Meid (Mendig) 24; 6. Uwe Kinast (Emden) 33.

Internationale und nationale Klassen

18-Footer German Open / European Grand Prix
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Nocke/Hand/Wilfahrt (Berlin) 8 Punkte; 2. Peter/Berner/Lemmel (Berlin) 14; 3. Hagenmeyer/Höfle/Mannes (Utting) 15; 4. Korjahn/Eyb/Schön/Mester (Bistensee) 36.

INT. 14
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Krummwisch) 7 Punkte; 2. Oliver Voss/Jens Holscher (Mielkendorf) 10; 3. Axel Reinsch/Felix Weidling (Kiel) 16; 4. Carmen Bernitt/Oliver Holste (Flensburg) 24; 5. Mark Schürch/Edda Thiessen (Kiel) 31; 6. Dirk Rother/Jens Kulenkampff (Lübeck) 32.

Internationale Deutsche Meisterschaften der 505er
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Dietrich Scheder-Bieschin/Holger Jess (Hamburg/Eckernförde) 12 Punkte; 2. Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel) 15; 3. Lutz Stengel/Frank Feller (Rostock) 16; 4. Boris Herrmann/Julien Kleiner (Kiel) 19; 5. Michael Daisenberger/Bastian Henning (Penzberg) 21; 6. Christian Kellner/Hans-Heinrich Rix (Hechendorf) 22.

manroland J/24 German Open
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Jan Hössermann (Hamburg) 14 Punkte; 2. Manfred König (Hamburg) 19; 3. Kai Mares (Hamburg) 20; 4. Stefan Karsunke (Hamburg) 21; 5. Jan Kähler (Hamburg) 24; 6. Matthias Garzmann (Hannover) 37.

Contender Pre-Worlds
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Jono Neate (Australien) 9 Punkte; 2. Jan von der Bank (Eutin) 13; 3. Michele Benvenuti (Italien) 20; 4. Stuart Brown (Lübeck) 28; 5. Jörg Dannemann (Hamburg) 30; 6. Andreas Voigt (Jüterborg) 40.

Tornado
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Roland und Nahid Gaebler (Tinglev) 8 Punkte; 2. Sebastian Moser/Thomas Posch (Freiburg) 17; 3. Fridtjof Unger/Christian Busdiecker (Regensburg) 21; 4. Heiko Söhle/Thomas Noll (Lehrte) 34; 5. Zdenek und Jiri Pavlis (Tschechien) 36; 6. Andreas und Katharina Behem (Hamburg) 44.

Schwertzugvogel
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Henry Kopplin/Jörg Wenzel (Berlin) 7 Punkte; 2. Manfred Brändle/Michael Hotho (Wuppertal) 10; 3. Axel Fischer/Martina Stemmer (Talheim) 11; 4. Jens Rohpeter/Stephan Uden (Bremen) 27; 5. Christoph Trettin/Robin Nolte (Bad Malente) 28; 6. Ulrich Brach/Christoph Haussmann (Traben-Trarbach) 31.

Dyas
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Detlef Schweitzer/Norbert Schmidt (Rösrath) 8 Punkte; 2. Holger Sueße/Frank Bender (Köln) 10; 3. Günter Roland/Johannes Stricker (Großdeutschland) 17; 4. Peter Brandt/Regula Bärlocher (Schweiz) 22; 5. Lothar Schmidt/Ingo Günzel (München) 23; 6. Eckhard Meyer/Jörg Mürau (Ochsenfurth) 28.

Trias
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Strang/Strang/Sturm (Mülheim/Ruhr) 10 Punkte; 2. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Simmerath) 11; 3. Stamm/Gläser/Wadzack (Berlin) 16; 4. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 17; 5. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 22; 6. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 23.

Int. Canoe IC
Gesamtstand nach acht Wettfahrten: 1. Axel Bierwagen (Minden ) 13 Punkte; 2. Jan Stahl (Hildesheim) 16; 3. Roger Regitz (Berlin) 18; 4. Eckhardt Pagel (Buchholz) 19; 5. Anette Steimann (Klein Rönnau) 21; 6. Frederik Steimann (Klein Rönnau) 39.

Int. Canoe Taifun
Keine Wettfahrt

DSV olympisch aktuell

20.07.09 - Deutsche 49er-Flotte verpasst B-Kaderqualifikation knapp,aber Laser Radial-Steuerfrau Franziska Goltz steigt auf.

DSV (Hamburg). Des einen Freud war an diesem Segelwochenende des anderen Leid: Während Laser Radial-Steuerfrau Franziska Goltz aus Kiel bei der Offenen Europameisterschaft die Kriterien zur Aufnahme in den B-Kader des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) für 2010 erfüllte, segelte die deutsche 49er-Flotte unglücklich an der Norm vorbei.

Franziska Goltz hat vor Charlottenburg in Dänemark Platz 14 in der geschlossenen europäischen Wertung belegt. Weil die für den Sch weriner Segler-Verein (SSV) startende Athletin in diesem Jahr bereits im Vorwege gemeinsam mit ihrer Trainingsgruppe auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Japan verzichtet hatte, reichte ihr das gute Ergebnis bei der Europameisterschaft, um im kommenden Jahr in den B-Kader aufzusteigen. "Dieses erfreuliche Resultat ist für Franziska ganz sicher sehr motivierend", sagte die designierte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner (Hamburg).

Den Sieg bei der Offenen Europameisterschaft hatte sich bereits am Freitag US-Favoritin Paige Railey mit 42 Punkten gesichert. Neue Europameisterin ist die Kroatin Tina Mihelic (55.5 Punke). EM-Silber ging an die Französin Sarah Steyaert (58 Punkte) vor Bronzemedaillengewinnerin Alberte Lindberg (59 Punke) aus Dänemark. Sportstudentin Franziska Goltz war mit 95 Punkten souverän in die Top 20 gesegelt. Teamkameradin Lisa Fasselt aus Kiel, die für den Yachtclub Ruhrland Essen startet, belegte in der europäischen Wertung mit 129 Punkten Platz 22. Die Kielerin Anke Helbig vom Märkischen Seglerverein Beetzsee erreichte im Feld der insgesamt 96 Starterinnen mit 165 Punkten Platz 32 unter allen Europäerinnen.

Enttäuschung dagegen machte sich am Sonntag bei den Herren im italienischen Riva del Garda breit. Die so hoffnungsfroh und mit starken Resultaten in die Weltmeisterschaft gestarteten Flensburger 49er-Segler Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann konnten ihr selbst gestecktes Minimalziel auf dem Gardasee nicht erreichen. Das Duo fiel am letzten Tag auf Platz 18 zurück und verpasste dadurch die Erfüllung der Kriterien zur Aufnahme in den B-Kader des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) für 2010 um zwei Plätze.

Der 22 Jahre junge Steuermann Lennart Briesenick-Pudenz, der erst zum dritten Mal an einer Weltmeisterschaft teilnahm und zum ersten Mal die Goldflotte erreicht hat, sagte: "Die Enttäuschung ist bei uns beiden natürlich groß. Wir sind in der Goldflotte einfach nicht mit den starken Winden aus Norden zurecht gekommen. Dadurch haben wir unser Ziel Top 16 knapp um zwei Plätze verpasst. Wir werden die Regatta nun vernünftig auswerten und uns nach einer Pause auf die Europameisterschaft Anfang September im kroatischen Zadar vorbereiten. Dort verbleibt uns die Chance, ein Kaderkriterium zu erfüllen, wenn wir eine Medaille holen."

Trost gab es von Nadine Stegenwalner: "Die Mannschaft ist mit beeindruckenden Ergebnissen in die WM-Serie gestartet. Ich hatte eigentlich getippt, dass Sie den Sprung in den B-Kader schaffen. Schade, dass es nicht ganz geglückt ist, doch die beiden haben viel Potenzial und ich bin sicher, dass wir noch einiges von ihnen hören werden."

Die Mannschaft Leopold Fricke (Rimsting)/Lorenz Huber (Prien) vom Chiemsee Yacht Club segelte im Feld der 89 Teams aus 23 Nationen auf Platz 20. Für die größte Überraschung sorgte das Berliner Nachwuchsteam Erik Heil und Thomas Ploessel mit der Qualifikation für die Goldflotte der besten 25 der insgesamt 89 Crews aus 23 Nationen. Das junge Team vom Tegeler-Segel-Club beendete die Titelkämpfe auf Platz 23.

EUROPAMEISTERSCHAFT LASER RADIAL FRAUENCHARLOTTENBURG (DÄNEMARK)ENDERGEBNIS(Geschlossene europäische Wertung ohne Übersee-Teams)
1. Tina Mihelic (CRO); 55.5 Punkte
2. Sarah Steyaert (FRA); 58 Punkte
3. Alberte Lindberg (DEN); 59 Punkte
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14. Franziska Goltz (Kiel/Schweriner Segler-Verein); 95 Punkte
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22. Lisa Fasselt (Kiel/Yachtclub Ruhrland Essen); 129 Punkte
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32. Anke Helbig (Kiel/Märkischer Seglerverein Beetzsee); 165 Punke

WELTMEISTERSCHAFT 49ER MÄNNERRIVA DEL GARDA (ITALIEN)ENDERGEBNIS
1. Nathan Outteridge/Iain Jensen (AUS); 59 Punkte
2. John Pink/Rick Peacock (GBR); 74 Punkte
3. Pietro Sibello/Gianfranco Sibello (ITA ); 74 Punkte
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18. Lennart Briesenick-Pudenz/ Morten Massmann (Flensburg, Flensburger Segel-Club); 165 Punkte
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20. Leopold Fricke/Lorenz Huber (Rimsting/Prien, Chiemsee Yacht Club); 170 Punkte
...
23. Erik Heil/Thomas Ploessel (Berlin, Tegeler-Segel-Club); 175 Punkte

Schon eine Viertelmillion Besucher

20.07.09 - TRAVEMÜNDE. Das Auftaktwochenende der 120. Travemünder Woche verlief auch an Land überaus erfolgreich. Während die Segelwettfahrten der Aktiven aus insgesamt 20 Ländern bei mittleren Winde auf der Lübecker Bucht wie geplant über die Regattabahnen gingen, besuchten bis Sonntagnachmittag (19. Juli) bereits rund eine Viertelmillion Gäste das Jubiläumsfestival an Land. Ausgesprochen zufriedene Veranstalter, Aussteller und Ordnungshüter zogen eine positive Zwischenbilanz.

„Wir sind deutlich besser gestartet, als im vorigen Jahr“, resümierten Andreas Stülcken und Claus-Dieter Stolze von der TW-Organisationsleitung, seit der feierlichen Eröffnung mit dem Schirmherrn Peter Harry Carstensen als Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee als Ehrengast am Freitagabend (17. Juli) reiße der Besucherstrom nicht ab. Jung vergnügte sich vor allem im CITTI-Park der Spielemacher, und Alt bei Winzerwein und brasilianischer Caipiriña aus dem vielfältigen internationalen Gourmetangebot. Besonders positiv: Auch auf den Hot Spots der Jugendlichen zum Beispiel in der Holsten Beach Area am Strand blieb alles ruhig und friedlich. Im Fieber der Nacht zum Sonnabend gab es einen einzigen Rettungswageneinsatz.

Während die Feierlustigen aus nah und fern auf der Meile in Hochstimmung kamen, traf sich die TW-Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport beim traditionellen boot-Empfang auf der Viermastbark „Passat“, dem weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten und beliebten Wahrzeichen Travemündes. Die Messe Düsseldorf mit dem Vorsitzenden ihrer Geschäftsführung, Werner M. Dornscheidt, als langjähriger Hauptpartner der Travemünder Woche bewirtete nicht nur die 350 geladenen Gäste mit rustikalem Fisch- und Fleischbüffet sowie Altbier aus der Heimat vom Fass, sondern übergab auch einen 3.000-Euro-Scheck für den Verein „Rettet die Passat“.

In den Tagen vor der Eröffnung war das 80.000 Quadratmeter große Veranstaltungsgelände, das sich von der Bertlingstraße über die Strandpromenade an den Partnerhotels Columbia Casino und Maritim vorbei die Trave entlang bis zum Lübecker Yacht-Club und schließlich zur Trelleborgallee erstreckt, für das sportlich-fröhliche Segelfestival vorbereitet worden: 15 Kilometer Stromkabel und rund 5.000 Meter Wasserleitungen wurden zu den über 200 Ständen verlegt, damit der in diesem Jahr 17 Tage währende TW-Spaß am Wochenende starten konnte. Vor, während und nach der Großveranstaltung werden rund 10.000 Arbeitsstunden geleistet, wobei zwölf Mitarbeiter fast rund um die Uhr für die Koordination des Festivalprogramms der Travemünder im Einsatz sind.

„Diese großartige Veranstaltung auf die Beine zu stellen und für einen reibungslosen und sicheren Ablauf zu sorgen, wäre allerdings nicht möglich ohne die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort und den örtlichen Behörden“, ergänzt Uwe Bergmann, Inhaber des für das bunte Treiben an Land verantwortlichen Eventveranstalters uba (Uwe Bergmann Agentur). Nur eines haben die Organisationsprofis nicht hundertprozentig im Griff: „Das Wetter ist unsere größte Herausforderung“, schmunzelt Bergmann.

Doch auch in diesem Bereich gibt es Einflussmöglichkeiten. Zumindest Regen und Nebel entstehen während der Travemünder Woche auf Kommando, und zwar an beiden TW-Wochen montags bis sonnabends ab 22.40 Uhr, wenn die große Laser- und Pyroperformance die „Passat“ auf der Trave am Priwallufer in den Blickpunkt rückt. Für den als Projektionsfläche für die Laserstrahlen genutzten „Wasservorhang“ sorgt das Feuerlöschboot „Senator Emil Peters“ der Lübecker Berufsfeuerwehr, und die Nebelmaschinen der Effekttechniker um Mirco Lorkowski und Daniel Bruhne produzieren einen dramatischen Dunstschleier. Die Premiere der neuen Show „Duell der Elemente“ findet am Montag, dem 20. Juli statt.

Für das optische Spektakel zu nächtlicher Stunde könnten allerdings auch noch so viele Stromkabel nicht genügend „Saft“ vom Passathafen her liefern, wie für die Show benötigt werden. Die Performance (=Leistung) braucht einfach noch mehr Energie. Doch auch das Problem lösten die Veranstaltungsprofis: Es wurde ein eigenes Stromaggregat aufgebaut. „Wir machen auch Unmögliches möglich, damit die Schausteller unseren Besuchern ihr attraktives Programm bieten können“, so Uwe Bergmann abschließend. Andreas Kling.

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Schwerdt, Kurfeld und Russen dominieren

20.07.09 - TRAVEMÜNDE. Frithjof Schwerdt aus Kiel (Laser), der Warnemünder Jan Kurfeld (Finn Dinghy) und die russischen Brüder Mikhail und Maxim Sheremetiev dominieren nach dem Auftaktwochenende die olympischen Bootsklassen der 120. Travemünder Woche. Bei leichten bis mittleren Winden übernahmen die Rostocker Lutz Stengel und Frank Feller die Führung der Internationalen Deutschen 505er-Meisterschaft, während Jan Hössermanns J/24-Mannschaft bei den German Open die Spitze punktgleich vor Manfred König (beide Hamburg) verteidigte. Auch die ersten Gesamtgewinner standen am Sonntag (19. Juli) bereits fest: Der Stockelsdorfer Vorjahressieger Donald Beike lag im A-Cat erneut vorn. Außerdem entschieden die Seesegler den Ostsee-Cup der Dickschiffe.

„Ich kam am ersten Tag nicht optimal aus den Startlöchern, aber inzwischen läuft es wie geschmiert“, meinte Deutschlands größte Olympiahoffnung im Finn-Dinghy, der mit zwei Tagessiegen am Niederländer Karel von Hellermond vorbeizog. Jan Kurfeld, der ursprünglich aus Wismar kommt, hofft 2012 bei den Spielen im englischen Weymouth dabei zu sein und irgendwann in die Fußstapfen der nationalen Segellegenden Willy Kuhweide und Jochen Schümann als Goldmedaillengewinner zu treten.

Bis dahin ist es auch für Frithjof Schwerdt noch ein weiter Weg, zumal die nationale Laser-Spitze aufgrund einer Überschneidung im Regattakalender nicht vertreten ist. „Ich kann ja nur die schlagen, die hier sind“, meinte der 21-Jährige selbstbewusst. Auch ohne Tagessieg setzte er sich vom russischen Verfolger Sergey Komissarov deutlich ab, der nach sieben Rennen zehn Punkte Rückstand hat.

Das gemischte 470er-Feld wird weiter von ausländischen Aktiven dominiert. Hatten die Sheremetiev-Brüder am Vortag die Däninnen Henriette Koch und Lene Sommer noch einmal passieren lassen müssen, behielten sie am Sonntag dreimal den Bug vorn und führen nach dem Streicher der schlechtesten Einzelwettfahrt mit der „Idealnote null“ (vier Punkte). Das Frauen-Duo ist mit acht Zählern Zweiter. Beste Deutsche blieben Stefan Schneider und Frank Thieme aus Berlin als Fünfte (22).

Die PreWorlds (WM-Testregatta) der Contender sah einen blutenden Ex-Weltmeister Andrea Bonezzi aus Italien, der nach der ersten Wettfahrt in den Hafen geschleppt wurde. Er hatte sich bei einer unglücklichen Kenterung drei Zähne ausgeschlagen. Jan von der Bank, der 2005 die WM-Krone auf der Travemünder Woche holte, belegt hinter dem Australier Jono Neate Platz zwei. „Im zweiten Rennen gab es am Start eine Winddrehung um 30 Grad, so dass ich weghalsen musste“, berichtete der Kieler, „am Ende noch Fünfter zu werden, war im grünen Bereich.“

Stark löchrige Winde am Nachmittag würfelten das Feld der 505er-IDM gehörig durcheinander. Die Top-Crew des ersten Tags, Dietrich Scheder-Bieschin und Holger Jess (Hamburg/Eckernförde) erwischte es derb: Platz 22 im vierten Durchgang. „Der dritte Rang zu Tagesbeginn war viel ärgerlicher, weil wir schon überlegen geführt hatten“, kommentierte Vorschoter Jess. Das Gefühl kannten die Kieler Boris Herrmann und Julien Kleiner, denen der Trapezdraht riss und ein unfreiwilliges Bad in der Lübecker Bucht bescherte. „Das gehört auch dazu, auch wenn wie lieber schon mal unter die Top Drei gefahren wären“, sagte Weltumsegler Herrmann. In Gesamtklassement kletterten sie trotzdem auf vier.

Nicht viel besser erging es dem Feld der manroland J/24 German Open. In der siebten Wettfahrt hagelte es unter dem Spitzenmannschaften Ausrutscher. „Es war unheimlich schwierig, konstante Plätze zu segeln, weil es nicht nur Windlöcher, sondern auch -dreher und beides gleichzeitig gab“, erklärte der Hamburger Jan Hössermann. Mit seiner jungen Crew verteidigte er die Gesamtführung knapp und ist froh, sich das erste Mal auf einer Meisterschaft im Top-Trio festgesetzt zu haben. Das achte Rennen wurde schließlich in zunehmend irregulären Bedingungen abgebrochen und soll am Montag (20. Juli) nachgeholt werden.

Dann werden die Seesegler bereits bis zur Mittelstreckenregatta am Freitag (24. Juli) nach Grömitz pausieren. Die Ostsee Cup-Wertung der Kurzrennen gewannen die „Picaro“ von Georg Westphal aus Lübeck (OSC I), die Armin Balsers „Sisqua“ aus Frankfurt (OSC II), die Geesthachter „Tsunami“ von Lutz Puoplier (OSC III) sowie die „KalkEi“ des Rostockers Frank Schuberth (OSC IV) und die „patent3“ von und mit Jürgen Klinghardt aus Bremen (OSC V). Andreas Kling.

Ergebnisse vom zweiten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Sontag, 19. Juli)

Olympische Klassen

470er
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Mikhail Sheremetiev/Maxim Sheremetiev (Russland) 4 Punkte; 2. Henriette Koch/Lene Sommer (Dänemark) 8; 3. Vitaliy Moshkovsyy/Sergii Polishchuk (Ukraine) 17; 4. Ekaterina Bessonova/Elena Khryukina (Russland) 22; 5. Stefan Schneider/Frank Thieme (Berlin) 22; 6. Martin Hauptmann/Timo Chorrosch (Berlin) 28.

Laser
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Frithjof Schwerdt (Kiel) 10 Punkte; 2. Sergey Komissarov (Russland) 20; 3. Tobias Feuerherdt (Kiel) 25; 4. Finn Hinzpeter (Lübeck) 33; 5. Christian Engelke (Burgdorf) 34; 6. Maxim Semerkhanov (Russland) 36.

Finn Dinghy
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Warnemünde) 6 Punkte; 2. Karel von Hellemond (Niederlande) 7; 3. Gert van der Heijden (Niederlande) 15; 4. Ulli Kurfeld (Rostock) 16; 5. Dirk Meid (Mendig) 20; 6. Uwe Kinast (Emden) 26.

Internationale und nationale Klassen

A-Cat
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Donald Beike (Stockelsdorf) 11 Punkte; 2. Guido Schulte (Wismar) 15; 3. Lars Bunkenburg (Hamburg) 16; 4. Jörg Horn (Hamburg) 20; 5. Martin Hald (Dänemark) 23; 6. Thomas Paasch (Dänemark) 25.

Internationale Deutsche Meisterschaften der 505er
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Lutz Stengel/Frank Feller (Rostock) 21 Punkte; 2. Michael Daisenberger/Bastian Henning (Penzberg) 21; 3. Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel) 22; 4. Boris Herrmann/Julien Kleiner (Kiel) 25; 5. Dietrich Scheder Bieschin/Holger Jess (Hamburg/Eckernförde) 27; 6. Martin und Rainer Görge (Kiel) 29.

manroland J/24 German Open
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Jan Hössermann (Hamburg) 19 Punkte; 2. Manfred König (Hamburg) 19; 3. Stefan Karsunke (Hamburg) 21; 4. Jan Kähler (Hamburg) 27; 5. Kai Mares (Hamburg) 38; 6. Matthias Garzmann (Hannover) 44.

Contender Pre-Worlds
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Jono Neate (Australien) 4 Punkte; 2. Jan von der Bank (Kiel) 7; 3. Michele Benvenuti (Italien) 7; 4. Christoph Engel (Felde) 10; 5. Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder) 12; 6. Stuart Brown (Lübeck) 16.

18-Footer German Open / European Grand Prix
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Nocke/Hand/Wilfahrt (Berlin) 7 Punkte; 2. Hagenmeyer/Höfle/Mannes (Utting) 13; 3. Peter/Berner/Lemmel (Berlin) 13; 4. Korjahn/Eyb/Schön/Mester (Bistensee) 29.

Tornado
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Roland Gaebler/Nahid Gaebler (Dänemark) 6 Punkte; 2. Sebastian Moser/Thomas Posch (Freiburg) 16; 3. Fridtjof Unger/Christian Busdiecker (Regensburg) 20; 4. Heiko Söhle/Thomas Noll (Lehrte) 27; 5. Zdenek Pavlis/Jiri Pavlis (Tschechien) 31; 6. Dieter Maurer/Andrea Wendt (Siek) 44.

Int. Canoe IC
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Axel Bierwagen (Minden) 13 Punkte; 2. Jan Stahl (Hildesheim) 16; 3. Roger Regitz (Berlin) 18; 4. Eckhardt Pagel (Buchholz) 19; 5. Anette Steimann (Klein Rönnau) 21; 6. Frederik Steimann (Klein Rönnau) 39.

Int. Canoe Taifun
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Martin Droll (Lindow) 7 Punkte; 2. Claudius Junge (Schellhorn) 13; 3. Torben Kossel (Braunschweig) 18; 4. Niklas Steimann (Klein Rönnau) 19; 5. Johannes Meyer (Bremen) 34; 6. Andreas Steimann (Klein Rönnau) 39.

INT. 14
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Oliver Voss/Jens Holscher (Mielkendorf) 10 Punkte; 2. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Krummwisch) 11; 3. Axel Reinsch/Felix Weidling (Kiel) 16; 4. Carmen Bernitt/Oliver Holste (Flensburg) 26; 5. Mark Schürch/Edda Thiessen (Kiel) 32; 6. Dirk Rother/Jens Kulenkampff (Lübeck) 34.

Schwertzugvogel
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Henry Kopplin/Jörg Wenzel (Berlin) 6 Punkte; 2. Axel Fischer/Martina Stemmer (Talheim) 8; 3. Manfred Brändle/Michael Hotho (Wuppertal) 10; 4. Eckert Friedhoff/Meike Friedhoff (Steinhude) 21; 5. Christoph Trettin/Robin Nolte (Bad Malente) 25; 6. Jens Rohpeter/Stephan Uden (Bremen) 28.

Dyas
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Detlef Schweitzer/Norbert Schmidt (Rösrath) 7 Punkte; 2. Holger Sueße/Frank Bender (Köln) 8; 3. Peter Brandt/Regula Bärlocher (Schweiz) 12; 4. Günter Roland/Johannes Stricker (Großdeutschland) 13; 5. Lothar Schmidt/Ingo Günzel (München) 18; 6. Eckhard Meyer/Jörg Mürau (Ochsenfurth)
20.

Trias
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Strang/Strang/Sturm (Mülheim/Ruhr) 6 Punkte; 2. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Simmerath) 10; 3. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 11; 4. Stamm/Gläser/Wadzack (Berlin) 13; 5. Assheuer/Zeller/Matthäi (Köln) 16; 6. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 17.

Ostsee-Cup der Seesegler

OSC I
Endstand nach vier Wettfahrten: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 4 Punkte; 2. La Sorpresa (Lukas Schäfer/Hamburg) 8; 3. Tabaluga (Hans-Jürgen Stehen/Lübeck) 12.

OSC II
Endstand nach vier Wettfahrten: 1. Sisqua (Armin Balser/Frankfurt) 5 Punkte; 2. na und (Stefan Meining/Lübeck) 9; 3. Cala Ventinove (Brigitte Wenzel/Bremen) 13; 4. Flotte Lotte (Frank Hassler/Timmendorfer Strand) 15; 5. Tante Schmidt (Heiko Steppat/Husum) 18; 6. padedö Likedehler (Ralf Giercke/Lübeck) 25.

OSC III
Endstand nach vier Wettfahrten: 1. Tsunami (Lutz Pouplier/Geesthacht) 4 Punkte; 2. Makatea (Gerd Schneider/Lübeck) 8; 3. Ohlala (Katja Schmütsch/Heiligenhafen) 12; 4. NiC 2 (Clemens Reichert/Neustadt i.H.) 16.

OSC IV
Endstand nach vier Wettfahrten: 1. KalkEi (Frank Schuberth/Rostock) 4 Punkte; 2. JoJo (Fritz Schütt/Bas Schwartau) 10; 3. Hatifanatte (Arnd Ackermann/Lübeck) 15; 4. Jolågo (Ingo Gorodiski/Warnsdorf) 16; 5. Seebriese (Fred Maass/Bad Schwartau) 17.

OSC V
Endstand nach fünf Wettfahrten: 1. patent 3 (Jürgen Klinghardt/Bremen) 4 Punkte; 2. Havoc (Peter Thyen/Lübeck) 11; 3. Adamas (Jan Peters/Malente) 13; 4. OCK express (Jürgen Frommholz/Kiel) 14; 5. Ginko (Dirk Clasen/Wedel) 16; 6. Robinson (Holger Reppin/Lübeck) 21.

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Samstag, 18. Juli 2009

Ehepaar Gäbler gab sich keine Blöße

18.07.09 - TRAVEMÜNDE. Tornado-Champion Roland Gäbler und Frau Nahid sowie das 505er-Duo Dietrich Scheder-Bieschin und Holger Jess behielten am ersten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche weiße Westen. Dagegen prägten Frühstartdisqualifikationen der Favoriten am Sonnabend (18. Juli) den Auftakt der manroland J/24 German Open. Mäßige bis frische westliche Winde hatten die Hitze der Vorwoche vertrieben und sorgten auf sieben Bahnen für hervorragende Segelbedingungen.

„Wir waren sehr schlau unterwegs“, meinte der hochzufriedene Vorschoter Holger Jess aus Eckernförde nach zwei überlegenen Tagessiegen bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er. Und lobte seinen Hamburger Steuermann: „Das hätte Europameister Wolfgang Hunger nicht besser gemacht.“ Dabei waren die Spitzenreiter beinahe gekentert und musste sich die Führung zurückerobern. Auch ein gebrochener Spinnakerblock hielt sie nicht auf.

Zurück von der neunmonatigen Weltumseglung Portimão Global Ocean Race, das er mit dem Lübecker Felix Oehme gewonnen hatte, hielt Boris Herrmann erstmals wieder die 505er-Pinne in den Hand. Mit seinem Kieler Nachbarn Julien Kleiner, der mit Hunger im Juni die EM vor Kiel gewann, war er 2007 deutscher Meister und harmonierte wie vor zwei Jahren. Zwei sechste Plätze stimmten den 28-Jährigen froh: „Es geht auf Anhieb schon wieder ganz gut“, so Herrmann, der an Land sofort an Bord seiner Class40-Yacht „Beluga Racer“ stieg, die unter den staunenden Augen zahlreicher TW-Besucher an der Travepromenade festmachte.

Das vielleicht glücklichste Pärchen in ganz Travemünde waren wohl die Eheleute Roland und Nahid Gäbler, die in Tinglev an der deutsch-dänischen Grenze wohnen. Der dreimalige Tornado-Weltmeister und olympische Bronzemedaillengewinner von Sydney 2000 legte nach langer Verletzungspause mit seiner Frau drei lupenreine Tagessiege hin. „Das Knie hat gehalten und alles andere auch“, freute sich der Steuermann über sein gelungenes Comeback, „darauf können wir aufbauen.“

Als die seegehenden Schiffe schon um 11 Uhr als Erste zu ihrem Ostsee-Cup auf der Lübecker Bucht waren, verzog sich eine intensive Regenfront gerade. Wettfahrtleiter Jens Kath brachte drei hart umkämpfte Wettfahrten über die Bahn und erntete von den Teilnehmern viel Lob. „Bei mittleren Winde um 15 Knoten gab es packende Manöver und Positionskämpfe“, berichtete Kath.

Das international mit Frauen- und Männercrews gemischt besetzte Feld der olympischen 470er wird von den ausländischen Crews dominiert. Die russischen Brüder Mikhail und Maxim Sheremetiev ließen einem Tagessieg Platz zwei folgen und hielten die dänische Spitzenmannschaft mit Henriette Koch und Lene Sommer, die den zweiten Tagessieg verbuchten, um einen Zähler auf Distanz. Beste Deutsche sind Stefan Schneider und Frank Thieme aus Berlin als Vierte knapp hinter Vitaliy Mashkovsyy und Sergii Polishchuk (Ukraine).
In drei Laser-Rennen ungeschlagen blieb der Kieler Frithjof Schwerdt und hat vor dem Russen Sergey Komissarov schon vier Punkte Vorsprung. Die zweite olympische Einmannklasse Finn Dinghy sah die Wismarer Brüder Jan und Ulli Kurfeld auf der Jagd nach dem Niederländer Karel von Hellemond, der mit Tagessieg und Rang zwei den Bug insgesamt knapp vorne behielt.

Als die erfolgshungrigen J/24-Segler zu vorschnell wurden, verschärfte Wettfahrtleiter Svend Hartog die Startregeln und zog die „schwarze Flagge“. Prompt erwischte es in der dritten Wettfahrt die Top-Favoriten. Sowohl der Kieler Kai Mares auf der „Rotoman“ als auch der Hamburger Kieler Woche-Sieger Peer Kock auf der „Seglershop“ wurden neben sechs weiteren Konkurrenten wegen Frühstarts disqualifiziert. Sie hoffen nun auf das fünfte Rennen am Sonntag (19. Juli) nach dem das schlechteste Einzelresultat gestrichen werden darf. Dann beginnen auch die Pre-Worlds der Contender sowie die Rennen der Dyas du Tryas, während der Ostsee-Cup der Dickschiffe auf der Seebahn A und die A-Cat-Konkurrenz bereits entschieden werden. Das Wetter soll wechselhaft, dafür der gute Segelwind erhalten bleiben. Andreas Kling.

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Freitag, 17. Juli 2009

"Travemünder Wochen" wird um 18:01 eröffnet

17.07.09 - TRAVEMÜNDE. 1.323 Boote, mehr als doppelt so viele Seglerinnen und Segler aus 20 Nationen und ausnahmsweise 17 Tage Regatta und Festival vom feinsten - ab 18 Uhr und einer Minute heute Freitagabend ist eine Travemünder Woche der Superlative eröffnet. Zum 120. Jubiläum glänzt die schönste Segelveranstaltung der Welt mit neuen Rekorden, dank der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften im zweiten Teil. Mit der Zahl der Aktiven soll auch die Besucherschar in den kommenden gut zwei Wochen auf mehr als 1,3 Millionen anwachsen. Es ist angerichtet.

„Heißt Flagge!“, sprach Bürgermeister Bernd Saxe die knappen Worte, mit denen traditionell die fünfte Jahreszeit in Lübecks schönster Tochter beginnt. Und der Schirmherr des runden Geburtstags war voll des Lobes: „Die Travemünder Woche bringt Sport, Spaß und Spannung auf dem Wasser und an Land in unnachahmlicher Weise zusammen.“ Landesvater Peter Harry Carstensen schien sich fernab der akuten politischen Turbulenzen an der Travemündung regelrecht wohl zu fühlen. „Die TW ist ein glänzendes Aushängeschild für das Urlaubs- und Sportland Schleswig-Holstein“, so der Ministerpräsident, „mit einem der besten Segelreviere der Welt.“

Und weil es in Travemünde so schön ist, kam Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nach seiner Premiere im Vorjahr als Überraschungsgast wieder. „Die zunehmende Bedeutung der Sportschifffahrt und des Wassersports auch als Wirtschaftsfaktor wird in einem Großevent wie der Travemünder Woche besonders deutlich“, so Tiefensee, „es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, auch beim runden Geburtstag wieder dabei zu sein. Als Carstensen noch das ehrenamtliche Engagement der mehr als 300 Helferinnen und Helfer herausstellte, applaudierten genauso viele Ehrengäste des Lübecker Yacht-Clubs als Hauptveranstalter nachhaltig. Die gesamte Prominenz von Lübecks Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer bis zum Vorsitzenden der Geschäftsführung des Hauptsponsor Messe Düsseldorf, Werner Dornscheidt, dankte ihnen für den bundes- und landespolitischen Rückenwind.

Ihrer ganz besonderen Vorbildfunktion wurden zwei herausragende Hochseesegler gerecht. Boris Herrmann aus Kiel und der Lokalmatador Felix Oehme, die vor wenigen Wochen das Portimão Global Ocean Race rund um die Welt gewonnen haben, sprachen stellvertretend für alle 1.323 Teilnehmer aus Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Spanien, Finnland, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Neuseeland, Polen, Russland, der Schweiz, Schweden, der Ukraine und last but not least Deutschland, deren Flaggen wenig später auf „Befehl“ des Bürgermeisters gehisst wurden, den sportlichen Eid. Sie schwörten, die Regel zu achten und ihr Bestes zu tun, um zu siegen – so wie auf fast 30.000 Seemeilen und allen Weltmeeren die vergangenen neun Monate zuvor auch.

Aus gutem Grund, denn Boris Herrmann ist ab Sonnabend (18. Juli) auf der Travemünder Woche am Start, wenn um 11 Uhr auf der Lübecker Bucht die ersten Startschüsse fallen. Zusammen mit einem guten Freund und Nachbarn, dem amtierenden Europameister Julien Kleiner, tritt Herrmann bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er an. Gemeinsam hatte sie die vor zwei Jahren auch schon gewonnen.

Im Mittelpunkt der Regattatage stehen am Wochenende außerdem die Pre-Worlds der Contender, die manroland J/24 German Open und die Wettfahrten der Dickschiffe auf der Seebahn. In der zweiten, der „Travemünder Wochen“ heißt es dann Leinen los für den besten Segelnachwuchs Deutschlands. In allen acht offiziellen Bootsklassen beginnen ab Dienstag (28. Juli) die Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften, unter anderem allein mit 233 Optimisten, dem kleinsten aller Segelboote. Andreas Kling.

Konstanzer Opti-Regattatraining vor Konstanz/Staad voller Erfolg

17.07.09 - Zum ersten Mal veranstalteten die Konstanzer Segelvereine am 4./5. Juli vor Staad ein gemeinsames Regattatraining der Optimisten. Die "Optis", wie auch die 2.30m langen und 1.13m breiten Jollen genannt werden, zählen zu Deutschlands größter Jollenklasse und werden von Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren gesegelt.

Veranstaltet wurde dieses Training vom Konstanzer Yachtclub und dem Segler Verein Staad, die sich in einer Kooperation aller Konstanzer Segelvereine mit Unterstützung der Landes-Segler- Verband BW, über den Winter darüber Gedanken gemacht haben, wie talentierte Nachwuchssegler für den Regattasport im Bereich Konstanz begeistert und gefördert
werden können.

"Ziel war es aber nicht nur", so Ingo Burkart, Jugendleiter des Segler Vereins Staad, "den Kids das Regattasegeln näher zu bringen, sondern auch eine Plattform zu etablieren, auf welcher sich die Kinder gegenseitig vereinsübergreifend kennenlernen, sie Fahrgemeinschaften bilden können und ihnen die Angst vor Regatten genommen wird.

So trafen sich bei schönsten Wetter und leichten Süd-Ost Wind 19 Nachwuchssegler, um gemeinsam ein Wochenende lang Taktik, Technik und Tricks des Regattasegelns zu lernen.
Dass die Kooperation verschiedener Vereine schon in der Vergangenheit erfolgreich war, war schon an der Trainerauswahl zu sehen. Mit Tino und Hansi Ellegast, Zeno Danner und Arne Gülzow, die die Jugendarbeit verschiedener Vereine genossen haben und heute gemeinsam in einer Crew an Wettkämpfen teilnehmen, verstanden es, die Nachwuchssegler zu motivieren und ihnen viele Tricks und Tipps des Regattasegeln sehr verständlich näherzubringen.

Aber auch der Spass sollte nicht zu kurz kommen. So fuhren alle Kinder gemeinsam am Samstag Abend auf dem Motorboot "Lina" in den Konstanzer Yachtclub, um dort das Training bei einem gemeinsamen Spaghetti-Essen zu beenden und gemeinsam erlebtes auszutauschen. "Nächstes Jahr findet die Veranstaltung sicher wieder statt, so Susi Beck, Mitorganisatorin vom Konstanzer Yachtclub. "Die Kinder hatten einen Riesen Spaß und haben mit Sicherheit viel dazu gelernt."
Bericht (Arne Gülzow/Hansi Ellegast)

Donnerstag, 16. Juli 2009

Seefeuerwerk in Konstanz

16.07.09 - Zum größten europäischen Seefeuerwerk in Konstanz am Bodensee mit Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen werden am 8. August über 100.000 Besucher erwartet.

Während das pyrotechnische Spektakel mit gut 2000 Raketen sowie 3,5 Kilometer Showmeile mit Top- Bands und DJ's in Konstanz Eintritt kostet ist das "Fantastical" in Kreuzlingen frei. Das Thema am deutschen Bodensee-Himmel ist dieses Jahr Hollywood. Über 30.000 Watt-Laut-sprecher gibt es weltbekannte Filmklassiker, die auf das Feuerwerk am Himmel abgestimmt sind. Der zweifache Pyrotechnik-Weltmeister Joachim Berner wird die Inszenierung von zwei Kiesschiffen vor Konstanz starten. Seit 2005 ist die Stuttgarter Event- und Management GmbH (EFM) mit Partner Innovative Pyrotechnik (IP) der Veranstalter in Konstanz.

Mittwoch, 15. Juli 2009

9 jähriger Segler aus Tettnang wird Landesvizemeister in der Klasse Optimist B

15.07.09 - Leon Zartl vom Yacht Club Langenargen hat zwar hauchdünn den Gewinn der Landesmeisterschaft 2009 verpasst, dennoch ist der 2. Rang von 96 Teilnehmern nicht nur ein riesengroßer Erfolg, sondern kann schon als Sensation bezeichnet werden!

Leon hat nämlich im Sommer 2008 erst mit dem Regattasegeln begonnen, ist also innerhalb nur eines Jahres und nach neun Regatten bis an die Spitze der Klasse vorgestoßen. Das konsequente zusätzliche Training in Theorie und Praxis in der Regattagruppe des WYC in Friedrichshafen, gepaart mit Talent und einer gesunden Portion Ehrgeiz haben den gewaltigen Sprung zum Vizemeister ermöglicht. Dabei ist Leon der jüngste Segler unter den TOP Ten der Rangliste. Der Sieger ist immerhin drei Jahre älter, hat mithin auch entsprechend mehr Regattaerfahrung, so wie auch die meisten anderen Teilnehmer im Vorderfeld.

Leon hat in der Saison 2009 an fünf Regatten teilgenommen. In den Teilnehmerfeldern von jeweils etwa 40 bis zu 80 Booten war er, mit einem Sieg, zwei dritten und zwei 11. Plätzen regelmäßig im Vorderfeld zu finden.

Obwohl noch sehr jung, will Leon Zartl möglichst schnell in die nächsthöhere Klasse Opti A wechseln, um dann auch auf internationaler Ebene Regattaerfahrung zu sammeln. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu seiner angestrebten Seglerkarriere in einer olympischen Bootsklasse. Die Gebrüder Peckolt, Bronzemedaillengewinner 2008 in Peking, sind Leons große Vorbilder. Wolf-Peter Niessen.


Im Vordergrund Leon Zartl (Foto: C. Zartl)

Jugendsegler des YCL weiter auf Erfolgskurs!

15.07.09 - Die Jüngsten und Jugendlichen des YCL sorgen national und international weiterhin für Furore auf den Regattabahnen.

Svenja Stein ersegelte Anfang Juli in Dänemark bei der Jugend Europameisterschaft 2009 im Laser Radial Rang 16 von 74 Teilnehmerinnen. Dabei hatte Svenja gar nicht viel Regattaerfahrung im Radial, denn sie war bisher fast ausnahmslos im Laser 4.7 gestartet. Nicht nur, dass sie mit Abstand beste der 11 deutschen Teilnehmerinnen war, schaffte Svenja einen Laufsieg und 2 Top Ten Platzierungen. Eine Super Leistung, die sie sozusagen aus dem Stand im Laser Radial abgeliefert hat. Im Laser 4.7 Europacup führt Svenja übrigens nach 4 Läufen die Gesamtwertung bei den 70 Damen an.

Maximilian Stein hat derweil bei der Warnemünder Woche im Europacup der Laser 4.7 weitere Punkte gesammelt. Er belegte ebenfalls Rang 16 von 48 Teilnehmern, und das mit drei (!) BFD (Frühstarts), die allerdings zeigen, dass er beim Start wohl immer ganz vorn dabei ist. Ansonsten war Platz 11 das schlechteste Ergebnis. Bei nur 2 Streichern war ein BFD zu viel. Ohne die 49 Punkte, die er leider mit in die Wertung nehmen musste, wäre sicher ein Rang zwischen 6 und 9 im Gesamtklassement drin gewesen. Die deutsche 4.7 Rangliste führt Maximilian weiterhin an.

In der Europacup Wertung (<18 Jahre) befindet er sich unter den Top 10 der 138 Boys. Paul Wiessner und Leon Zartl haben im Opti am Wochenende 11./12. Juli beim Apfelcup in Ludwigshafen erneut „zugeschlagen“. Paul siegte nach 3 Wettfahrten (ohne Streicher) im Feld der 80 Opti B und Leon wurde Dritter, nur 1 Punkt hinter seinem ärgsten Widersacher um die Landesmeisterschaft, Patrick Gundlach vom WWRa. Max Wiessner komplettierte als 6. das Erfolgstrio der drei YCL Segler unter den TOP Ten beim diesjährigen Apfelcup.

Mit den Geschwistern Alisa und Niklas Engelmann auf den Plätzen 52 und 66 waren zwei weitere ganz junge YCL Mitglieder erstmalig am Start und sammelten erste Regattaerfahrung. Mit dem Apfelcup sind nun auch sowohl die Landesmeisterschaft 2009 als auch die Bodenseemeisterschaft entschieden. Leon Zartl belegt jeweils mit nur ganz knappem Rückstand Rang 2 hinter Patrick Gundlach. Ein sensationelles Ergebnis für Leon, der im Sommer 2008 seine erste Regatta überhaupt segelte, und mit seinen 9 Jahren drei Jahre jünger ist als der Sieger und auch Jüngster unter den TOP Ten der Rangliste ist. Paul Wiessner ist 4. der Jahresrangliste 2009, sein jüngerer Bruder Max belegt Position 6. Ein riesiger Erfolg für die drei YCL Boys. Im Teeny werden zwei YCL Boote bei der Internationalen Jüngstenmeisterschaft 2009 in Travemünde vom 28. Juli bis 1. August am Start sein. Sophia Ehling mit Vorschoterin Maike Netscher und die „Zwillinge“, Tim und Lucas Jakowidis. Wolf-Peter Niessen.


Apfelcup von l. n. r. : Niklas Engelmann; Leon Zartl; Paul Wiessner; Max Wiessner; Alisa Engelmann (Foto: C. Zartl)

Dienstag, 14. Juli 2009

120. Travemünder Woche der Rekorde

14.07.09 - Der Countdown läuft: Drei Tage vor Beginn der schönsten Segelregatta der Welt haben 1.375 Crews aus 20 Nationen ihre Meldung abgegeben und sorgen zur 120. Travemünder Woche für einen neuen Teilnehmerrekord. Durch eine einmalige Verlängerung zum Jubiläum auf 17 Tage dauert die TW vom 17. Juli bis zum 2. August und ist im zweiten Teil Gastgeber der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften 2009 (IDJ+JüM) in allen acht anerkannten Bootsklassen. Das 80.000 Quadratmeter große Festivalgelände an der Travemündung erwartet weit mehr als eine Million Besucher und dürfte auch an Land für eine neue Bestmarke sorgen.

„Die fünfte Jahreszeit dauert diesmal eine Woche länger“, sagt der 2. LYC-Vorsitzende Andreas Stülcken, „das ist zwar ein Kraftakt für alle Helfer und die Organisation, aber ein besonders schöner.“ „Die Integration der Jugend- und Jüngstenmeisterschaft in die Travemünder Woche als unsere größte und beliebteste Veranstaltung im Jahr wird neben einigen anderen Titelkämpfen im ersten Teil das sportliche Highlight“, ergänzt Claus-Dieter Stolze, der sich mit ihm die Geschäftsführung der gemeinnützigen TW GmbH teilt. Die IDJ+JüM werte die TW genauso auf wie umgekehrt auch. Während der TW werde fast 900 jugendlichen Seglerinnen und Seglern, ihren mehr als hundert zu erwartenden Trainern und Betreuern sowie 1500 bis 2000 Begleitpersonen ein Rahmenprogramm geboten, das ohne das Dach der bestehenden Großveranstaltung nicht zu finanzieren gewesen wäre.

Zum Meldeschluss hatten sich allein 160 Anwärter in der Laser Radial-Klasse registriert, für die eigentlich nur 140 Startplätze vorgesehen waren. Stolze: „Mit Rückendeckung des Regelwerks haben wir die Ausschreibung geändert und 20 mehr zugelassen. Es soll ja niemand unverrichteter Dinge nach Hause geschickt werden.“ Und auch der Run in der kleinsten Bootsklasse überhaupt, den Optimisten, war mit 238 enorm. Die Einstiegsklasse Nummer eins dient auch als bester Beweis, dass es eine internationalen Jugend- und Jüngstenmeisterschaft ist. Neben den vielen Einheimischen hatten Mädchen und Jungen aus neun weiteren Nationen gemeldet, darunter aus Belgien (3), Dänemark (10), Großbritannien (2), Irland (1), Japan (4) sowie Polen, der Schweiz und Schweden (je 2).

„Der Veranstaltungsmittelpunkt an Land wird der Brügmanngarten mit einem auf die Jugend zugeschnittenen Musikprogramm auf der Festivalbühne sowie dem Fortbestand des CITTI-Parks mit seinem Spiel-, Spaß- und Kletterangebot“, erläutert Stülcken. Aber auch das Seglervillage an der Travepromenade sowie die Holsten Beach Area am Strand neben der Nordermole mit bewährten und neuen Clubs öffnen 17 Tage lang ihre Pforten – so wie das gesamte Veranstaltungsgelände, auf dem Kleinkunst und Kunsthandwerk, Kulinarisches und Kühles locken.

Die „Deutsche“ des Nachwuchses wird in insgesamt acht Bootsklassen ausgetragen. Internationaler Jüngstenmeister kann werden, wer in 2009 noch nicht 16 Jahre alt wird, das heißt Jahrgang 1994 oder jünger ist, und zwar in den Klassen Optimist und Teeny. Mit 238 gemeldeten Teilnehmern bilden die Optis bei weitem die stärkste Klasse. Zusätzlich gibt es für die Jüngsten eine U14-Wertung für die (in 2009) 13-Jährigen und jünger, die aber in den gleichen Feldern mit gestartet werden.

Der Abschluss der ersten TW-Hälfte mit einen Höhenfeuerwerk am Sonntag, dem 26. Juli, wird zugleich die Eröffnungsfeier der IDJ+JüM. Und auch zum Abschied der Seglerjugend wird der Nachthimmel über Travemünde am 2. August noch einmal farbenfroh „entzündet“. Wer an den anderen Tagen die Travemünder Woche besucht, muss nicht auf Lichteffekte verzichten. Denn jeweils von Montag bis Sonnabend wird die Viermastbark „Passat“ als Wahrzeichen des Orts im Mittelpunkt einer Laser- und Pyroperformance stehen, die gegen 22.45 Uhr die Besucher in ihren Bann nimmt.

An der Jugendmeisterschaft kann teilnehmen, wer nächstes Jahr noch keine 20 Jahre alt wird, also Jahrgang 1990 und jünger ist. Sie wird in den Klassen 29er (Zweimann-Gleitjolle), Piraten und 420er (Zweimann-Jollen), Europe und Laser Radial (Einhand-Jollen) sowie auf dem Surfbrett BIC 293 OneDesign ausgeschrieben. Hier gibt es zusätzlich eine U17-Wertung für die Jahrgänge 1993 und jünger.
„Für die IDJM und IDJüM haben wir fünf Regattabahnen auf der Lübecker Bucht und drei Regattastationen an Land vorgesehen“, so Claus-Dieter Stolze. Neben der traditionellen TW-Zentrale in der historischen Regattastation in der Nähe der Tornado-Wiese, wo die Piraten und 140 Laser Radial liegen werden, soll es eine weitere Regattaleitung zwischen Grünstrand und Mövenstein geben, wo die meisten Teilnehmer ihre Liegeplätze bekommen. Und die Optimisten gehen – ebenfalls mit eigener Leitstelle – auf die Priwallseite an den Mecklenburger Strand.

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr, als 56 Hochseeyachten gleich am ersten Tag zum zweiwöchigen internationalen Baltic Sprint Cup auf die Ostsee starteten, kommt es diesmal am TW-Ende zum Zieleinlauf der finalen Etappe der fünften Regattaauflage, womit es noch ein kleines Jubiläum zu feiern gibt. Die Teilnehmer kommen dann aus dem polnischen Świnoujście und werden nach 155 Seemeilen am Freitag, dem 31. Juli, auf der Linie an der Travemündung erwartet, wo die Zaungäste den Ausgang hautnah miterleben können.

Während das Gros der Jugendmeisterschaftsteilnehmer den mittleren Teil der Travemünder Woche bereits als Vorbereitungsregatta nutzen dürfte, sind jedoch noch weitere Highlights geplant. So findet die Internationale Deutsche Meisterschaft der 505er mit 52 Teilnehmern zu Beginn der TW statt, genau wie die PreWorlds der Contender, die Travemünde als Generalprobe für ihre WM in Sonderburg/Dänemark ausgewählt haben und 54 Meldungen verzeichnen. Ein starkes Feld verspricht die manroland J/24 German Open. Last but not least bleiben viele Bootsklassen im Programm, die zur TW schon immer stark vertreten waren, unter anderem die Folkeboote und die Tornados.

In der bis 2008 olympischen Katamaran-Klasse hat der mehrfache Welt- und Europameister Roland Gäbler, der mit seiner Frau Nahid in deren Heimatland Dänemark wohnt, nach langer Verletzungspause sein Comeback angekündigt. Sie wird auch seine Vorschoterin sein. „Ich muss mich ja langsam wieder an meine Lieblingsbootsklasse gewöhnen“, sagt Gäbler, „schließlich entscheidet das Internationale Olympische Komitee IOC ja im August, ob es 2012 doch wieder eine elfte Segeldisziplin gibt.“ Und das würde, so beschloss bereits der Weltsegelverband ISAF, wieder der Tornado, in dem Gäbler 2000 mit dem Kieler René Schwall in Sydney die Bronzemedaille gewann. Andreas Kling.

Montag, 13. Juli 2009

Ölalarm auf dem Bodensee

13.07.09 - Hagnau/Bodenseekreis - Ein schillernder Kraftstofffilm sorgte am Sonntag, den 12. Juli 2009 in den späteren Abendstunden auf dem Bodensee vor Hagnau für einen größeren Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren Hagnau, Friedrichshafen und Überlingen. Rund 800 Meter Ölsperren wurden noch in der Nacht ausgebracht.

Eine gemeinsame Erkundung von Einsatzleiter Edgar Bader und den beiden Kreisbrandmeisterstellvertretern Louis Laurösch und Andreas Löhle hatte ergeben, dass sich der Film geteilt hatte und sowohl im Bereich des Hagnauer Osthafens als auch vor einem Schilfgürtel zwischen der Uferpromenade und dem Hafen Kirchberg trieb. Die beiden bei den Freiwilligen Feuerwehren Friedrichshafen und Überlingen eingerichteten Ölwehrstützpunkte des Landes Baden-Württemberg brachten daraufhin vier Arbeitsboote vom Hafen Kirchberg aus zu Wasser und installierten sowohl im Bereich des Hafens als auch vor dem Schilfgürtel Ölsperren. Die Feuerwehr Hagnau unterstützte die Maßnahmen von der Landseite her. Die Leiterin des zuständigen Amts für Wasser- und Bodenschutz des Landratsamts Bodenseekreis, Iris Steger, war ebenfalls nach Hagnau gekommen und beriet die Einsatzleitung.

Der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren, die insgesamt rund 800 Meter Ölsperren legten und mit 45 Mann vor Ort waren, dauerte bis gegen Mitternacht an. Gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei kontrollierte Amtsleiterin Steger dann bei Tagesanbruch am Montag die Einsatzstelle, um nötigenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten. Auf dem See vor Hagnau hatte sich der Kraftstofffilm jedoch zwischenzeitlich verflüchtigt, lediglich im Bereich des Osthafens musste noch eine Restmenge aufgenommen werden.

„Aufgrund der vergleichsweise geringen Mengen kann man eine Gefährdung des Trinkwasserspeichers Bodensee ausschließen“ gab Iris Steger zwischenzeitlich Entwarnung. Gleichwohl werde man die gezogene Wasserproben analysieren, um nähere Erkenntnisse über die Art des Kraftstoffs zu erhalten und damit weitere Rückschlüsse ziehen zu können. Die Ursache der Gewässerverschmutzung ist indes noch unklar. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. (Bilder: Gorber)


Die Wasserschutzpolizei erkundete den Umfang des schillernden Kraftstofffilms, der am Sonntagabend vor Hagnau entdeckt wurde.


Lagebesprechung mit den Kreisbrandmeisterstellvertretern Louis Laurösch, Andreas Löhle, weiteren Führungskräften und Bürgermeister Simon Blümcke auf der Uferpromenade.


Vom Kirchberger Hafen aus wurden die Arbeitsboote gewassert, die Ölsperren zum Schutz des Schilfgürtels und vor dem Osthafen installierten.

Stare, Stars und Sternstunden der Rolex Baltic Week in Kiel

13.07.09 - Zur feierlichen Siegerehrung der Rolex Baltic Week 2009 erklang die brasilianische Nationalhymne, und 178 Teilnehmer huldigten den Stars der Stare mit stehenden Ovationen. Neue Segeleuropameister in der ältesten olympischen Bootsklasse wurden Robert Scheidt und Bruno Prada. Die Silbermedaillengewinner von Qingdao 2008 revanchierten sich in Kiel-Schilksee für das verpasste "Gold" vier Zähler vor den Olympiasiegern Iain Percy und Andrew Simpson aus Großbritannien, die punktgleich mit den Schweden Fredrik Lööf und Johan Tillander auf Rang zwei kamen. Mit einem überraschenden Tagessieg in der achten und letzten Wettfahrt krönten die Lübecker Johannes Babendererde und Timo Jacobs eine starke Leistung und wurde als Gesamt-Fünfte beste deutsche Crew hauchdünn hinter den Schweizern Flavio Marazzi und Enrico de Maria.

Die Starboot-EM der Rekorde - von 98 gemeldeten Booten waren 89 am Start, soviel wie nie zuvor - endete am fünften Wettfahrttag mit einen Fotofinish, wie es Hitchcock nicht spannender hätte filmen lassen können. Ganze fünf Punkte trennten die drei Top-Teams vor dem entscheidenden Rennen. Und am Ende segelten sie im Sekundentakt über die Ziellinie. Angeführt von Babendererde/Jacobs folgten Lööf/Tillander vor Scheidt/Prada sowie Percy/Simpson und Erinnerungen an das Medaillenrennen der Spiele von China wurden wach.

Die strahlenden Sieger aus Südamerika, die europaweit für Verwirrung sorgten, weil die weltoffene Starbootklasse kontinentale Titelträger von überall zulässt, genossen das Blitzlichtgewitter im feinen Ambiente der Rolex Baltic Week. Scheidt und Prada erhielten nicht nur die Oskar Meier-Trophäe sondern jeder eine edle Armbanduhr des Modells Rolex Submariner Date. "Es war eine großartige Regatta mit den härtesten Rennen seit August 2008", so der Steuermann, "viel Wind und starke Gegner verlangten uns auf dem Wasser alles ab." Die Überlegenheit der Crews auf den Podiumsplätzen beeindruckte auch die Verfolger. "Ab Platz vier beginnt bereits die Silberflotte", meinte Johannes Babendererde. Mehr als 40 Punkte separierten das unglaubliche Trio vom "Rest der Welt".

"Wir drei puschen uns gegenseitig bis ans Limit", versuchte Fredrik Lööf eine Erklärung für die Zwei-Klassen-Gesellschaft der Stare, "das stachelt alle regelrecht an." Obwohl er sich wieder "nur mit Bronze" zufrieden geben musste, weil er in der detaillierten Endabrechnung einen vierten Platz weniger als Percy/Simpson zu Buche stehen hatte, war der Steuermann zufrieden. Lööf: "Mit einem neuen Vorschoter sofort wieder in der absoluten Weltspitze mitzumischen, verblüfft mich selbst."

Scheidt/Prada hatten mit drei Tagessiegen und drei vierten Plätzen erst vor dem Finaltag die knappe Gesamtführung von Percy/Simpson übernommen. Doch dann patzten die Brasilianer im vorletzten Rennen als 30. "Wir mussten den Aussetzer aus den Köpfen bekommen", so Scheidt, und das gelang dem zweimaligen Rolex-Weltsegler des Jahres bravourös. Clever und abgebrüht in einer unvergleichlichen Profimanier behielten die Südamerikaner die Nerven. Die härtesten Verfolger aus Großbritannien wurden konsequent abgedeckt.

"Wir haben nicht nur zum Schluss, sondern die ganze Woche einige taktische Fehler gemacht und hätten es auch nicht verdient gehabt, hier zu gewinnen", resümierte Iain Percy eine Regatta, in der sie nach einer langen Trainingspause konstant unter den besten Drei der Gesamtwertung standen. Der Europameister von 2005 schaffte mit seinem Stammvorschoter quasi aus dem Stegreif Topplatzierungen am Fließband.

Bis dahin ist es für die einheimischen Hoffnungsträger noch ein Stückchen, doch zwei Crews unter den Top Sechs untermauert, dass die so genannte Königsklasse schon immer eine deutsche Domäne war. Babendererde und Jacobs haben nicht zuletzt durch ihren Tagessieg am Ende und einen zweiten Platz zu Beginn Kontakt zur Weltspitze aufgenommen. Dass sie beinahe drittbeste Europäer geworden wären, was die A-Kader-Förderung des Deutschen Segler-Verbands (DSV) ab 2010 bedeutet hätte, trübte deren Bilanz nicht. "Natürlich hätten wir das gerne in Kiel klar gemacht", meinte Johannes Babendererde, "aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben." Ärgerlich für die Youngster: Den vor ihnen platzierten Schweizern drohte noch eine Disqualifikation wegen Vorfahrtsverletzung, doch die benachteiligten Portugiesen Afonso Domingos und Rocca Leone verzichteten an Land letztlich darauf, den angekündigten Protest einzureichen.

Henning Winter, Vorsitzender des veranstaltenden Kieler Yacht-Clubs, würdigte bei der Preisverteilung auch die Titelverteidiger Robert Stanjek und Markus Koy aus Berlin und Hamburg, die als Sechste zwei Zähler hinter ihrer nationalen Konkurrenz ebenfalls mit Silber-Tellern aus dem Hause "Robbe Berking" ausgezeichnet wurden. Vor dem Schlusstag waren die Vorjahressieger noch drittbeste Europäer gewesen, hatten jedoch mit Platz 31 im vorletzten Rennen entscheidende Punkte eingebüßt. Ende Juli gibt es die nächste Chance auf eine A-Kader-Qualifikation bei der WM in Varberg/Schweden. Der Kieler Yacht-Club, erstmals Gastgeber der Rolex Baltic Week, durfte sich wiederum bereits gewiss sein, in jeder Hinsicht eine weltmeisterliche Regatta abgeliefert zu haben.

Endstand der Rolex Baltic Week / Starboot-Europameisterschaft 2009
1. Robert Scheidt/Bruno Prada (Brasilien) 18 Punkte
2. Iain Percy/Andrew Simpson (Großbritannien) 22
3. Fredrik Lööf/Johan Tillander (Schweden) 22
4. Flavio Marazzi/Enrico de Maria (Schweiz) 63,5
5. Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck) 64
6. Robert Stanjek/Markus Koy (Berlin/Hamburg) 66
7. Mark Mendelblatt/Mark Strube (USA) 69
8. Xavier Rohart/Pierre Alexis Ponsot (Frankreich) 56
=
23. Johannes Polgar/Tim Kröger (Hamburg) 145
=
28. Alexander Schlonski/Fritjof Kleen (Rostock/Hamburg) 191
29. Alexander Hagen/Kai Falkenthal (Hamburg/Kiel) 193

Babendererde/Jacobs überraschen mit EM-Platz 5

13.07.09 - Die Starboot-Flotte des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) hat die Europameisterschaft vor Kiel mit eindrucksvollen Ergebnissen beendet. Mit Johannes Babendererde und Timo Jacobs war das jüngste unter den olympisch ambitionierten deutschen Teams auch das beste. Die Lübecker, die für das NRV Olympic Team und den Lübecker Segler-Verein starteten, gewannen die achte und letzte Wettfahrt und belegten Platz fünf im weltmeisterlich besetzten Feld der 88 Starboote aus 27 Nationen.

“Wir haben noch niemals alle Starboot-Größen in einem Rennen schlagen können“, freute sich Vorschoter Jacobs. Die Mannschaft sitzt erst seit Februar 2009 in einem Boot. Johannes Babendererde hat drei Jahre Starboot-Erfahrung ins Team mitgebracht, Jacobs keine. Weil das Duo trotz seines furiosen Endspurts die Qualifikation für den DSV-A-Kader um einen halben Punkt verpasst hat, sollen die Kriterien nun bei der Weltmeisterschaft Anfang August im schwedischen Varberg erfüllt werden.

“Das ist ein wunderbares Ergebnis für die beiden“, freute sich die designierte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner (Hamburg) für die Mannschaft, “ich habe=2 0schon vermutet, dass sie nach den letzten guten Ergebnissen hier vor Kiel punkten würden, doch auch ich war überrascht, dass es gleich so gut lief - meinen Glückwunsch!³ Auch die Titelverteidiger Robert Stanjek (Berlin) und Markus Koy (Hamburg) vom NRV Olympic Team beeindruckten Stegenwalner mit Platz sechs: “Whow, das war ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Jahreshöhepunkt Weltmeisterschaft und ganz sicher eine hervorragende Motivation dafür.“

Das drittbeste deutsche Team musste nach wechselvoller Serie mit Platz 23 zufrieden sein: Die Neueinsteiger Johannes Polgar und Tim Kröger aus Hamburg konnten nach Licht und Schatten erst am letzten Tag mit einem dritten Rang glänzen und ihre Möglichkeiten andeuten. “Ich hätte mir für die Mannschaft ein besseres Ergebnis gewünscht, aber die beiden segeln erst seit kurzem gemeinsam und sind neu im Starboot. Sie haben mit schönen Einzelergebnissen gezeigt, was in Zukunft möglich sein könnte.“

Eine schwarze Serie erlebten nach zuletzt herausragenden Ergebnissen Alex Schlonski (Rostock) und Frithjof Kleen (Berlin), die nach zwei Frühstarts und Materialpech mit Platz 28 nicht zufrieden waren. “Eine Serie zum Vergessen“, sagte Vorschoter Kleen, “das wollen und müssen wir bei der Weltmeisterschaft in Varberg besser machen.“ Stegenwalner, die sich als EM-Teilnehmerin auf dem Wasser ein genaues Bild vom Leistungspotenzial der DSV-Teams machen konnte, sagte: E2Diese beiden haben ebenfalls mit guten Einzelergebnissen gezeigt, was sie drauf haben. Sie sind als Team noch nicht lange dabei und es ist bei dieser Serie einfach nicht gut für sie gelaufen, aber da ist sicher noch einiges zu erwarten.“

Entsprechend gut fiel Stegenwalners Gesamtbilanz der Starboot-Europameisterschaft 2009 aus: “Unsere Starboote sind auf dem richtigen Kurs und kommen der Weltspitze immer näher. Richtig ist, dass die führenden drei Mannschaften aus Brasilien, Großbritannien und Schweden bei dieser Europameisterschaft eine Klasse für sich waren. Aber warum sollte sich diese Lücke nicht schließen lassen, wenn unsere Mannschaften weiterhin so gut zusammen arbeiten?“

Am Samstag Abend feierten die 176 Starbootsegler, Freunde und Organisatoren ihre Sieger im Olympiahafen von Kiel Schilksee. Für die Veranstalter vom Kieler Yacht-Club und Point of Sailing gab es viel Lob und Beifall für die herausragend organisierte Serie. Ex-Weltmeister und EM-Bronzemedaillen-Gewinner Fredrik Loof sagte: “Es war eine außergewöhnliche und herausragende Veranstaltung ­ mein Kompliment an die Veranstalter.“

Der zweimalige Laser-Olympiasieger Robert Scheidt und sein Vorschoter Bruno Prada haben die Offene Starboot-Europameisterschaft vor Kiel gewonnen, bei denen dem traditionellen Reglement zur Folge auch Mannschaften aus Übersee Titelträger werden können. Die Brasilianer verwiesen ihre Dauer-Rivalen und Starboot-Olympiasieg er Iain Percy und Andrew Simpson am Finaltag auf Platz zwei. Bronze sicherten sich nach acht Wettfahrten bei mittleren bis starken Winden Ex-Weltmeister Fredrik Loof und sein neuer Vorschoter Johan Tillander aus Schweden.

“Es war eine spannende, sehr intensive Serie, die viel Spaß gemacht hat“, sagte Scheidt, der bei den Olympischen Spielen in China im vergangenen Jahr seine zweite Silbermedaille im Starboot gewann. Rivale Percy, der Scheidt in China bezwang, sagte: “Wir haben seit den Olympischen Spielen nicht mehr gesegelt, waren keinen Tag im Fitness-Studio und sind erst zur Kieler Woche wieder eingestiegen. Dafür lief es diese Woche doch sehr gut für uns.“ Das Spitzentrio bildete auf der Kieler Förde mit 18, 22 und 22 Punkten auf dem Abschlusskonto eine Klasse für sich. Die viertplatzierten Schweizer Flavio Marazzi und Enrico de Maria beendeten die Serie mit 63.50 Zählern und deutlichen 41.5 Punkten Rückstand auf Platz drei.

ENDSTAND STARBOOT EUROPAMEISTERSCHAFT 2009
1. Robert Scheidt/Bruno Prada (Brasilien), 18 Punkte
2. Iain Percy/Andrew Simpson (Großbritannien), 22 Punkte
3. Fredrik Loof/Johan Tillander (Schweden), 22 Punkte
4. Flavio Marazzi/Enrico de Maria (Schweiz), 63,50 Punkte
5. Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck, NRV Olympic Team), 64 Punkte
6. Robert Stanjek/Markus Koy (Berlin/Hamburg, NRV Olympic Team, 66 Punkte
=
23. Johannes Polgar/Tim Kröger (Hamburg, NRV Olympic Team), 145

Güttingen: Ein weiterer Motor entwendet

13.07.09 - Wie die KAPO Thurgau mitteilte, sind einige Aussenbordmotoren im Hafen Zollershus Güttingen entwendet worden. Nun hat am Samstag ein Besitzer auf dem Trockenplatz festgestellt, dass sein Motor, der mit einer Kette gesichert war, auch weg ist.

In diesem Zusammenhang bitte die KAPO TG um Mithilfe:
Wer Angaben zur Täterschaft machen kann oder Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kantonspolizeiposten Altnau unter der Nummer 0041 (0)71 221 42 60 zu melden.

Stadtmeisterschaft der Segler

13.07.09 - Stadtmeister kommt aus FischbachThomas Münzer gewinnt Stadtmeisterschaft der Segler.

Friedrichshafen - (st) Zwei Windstärken, kaum Wellen - bei solchen Bedingungen sind die Jollenkreuzer des WVF kaum zu schlagen. Und so gewann auch eine Jollenkreuzerbesatzung die gemeinsame Stadtmeisterschaft der vier Friedrichshafener Segelclubs, die am Samstag vom Segel-Motorboot-Club Friedrichshafen (SMCF) ausgerichtet wurde.

Die Friedrichshafener Stadtmeisterschaft der Segler wurde im Jahr 2005 vom SMCF erstmals organisiert, seither haben alle vier Segelclubs in Friedrichshafen – ESV, SMCF, WVF und WYC – diese Regatta einmal ausgerichtet. In diesem Jahr war wieder der SMCF an der Reihe und Sportwart Thomas Haug konnte bei der Steuermannsbesprechung 27 Schiffe und ihre Besatzungen begrüßen. Die gute Zusammenarbeit zwischen den Clubs zeigt sich daran, dass Harry Belz vom WYC als Wettfahrtleiter einsprang.

Um Punkt 10:00 ertönte der Startschuss und die Boote machten sich auf die Regattastrecke nach Immenstaad/Kippenhorn und wieder zurück. Taktisch gab es wenige Optionen, da der Wind relativ konstant wehte - nach Immenstaad wurde hochgekreuzt und unter Spinnacker zurückgesegelt. Die nahezu idealen Bedingungen ermöglichten es, dass das erste Schiff schon nach weniger als zwei Stunden wieder im Ziel war. Aber auch der Letzte war nur knapp eine Stunde später im Ziel, was für die Leistungsdichte der Segler spricht.

Die Wertung erfolgte in drei Klassen nach der Yardstickklasse. In der Klasse III siegte Rolf Egner vom WVF vor Volker Volkmer (SMCF) und Traudl Böck (WVF). In der Klasse II waren drei konventionelle Jollenkreuzer vom WVF erfolgreich, die „Tante Anna“ von Dietrich Maag vor „Phoenix“ von Kurt Meister und Klaus Bender auf der „Alkestis“. Den WVF-Hattrick vollständig machten in der Yardstickklasse I drei 20er Jollenkreuzer in der modernen Rennversion, die eine kleinere Vermessungszahl haben. Thomas Münzer mit seiner „KAA“ siegte nicht nur nach Verrechnung, sondern war auch erstes Schiff im Ziel. Zweiter war Frank Böttcher auf „Sandy“, Dritter Heiko Leubecher auf „Jenny“.

Der eigentliche Stadtmeister wird anhand einer Berechnung über alle Klassen ermittelt, und auch hier konnten sich die 20er Jollenkreuzer vom Wassersportverein Fischbach an die Spitze setzen. Stadtmeister Thomas Münzer folgten die anderen fünft 20er Jollenkreuzer, wobei bemerkenswert ist, dass sich in der gemeinsamen Liste die beiden Erstplatzierten der Klasse II auf den Silber- und den Bronzeplatz schieben konnten.

Ergebnisse der Stadtmeisterschaft 2009 >


Start! 27 Segelboote starten nach Immenstaad auf der Stadtmeisterschaft der Segler (Bild st)


Die Sieger v.l.: Rolf Egner (Yardstick III), Thomas Münzer (Yardstick I), SMCF-Präsident Hans-Peter Benz und Dietrich Maag (Yardstick II) (Bild st)