Mittwoch, 19. März 2008

Urteil bestätigt die America's Cup

Valencia, Spanien, 18. März 2008: Richter Herman Cahn vom OberstenGerichtshof des Staates New York verkündete heute ein Urteil, in dem dieGültigkeit der Herausforderung des Golden Gate Yacht Club für den 33.America's Cup bestätigt wird. Cahn wies damit einen späten Einspruch desTitelverteidigers ab, die frühere Entscheidung zugunsten des GGYC neu zuverhandeln.

"Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Das Gericht hat festgestellt,dass unsere Herausforderung im vollen Umfang den Anforderungen des Deed of Gift entspricht, und wir bereiten uns nun auf die nächste Regatta vor", sagte Tom Ehman, der Sprecher des Clubs. In dem heutigen Urteil bestätigt das Gericht seine Entscheidung vom 27. November 2007, wonach der GGYC der gültige Herausforderer um den Cup ist.Der Titelverteidiger, die Societe Nautique de Geneve (SNG), hatte den Antraggestellt, diese Entscheidung neu zu verhandeln und sich dabei auf eine neueBehauptung gestützt, wonach die Herausforderung des US-amerikanischen Clubs nicht den Anforderungen das Deed of Gift entspreche. Dies hat das Gericht nun zurückgewiesen.

Es kommt nun zu einem Deed-of-Gift-Match, denn der Titelverteidiger hatdeutlich gemacht, dass er auf die vom GGYC vor und nach der Entscheidungdes Gerichts im November unterbreiteten Angebote für eine konventionelleRegatta mit einem im gegenseitigen Einvernehmen festgelegten Reglement und mit allen Teams nicht eingehen will.

470er-Frauen trotz Loch im Boot weiter Zweite

PALMA. An einem chaotischen Segeltag mit extrem wechselhaften Bedingungen zogen sich die deutschen Mannschaften am Dienstag (18. März) bei der internationalen Princess Sofia Trophy in Palma de Mallorca/Spanien achtbar aus der Affäre. Die 470er-Frauen Steffi Rothweiler und Vivien Kussatz (München/Berlin) vom pinta racing team behaupteten trotz eines Lochs im Boot nach einer Kollision und eines Frühstarts Gesamtrang zwei. Auf den Silberrängen liegen auch die T-Systems Teams 2008 mit Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) bei den 49ern sowie Johannes Polgar und Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) bei den Tornados. Hinter den eigenen Möglichkeiten zurück blieben die WM-Dritten Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner aus Berlin in der Yngling und sind zur Halbzeit Siebte. Eine weiße Weste behielt die Berlinerin Petra Niemann im Laser Radial, deren Weltmeisterschaft allerdings parallel in Neuseeland läuft.
Steffi Rothweiler sah das Unglück in der fünften Wettfahrt schon kommen, als die Israelis Nike Kornecki und Vered Bouskila dem vorfahrtberechtigten deutschen 470er in die Quere kamen. Deren Bug bohrte sich am Heck in die Rumpfschale und hinterließ ein zehn Zentimeter großes Loch. Während die Schuldigen einen Strafkringel (360 Grad) drehten und ihren seglerischen Fehler damit bereinigten, retteten die Geschädigten immerhin Platz fünf ins Ziel. "Das war ein dummes und unnötiges Ramming", so die Steuerfrau, "zumal die beiden in dem Rennen schon eine Frühstartdisqualifikation hatten." Für die nächsten Wettfahrten ab Mittwoch reparierte das pinta racing team sein Boot notdürftig. Nach der Regatta wird es jedoch in Hamburg in die Ziegelmayer-Werft gehen, um den Schaden professionell zu beheben. Schließlich ist es die Jolle, mit der Rothweiler/Kussatz im August bei den Olympischen Spielen in China segeln wollen. Rothweiler: "Ich bin zuversichtlich, dass daraus kein Nachteil entsteht. Es ist zumindest keine kritische Stelle zerstört."

Auch mit dem Schicksal im zweiten Tagesrennen haderte das 470er-Duo. "Wir wurden wegen Frühstarts disqualifiziert, obwohl andere am Start noch deutlich vor uns lagen, aber durchgekommen sind", ärgerte sich die Vorschoterin. Besonders bei den Einheimischen Via-Dufresne/Tutzo schien die Wettfahrtleitung beide Augen zuzudrücken. Dadurch wurde deren vierter Rang im Ziel gewertet, wodurch sie die Gesamtführung zurückeroberten, während Rothweiler/Kussatz ihren gesegelten dritten Rang streichen mussten. Kussatz: "Wir sind erstklassig gesegelt und um die Spitzenposition gebracht worden."

Rang eins vom Vortag büßten die Peckolt-Brüder ein, nachdem die letzten drei Gruppenrennen das Feld gehörig durcheinander würfelten. "Mit den Plätzen vier, fünf und acht lagen wir aber immer noch durchgehend im grünen Bereich", meinte Hannes Peckolt, "da ist noch kein wirklicher Ausrutscher bei." Mit zwei Tagessiegen mussten die deutschen Olympioniken jedoch Rodion Luka und Geogiy Leonchuk aus der Ukraine vorbeiziehen lassen. Die Silbermedaillengewinner von Athen 2004 gehen mit zwei Punkten Vorsprung in die Rennen der Goldflotte, der oberen Hälfte nach den Qualifikationswettfahrten.

Bei Windstärken zwischen null und vier sowie einer kreuz und quer laufenden Welle wurde das Segeln auf der 49er-Bahn zum "Vollwaschgang mit Schleuderkurs", so die Peckolts. Auf die Bootsgeschwindigkeit sei es dabei weniger angekommen als auf eine behutsame Taktik. Weiter konservativ bahnten sich die Brüder ihren Weg durch die Reihen nach vorne und kamen dabei auch schon mal "aus der Tiefe des Mittelfelds". Jan Peckolt: "Wir haben ein gutes Gefühl und sehen den Finalrennen optimistisch entgegen."

Bei den Tornado-Kollegen läuft alles auf einen Zweikampf von Polgar/Spalteholz mit den Franzosen Revil/Espagnon hinaus. Am dritten Wettfahrttag machten diese beiden Crews die Siege unter sich aus und verbuchten jeder einen. Punktgleich mussten die Deutschen Rang eins räumen, weil die Kontrahenten einen Tagessieg mehr auf dem Konto haben. "Das Duell verspricht Hochspannung in der zweiten Halbzeit", meinte Florian Spalteholz, "aber auch die Verfolger sind noch längst nicht außer Acht zu lassen." Bei ihnen selbst stimme jedenfalls sowohl das Geschwindigkeitspotential des neuen Katamarans als in der Folge auch die Taktik. "Mit dem richtigen Speed agieren wir soviel sicherer als zuletzt bei der verpatzten WM", erklärte Polgar, "dass macht Spaß und sehr zufrieden."

Erneut nur einen mäßigen Tag erwischten die Yngling-Frauen vom T-System Team 2008. Mit Rang 14 im fünften Rennen fuhren sie ihre schlechtestes Resultat ein, das sie zwar aus dem Gesamtergebnis herausstreichen dürfen, doch gab es bereits am Vortag einen Ausrutscher, der nun in die Wertung genommen werden muss. "Bei uns ist irgendwie der Wurm drin", so Steuerfrau Ulli Schümann, die auch Rang sechs im Anschluss nur halbwegs als Wiedergutmachung gelten lassen wollte. "Immerhin ging es wieder bergauf." An der Spitze tauschten die russischen Teams die Plätze. Basalkina/Ukrainseva/Maximova fielen knapp hinter Skudina/Krutskikh/Ivanova zurück.

Segeln in Zahlen

Zwischenstand nach dem 3. Tag der Princess Sofia Trophy in Palma de Mallorca/Spanien:

470er-Frauen
1. Natalia Via-Dufresne/Laia Tutzo (Spanien) 11
2. Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) 23
3. Giulia Conti/Giovanna Micol (Italien) 25

49er
1. Rodion Luka/Geogiy Leonchuk (Ukraine) 21 Punkte
2. Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) 23
3. Pietro und Gianfranca Sibello (Italien) 27

Tornado
1. Xavier Revil/Christophe Espagnon (Frankreich) 8 Punkte
2. Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) 8
3. Francesco Marcolii/Edoardo Bianchi (Italien) 14

Yngling
1. Ekatarina Skudina/Diana Krutskikh/Natalia Ivanova (Russland) 15 Punkte
2. Anna Basalkina/Vlada Ukrainseva/Ekaterina Maximova (Russland) 15
3. Sally Barkow/Carrie Howe/Debbie Capozzi (USA) 17
...
7. Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner (Berlin) 36

Dienstag, 18. März 2008

36. Gebrauchtboot- und Zubehörmarkt

Friedrichshafen – Eine große Auswahl an Booten und maritimem Zubehör aus zweiter Hand finden Wassersportler auf dem 36. Gebrauchtboot- und Zubehörmarkt. Die Veranstaltung findet von Freitag, 4. bis Sonntag, 6. April 2008 auf dem Messegelände Friedrichshafen statt.

Ob Segelboot, Motorboot oder Schlauchboot – die Besucher können aus einem vielfältigen Angebot auswählen; insgesamt werden rund 100 gebrauchte Boote von privaten Anbietern und Händlern erwartet. Preiswertes maritimes Zubehör wie Segel, Hänger, Motoren oder Taue bietet der „Flohmarkt für Maritimes“.

Der Gebrauchtboot- und Zubehörmarkt findet wieder am zweiten Wochenende der Friedrichshafener Frühjahrsmesse IBO statt und ist von Freitag, 4. bis Sonntag, 6. April 2008 jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro; für IBO-Besucher ist er inklusive. Weitere Infos unter www.gebrauchtboot-friedrichshafen.de.

Teilsperrung des Seerheins

Die Deutsche Bahn AG muss auf der alten Rheinbrücke in Konstanz Gleisreparaturarbeiten durchführen lassen.

Deshalb wird am 26. und 27. März 2008 die Brückendurchfahrt für den Schiffsverkehr teilweise gesperrt. Vorgesehen ist, dass am 26. März zuerst die rechte Durchfahrt gesperrt wird. Diese Durchfahrt wird aber noch am gleichen Tage wieder für die Schifffahrt geöffnet. Die mittlere Durchfahrt und die linke Durchfahrt werden bis in die 16. KW (14.04. bis 18.04.) gesperrt bleiben. Die Zeiten können sich witterungsbedingt verschieben.

Die Sperrung wird für jede Brückendurchfahrt mit einer Boje (Schifffahrtszeichen A.1) oberhalb und unterhalb der Brückendurchfahrt signalisiert. Die Brückendurchfahrt ist immer über eine geöffnete Brückendurchfahrt gewährleistet.

Deutsche Spitzenreiter im 49er und Tornado

PALMA. Die deutschen Olympiaaspiranten segelten auch am zweiten Tag der internationalen Princess Sofia Trophy in Palma de Mallorca/Spanien auf Medaillenkurs.

Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) vom T-Systems Team 2008 übernahmen nach fünf Rennen in der 49er-Klasse die Gesamtführung, die ihre Teamkollegen Johannes Polgar und Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) bei den Tornados verteidigten. Auf Rang zwei rückten die 470er-Frauen Steffi Rothweiler und Vivien Kussatz (München/Berlin) vom pinta racing team vor. Nur das Berliner Yngling-Trio Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner erwischte einen rabenschwarzen Montag (17. März) und fiel auf den sechsten Platz zurück. Die Berlinerin Petra Niemann ist im Laser Radial weiter ungefährdet.

"Das war ein goldener Tag wie er schöner kaum vorstellbar ist", schwärmte Hannes Peckolt nach drei Rennen, in denen zwar kein Tagessieg herausgesprungen war, aber mit den Einzelplätzen drei, drei und zwei souverän die Tabellenspitze von den Spaniern Frederico und Aturo Alonso erobert wurde. Bei traumhaften Segelbedingungen mit zwei bis drei Windstärken präsentierten sich die deutschen Olympioniken nach bereits gelungenem Auftakt am Wochenende weiter verbessert. "Sogar zwei von drei Starts waren diesmal Eins A", resümierte Steuermann "Pit" Peckolt.

Das die Brüder von Yachtclub Langenargen besonders freute: Die Topplatzierungen wurden ohne großes Risiko eingefahren. "Wir haben technisch sauber gesegelt mit reibungslosen Manövern", so der Vorschoter, "und lagen mit unseren taktischen Entscheidungen immer richtig." Kleine Chancen wurden konsequent genutzt und einige wichtige Positionskämpfe gewonnen. Nach fünf Rennen ohne einen Ausrutscher können die Peckolts beruhigt nach vorne schauen, wenn es laut Vorhersage frischere Winde geben soll.

"Im ersten Tagesrennen sahen wir schon die Lichter ausgehen", meinte Vivien Kussatz, "da hatten wir schon gleich nach dem Start 100 Meter Rückstand auf das 470er-Hauptfeld." Bei ihnen auf der benachteiligten Luvseite waren nur die Auftaktbesten Spanierinnen Via-Dufresne/Tutzo. Während die Europameisterinnen aus Deutschland eine hoffnungsvolle Aufholjagd starteten, blieben die Einheimischen zurück und wurden nur 24. "Wenn uns nicht auf der rechten Seite der Startkreuz noch ein Linksdreher erwischt hätte, wären wir sogar noch unter die Top Ten gesegelt", so die Steuerfrau.

Auch den elften Rang wollten sie jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Beim seinen Wunschbedingungen demonstrierte das pinta racing team anschließend sein Können. Erstmal gelang ein Nullstart auf der richtigen Seite und bereitete den Weg zu einem eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg. Auch von den rehabilitierten Spanierinnen ließen sich Rothweiler/Kussatz nicht mehr gefährden, obwohl diese ihnen bis zum Schluss auf den Fersen blieben. Die Gesamtführung übernahmen Giulia Conti und Giovanna Micol aus Italien.

Im ungewöhnlichen kleinen Feld mit nur acht Tornados behaupteten sich Polgar/Spalteholz auch in den Rennen drei und vier. Einem ungefährdeten Tagessieg folgte ein dritter Rang und somit die gleiche Tagespunktzahl wir die Zweitplatzierten Franzosen Revil/Espagnon. "Die Rennen sind wie kleine Medalraces auf höchstem Niveau", meinte Florian Spalteholz, schließlich seien fünf der Gegner bei den Sommerspielen in China Medaillenkandidaten. "Die können wir hier alle sehr genau beobachten und gewinnen wichtige Erkenntnisse", sagte Johannes Polgar.

"Den Montag vergessen wir lieber schnell, morgen ist ein neuer Tag", bilanzierte Ulli Schümann zwei Yngling-Wettfahrten, die nach einem achten Rang im Mittelfeld als 13. von 16 einen herben Ausrutscher brachten. Bei leichterer Brise als am Vortag, aber erneut unruhigem Wasser kam das T-System Team 2008 nicht in Fahrt und musste die Medaillenränge vorerst verlassen. Ein schwacher Trost: Auch die Topfavoritinnen auf Olympia-Gold, die Britinnen Ayton/Webb/Wilson fielen auf den vierten Rang zurück. Es führen zwei russische Teams mit Basalkina/Ukrainseva/Maximova vor Skudina/Krutskikh/Ivanova.

Segeln in Zahlen

Zwischenstand nach dem 2. Tag der Princess Sofia Trophy in Palma de Mallorca/Spanien:

470er-Frauen
1. Gulia Conti/Giovanna Micol (Italien) 12 Punkte
2. Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) 19
3. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher (Österreich) 25

49er
1. Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) 9 Punkte
2. Frederico und Aturo Alonso (Spanien) 12
3. Rodion Luka/Geogiy Leonchuk (Ukraine)

Tornado
1. Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) 8 Punkte
2. Xavier Revil/Christophe Espagnon (Frankreich) 10
3. Francesco Marcoli/Edoardo Bianchi (Italien) 14

Yngling
1. Anna Basalkina/Vlada Ukrainseva/Ekaterina Maximova (Russland) 10 Punkte
2. Ekatarina Skudina/Diana Krutskikh/Natalia Ivanova (Russland) 13
3. Sally Barkow/Carrie Howe/Debbie Capozzi (USA) 15
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6. Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner (Berlin)

Montag, 17. März 2008

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Auftaktführung für Polgar/Spalteholz

PALMA. Zum Auftakt der internationalen Princess Sofia Trophy segelten Johannes Polgar und Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) vom T-Systems Team 2008 am Sonntag (16. März) auf Platz eins.

Die Regatta im spanischen Palma de Mallorca gilt bei den Katamaranen als Generalprobe für die deutsche Olympiaausscheidung Mitte April in Frankreich. Auch die Berliner Yngling-Crew mit Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner sowie die 49er-Mannschaft Jan und Hannes Peckolt aus Hamburg und Kiel (alle T-Systems Team 2008) überzeugten beide mit Gesamtrang drei. Dritte sind auch die 470er-Frauen Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) vom pinta racing team. Petra Niemann (Berlin) führt in Abwesenheit aller WM-Teilnehmerinnen das Laser Radial-Feld an.

Für das Tornado-Duo war das erste Tagesrennen quasi die Jungfernfahrt mit einem nagelneuen Kat aus der schwedischen Hightech-Schmiede von Göran Marström. Den hatten Polgar/Spalteholz eigens für die Olympiaausscheidung bestellt, in der sie die Brüder Tino und Nico Mittelmeier aus Langenargen hinter sich lassen müssen, wenn sie im August zu den Segelspielen nach Qingdao/China fahren wollen. "Auf dem neuen Boot fühlen wir uns wieder wie Zuhause", meinte Johannes Polgar hochzufrieden, "wir spürten jederzeit das Potential, angreifen zu können." Der Neubau sei gar kein Vergleich zum WM-Boot, mit dem sie Ende Februar in Neuseeland nicht über Rang 21 hinaus gekommen waren.

"Nach unserem ersten Eindruck haben sich die Nachtschichten in der vorigen Wochen richtig gelohnt", so der Vorschoter, "wir haben nämlich jeden Beschlag selbst angebaut, um ihn hundertprozentig so gesetzt zu bekommen, wie wir ihn haben wollen." Die gute Vorbereitung zuhause zahlte sich doppelt aus, denn aufgrund einer Fahrzeugpanne war das Schiff erst einen Tag vor Regattabeginn in Palma eingetroffen und erlebte quasi einen Kaltstart. Doch bei mittleren bis leichten Winden fuhr das T-Systems Team 2008 jederzeit in der Spitzengruppe mit und landete zweimal auf Rang zwei. Das bedeutete die Gesamtführung vor den österreichischen Olympiasiegern von 2000 und 2004, Roman Hagara/Hans-Peter Steinacher.

Die Peckolt-Brüder feierten nach Platz fünf im ersten 49er-Gruppenrennen einen Tagessieg und rangieren nur einen Zähler hinter den einheimischen Spitzenreitern, den Alonso-Brüdern. "In der zweiten Wettfahrt haben wir die Spanier knapp geschlagen, obwohl uns beinahe ein Fischerboot über den Haufen gefahren hätte", berichtete Hannes Peckolt an Land. Gerade mal ein Meter Platz blieb zwischen der Gleitjolle und dem Dieselkutter, doch "danach lagen wir vor den Alonsos."

Trotz der erstklassigen Platzierungen waren die deutschen Olympiaqualifikanten nur eingeschränkt zufrieden. "Die Starts waren noch nicht das Gelbe von Ei", analysierte der Steuermann selbstkritisch, "von daher hätten wir kaum so weit vorne landen dürfen." Doch technisch und taktisch klappte es auf der Regattabahn wie am Schnürchen. Bei mittleren Winden, stärker als vorhergesagt, hatten die auf Leichtwind getrimmten Peckolts keine Geschwindigkeitsnachteile. Noch stark grippegeschwächt verzichtete das zweite T-Systems Team 2008 mit Marcus Baur und Hannes Baumann (Kiel) nach Platz 17 auf einen Start im zweiten Rennen und ist 42.

Positiv bilanzierte auch Ulli Schümann den Auftakttag, obwohl für das Yngling-Trio noch mehr drin gewesen wäre. "Im zweiten Rennen haben wir geführt und dann auf der Kreuz einen dummen taktischen Fehler gemacht", so die Steuerfrau, der kostete im Ziel drei Plätze und den direkten Punktanschluss an die beiden Führenden. Das olympiaähnliche Feld von nur 17 Booten sei jedoch ein ideales Training für den Saisonhöhepunkt. Schümann: "Und Top drei bei den sehr wechselhaften Bedingungen mit kabbeliger Welle stellt uns durchaus zufrieden."

Nach zwei "miserablen Starts" kämpften sich Steffi Rothweiler und Vivien Kussatz bei den 470er-Frauen jedesmal nach vorne durch und landeten auf den Einzelplätzen fünf und zwei. "Wir probieren hier eine neue Segelgarderobe aus", sagte die Steuerfrau, "und die macht bisher einen ausgezeichneten Eindruck." Denn die Thermik hatte sich auf gute drei Windstärken aufgebaut. "Das ist schon mehr als unser Lieblingswind", erklärte die Vorschoterin, von daher sei die Aufholjagd besonders hoch einzuschätzen. Genau wie die Yngling-Frauen berichtete auch das pinta racing team von einer "ungewöhnlichen Welle, die kreuz und quer lief", jedoch "ein idealer Test für Qingdao" sei.


Segeln in Zahlen

1. Tag der Princess Sofia Trophy in Palma de Mallorca/Spanien:

470er-Frauen
1. Natalia Via-Dufresne/Laia Tutzo (Spanien) 3 Punkte
2. Gulia Conti/Giovanna Micol (Italien) 6
3. Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) 7

49er
1. Frederico und Aturo Alonso (Spanien) 5 Punkte
2. Paul Campbell-James/Mark Asquith (Großbritannien) 6
3. Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) 6
...
42. Marcus Baur/Hannes Baumann (Kiel) 44

Tornado
1. Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) 4 Punkte
2. Roman Hagara/Hans-Peter Steinacher (Österreich) 5
3. Xavier Revil/Christophe Espagnon (Frankreich) 6

Yngling
1. Anna Basalkina/Vlada Ukrainseva/Ekaterina Maximova (Russland) 4 Punkte
2. Sarah Ayton/Sarah Webb/Pippa Wilson (Großbritannien) 5
3. Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner (Berlin) 9.

Mittwoch, 12. März 2008

Minister Tiefensee eröffnet 119. Travemünder Woche

TRAVEMÜNDE. Wolfgang Tiefensee wird am 18. Juli die 119. Travemünder Woche eröffnen. Der Bundesverkehrsminister übernahm die Schirmherrschaft über die Traditionsveranstaltung und wird das Ostseebad für zwei Tage besuchen.

Damit macht nach etlichen Jahren Pause wieder ein hochrangiger Bundespolitiker der Travemünder Woche die Aufwartung und unterstreicht deren große Bedeutung weit über die Landesgrenzen hinaus. Die schönste Segelregatta der Welt erwartet bis zum 27. Juli in mehr als 30 Klassen rund 800 Jollen und Yachten mit etwa 2000 Aktiven aus dem In- und Ausland. Fünf Titelkämpfe, darunter die ORC-Europameisterschaft der Sportsboote, wurden ausgeschrieben. Rund eine Million Besucher feiern jedes Jahr das maritime Festival an Land.
Sein Interesse beteuerte der Minister den Veranstaltern vom Lübecker Yacht-Club bei einem Treffen Anfang Februar persönlich. Jetzt kam die offizielle Zusage aus dessen Büro im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. „Wir sind hocherfreut und fühlen uns vom ‚Ja-Wort‘ auch geehrt“, sagt die Organisationsspitze der TW mit Karin Böge und Claus-Dieter Stolze. Als oberster Verwaltungschef auch der Bundeswasserstraßen wie der Trave sowie des Regattareviers im Küstenstreifen der Lübecker Bucht sei Wolfgang Tiefensee in gewissem Sinne sogar Hausherr und von daher „zuständig“ und besonders willkommen. Sein Besuch werte die internationale Regattawoche im olympischen Jahr kurz vor den Spielen in China zusätzlich auf, nachdem auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, seinen erneuten Eröffnungsbesuch bekräftigte.

Dass es für den Bundesverkehrsminister mehr als ein Höflichkeitstermin ist, wird allein dadurch deutlich, dass er nicht schon am Freitagabend (18. Juli) gleich wieder abreisen will. Seine Zusage gilt auch für ein Eröffnungs-Dinner, das die Messe Düsseldorf als langjähriger TW-Partner im „Columbia Hotel Casino“ gibt. Am Sonnabend will Wolfgang Tiefensee sich auf einer Regattabegleitfahrt ein Bild von den Segelwettkämpfen vor Ort machen. Dabei dürfte er auch den Start von mehr als 50 Hochseeyachten zum vierten Baltic Sprint Cup sehen, dessen erste Etappe nach Karlskrona in Schweden führt.Ganz zufällig ist der Besuch Tiefensees (natürlich) nicht zustande gekommen. Kurt Schoop, ehemaliger Geschäftsführer der Messe Düsseldorf und nicht nur in Travemünde wohnhaft, sondern auch mit TW-Herz ausgestattet, hatte ihn für einen Vortrag über Generationenpolitik im Travemünder „Rosenhof“ gewonnen. Dabei traf er auch die Lübecker Sportsenatorin Annette Borns sowie Karin Böge und Rolf Erwert aus dem LYC-Vorstand, die nochmals – befürwortet und unterstützt von Schoop und dem jetzigen Messechef Werner Dornscheidt – die Bitte eines TW-Besuchs an den Minister herantrugen.

Dienstag, 11. März 2008

Blickrichtung Olympia ohne Kompromisse

"Ein so genannter Leistungsnachweis bei einer internationalen Regatta würde alle Zweifel ausräumen", erklärt Vorschoterin Vivien Kussatz vom Spandauer Yacht-Club Berlin. Das wäre zum Beispiel ein Platz unter den besten Zwölf bei der Princess Sofia Trophy, die am kommenden Sonntag (16. März) im spanischen Palma de Mallorca beginnt. Dort haben die amtierenden Europameisterinnen auch ihr Wintertraining abgehalten und sind seit Montag (10. März) wieder vor Ort. "Diese letzte Norm sollte hoffentlich keine Hürde sein, denn wir haben drei Chancen dazu", meint die Steuerfrau vom Württembergischen Yacht-Club Friedrichshafen, "wenn wir das nicht schaffen, gehören wir eigentlich auch nicht nach China."

Denn dort lautet das Traumziel eine Medaille. Ihre Konzentration gilt bereits voll und ganz den voraussichtlich außergewöhnlichen Segelbedingungen auf dem olympischen Revier. Vor der chinesischen Hafenstadt, einst um 1880 deutsche Kolonie, von der die Bierbraukunst und der Kirchenbau blieben, herrschen Mitte August fast immer schwache Winde oft mit starken Wasserströmungen. "Obwohl uns Leichtwind grundsätzlich gut liegt, stimmen wir das Material und den Trimm darauf besonders ab", so das 470er-Duo.

Bei der Starbootmannschaft ist das nicht anders. Am Nordostseekanal in Kiel baut Marc Pickel derzeit sein eigenes Boot speziell für den Olympiaeinsatz. Der gelernte Bootsbauer geht dabei keine Kompromisse ein. Weil der Materialcontainer mit den Booten für China bereits im April gepackt werden muss, verzichteten Pickel/Borkowski sogar schweren Herzens auf einen Start beim Bacardi Cup in Miami, der gerade mit mehr als 100 Teilnehmern in einem WM-reifen Feld gesegelt wurde.

"Wir mussten den Wettkampf streichen, sonst wäre der Neubau nicht mehr rechtzeitig fertig geworden", erläutert der Steuermann vom Kieler Yacht-Club. Während er Tag und Nacht in der Werfthalle verbrachte, nutzte der Vorschoter vom Sportclub Berlin-Grünau die Zeit, um die Konkurrenz vom Begleitboot aus zu beobachten. "Wenn ich selbst an der Bordwand hänge und wir unsere eigene Taktik machen müssen, sehe ich die Feinheiten bei den anderen nicht", so Borkowski, der 2000 in Sydney/Australien an Bord der Soling von Jochen Schümann eine Silbermedaille gewann. "Bei den Manövern und der Vorwindtechnik gab es interessante Unterschiede, die wir beim nächsten Training auch ausprobieren werden."

Das ist für den 2. April im Vorfeld der WM in Florida angesetzt. Dort haben Pickel/Borkowski nichts zu verlieren. Ihr Augenmerk gilt dem Abschneiden der Hamburger Robert Stanjek/Markus Koy, die mit einem Platz unter den Top Ten im letzten Moment eine nationale Olympiaausscheidung Ende Mai in Holland erzwingen könnten. Die Mitbewerber ließen zwar durch einen Tagessieg im letzten Rennen aufhorchen, landeten nach einer Disqualifikation zum Auftakt und mäßigen Plätzen in der Folge beim Bacardi Cup nur auf dem 24. Gesamtrang. Es siegten die Portugiesen Alfonso Domingos/Bernado Santos als einzige europäische Gewinner in der 81-jährigen Geschichte nach 2004 bereits zum zweiten Mal.

"Besonders die Portugiesen haben vor dem Wind viele Gegner überholt", beobachtete Ingo Borkowski, “die haben eine ausgefeilte Technik." Außerdem hörte er an Land von den Olympiaplänen der Weltelite. Borkowski: "Alle richten ihre Konfigurationen kompromisslos auf Leichtwind aus. Mit Allroundmaterial ist in Qingdao kein Staat zu machen. Auch andere Spitzencrews testen noch neue Boote."

Montag, 10. März 2008

Aderlass gut überstanden - SMCF wählt neuen Vorstand

SMCF wählt neuen Vorstand

Friedrichshafen – (st) Der Segel-Motorbootclub Friedrichshafen (SMCF) hat am Samstag, den 8. März 2008 seine jährliche Hauptversammlung abgehalten. Wichtigster Punkt waren die Vorstandswahlen, da eine ganze Reihe der bisherigen Vorstandsmitglieder nicht mehr kandidierten. Am Ende der Versammlung waren sich alle einig: Der neue Vorstand ist hervorragend besetzt.

Die letzten Wochen waren von der Suche nach geeigneten Kandidaten geprägt gewesen, denn von den zehn Vorstandsposten mussten sechs neu besetzt werden. Fehlende Zeit, berufliche und private Belastung waren die Gründe für den Abgang so vieler, oft langjähriger Vorstandsmitglieder. Schließlich konnte eine Lösung präsentiert werden, bei der keine Position durch Verlegenheitskandidaten besetzt werden musste, sondern jeweils sehr gute Kandidaten gefunden wurden.

Zunächst jedoch begrüßte Präsident Klaus Hagenlocher die versammelten Mitglieder in neugestalteten Gastraum der Clubgaststätte „Schussen“. Seit 1. März bietet die Wirtsfamilie Petrovic eine breit gefächerte Speisenauswahl an, der Außenbereich wurde komplett umgestaltet und auch im Gastraum herrscht eine helle, freundliche Atmosphäre. Dem Gedenken an die Verstorbenen des Jahres 2007 – Ehrenkommodore Berthold Barth, Ruth Schnitzler und Alexandra Overrath – folgten die Berichte aus den Ressorts. 2007 war en Jahr ohne besondere Vorkommnisse gewesen, ganz im Gegensatz zu 2008: Im laufenden Jahr leitet der SMCF die Friedrichshafener Segelwochen, zudem veranstaltet er turnusgemäß den gemeinsamen Ball der Friedrichshafener Segelvereine und als sportliches Highlight im August den World Cup der Aphrodite IOI, einer Einheitsklasse zehn Meter langer, sportlicher Yachten, die mit vier Mann Besatzung gesegelt werden.

Dass ein solches Programm zusätzlich zu den vier alljährlich ausgerichteten Regatten gestemmt werden kann, zeigt, dass die Bereitschaft zur Mit- und Zusammenarbeit im SMCF nach wie vor ausgeprägt ist. Die Berichte der Vorstände spiegelten dies wider, auch im Bereich Ausbildung, wo Erwachsene das Bodensee-Schifferpatent erwerben können und wo eine ganze Reihe von Ausbildern teils 15 Wochen am Stück einen Abend für ihr Ehrenamt „opfert“. Schließlich wurde der bisherige Vorstand einstimmig entlastet.

Die von Walter Raithel geführte Vorstandswahl lief zügig ab; neuer und alter Präsident ist Klaus Hagenlocher, der eigentlich aus Altersgründen nicht mehr antreten wollte, sich aber bereiterklärte, für ein Jahr weiter zur Verfügung zu stehen. Vizepräsident wurde Dr. Ernst Gut, ein sportlich aktiver Segler, der zwar recht neu im SMCF ist, aber aus anderen Segelvereinen 40 Jahre Erfahrung mitbringt. Zur Schriftführerin wählten die Mitglieder Jutta Weißhaar, die seit geraumer Zeit schon den Internetauftritt des SMCF pflegt. Schatzmeister Heinz Höcky wurde ebenso wie Abteilungsleiter Segeln/Motor Uwe Eggeling einstimmig wiedergewählt, zum neuen Takelmeister wurde Erwin Duelli gewählt. Neu im Vorstand sind auch Thomas Haug, der die Aufgaben des Sportwarts übernimmt, und Phillip Schmid als Jugendwart. Ein Kandidat für den Posten Veranstaltungswart wurde nicht gefunden, hier wurde eine kommissarische Lösung gefunden. Alle Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimme gewählt. Nach zwei Stunden konnte der alte und neue Präsident Klaus Hagenlocher eine harmonische Hauptversammlung beschließen.


Bild: Der neue Vorstand des SMCF (v.l.):
Uwe Eggeling, Thomas Haug, Klaus Hagenlocher, Jutta Weißhaar,
Ernst Gut, Heinz Höcky, Erwin Duelli und Phillip Schmid.

Dienstag, 4. März 2008

Rolf Mohne Ehrenmitglied der IWGB

Auf der diesjährigen Generalversammlung der Internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee IWGB wurde deren Mitbegründer und ehemalige Messegeschäftsführer Rolf Mohne verabschiedet und für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Mohne kandidierte nach 23 Jahren nicht mehr für das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden und Schatzmeisters des Wassersportdachverbandes am Bodensee mit 25 Trägervereinen und mehr als 200.000 Mitgliedern.

In seiner Laudatio betonte Präsident Dr. Hans-Luzius Studer (Schweiz) nochmals wie weitsichtig die Entscheidung von Rolf Mohne und dem damaligen Geschäftsführer des schweizerischen Bootsbauerverbandes Roland Zaugg war, in schwierigen Zeiten des Wassersportes mit willkürlichen Entscheidungen und unsachlichen Angriffen Anfang der 80er Jahre dessen Interessenvertretung in einem starken Dachverband zu bündeln.

Mit Rolf am Ruder der IWGB wurde eine Strategie aufgebaut, welche bis heute für die IWGB Gültigkeit hat und die der Leitlinie "Für Wassersport und Umweltschutz!" folgt. Sachliche Aufklärung und die Korrektur des Image der Seebenützer bildeten das Schwergewicht der Tätigkeit. Fundiert wird sie mit eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen, Werbung, Messeautritten und Pressearbeit bis hin zu praxisgerechter Umweltarbeit.

Diese erfolgreiche Arbeit wird der von der Delegiertenversammlung in seinem Amt bestätigte Dr. Hans-Luzius Studer mit seiner neuen Vorstandsmannschaft fortsetzten, die jetzt neu mit ihm Dirk Kreidenweiß von der Messe Friedrichshafen und Ruedi Schellenberg vom Bodensee-Segler-Verband BSVB komplettiert wird.

So entwickelt sich die von der IWGB als Alternative zur Blauen Flagge speziell für die Bedürfnisse des Bodensees entwickelte Umweltauszeichnung Blauer Anker immer mehr zur Erfolgsgeschichte. 2008 werden sich 12 Wassersportanlagen rund um den Bodensee für die Umweltauszeichnung bewerben. Ein Team von ehrenamtlichen Auditoren wird die Zertifizierungen vornehmen und die Hafenanlagen nach einem festegelegten Kriterienkatalog, der seine Schwerpunkte bei den Themen Umweltverträglichkeit und Sicherheit hat, überprüfen. Durch das ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten halten sich die Kosten in einem Bereich von rund 150 Euro für die Zertifizierung mit dem Blauen Anker.

Die Umweltarbeit der IWGB konnte zudem mit einer Reihe von praktischen Maßnahmen weiter vorangetrieben werden. So wurde vom Vorstand und Geschäftsführenden Ausschuss ein spezielles Bindetuch entwickelt, das auf einfache Weise verhindert, dass beim Betanken Treibstoff daneben geht oder sogar ins Wasser gelangt. Das Tuch wurde in einer Behindertenwerkstatt produziert und mit einer Bedienungsanleitung zum Selbstkostenpreis an die Wassersportler abgegeben. Es stößt auf großes Interesse. So haben bereits Werften für ihre Kunden größere Stückzahlen geordert. Und auch der ADAC Bereich Sportschifffahrt, der ebenfalls Mitglied der IWGB ist, wird das praktische Tuch anbieten.

Mit Merkblättern, die an alle Wassersportler verteilt werden, wirbt die IWGB für sauberen Wassersport: dazu zählt ganz neu vor Saisonbeginn eine Auflistung von umweltfreundlichen und triazinfreien Unterwasserfarben, die in Zusammenarbeit mit den Farbherstellern erstellt wurde.
Gemeinsam mit dem Limnologischen Institut wurde ein Merkblatt entwickelt, das den Wassersportlern erläutert, wie verhindert werden kann, dass mit Booten, die gelegentlich das Revier wechseln, bei der Rückkehr seefremde Kleinlebewesen in den See gelangen können.

Beim von der IWGB organisierten Umwelttag in Fussach werden Referenten der IWGB und von unterschiedlichen Einrichtungen wie dem Limnologischen Institut oder Naturschutzverbänden Umweltreferenten von Vereinen als Multiplikatoren in Umweltthemen des Wassersports einführen.

EIn Augenmerk hat die IWGB immer auf unterschiedlichste Belange, die die Rahmenbedingungen des Wassersports betreffen. Dazu zählen z. B. neue geplante Gesetze wie z. B. zur Zulassung von Motoren, derzeit ganz konkret das Bodensee-Leitbild oder das Internetportal Bodensee-Online.


Bildtext: Der neue IWGB-Vorstand mit Dirk Kreidenweiß, Dr. Hans-Luzius Studer und Ruedi Schellenberg mit Ehrenmitgleid Rolf Mohne (zweiter v.r.). Foto und Bericht Hans-Dieter Möhlhenrich

NB: Die Homepage des IWGB wird gesponsert von www.bodensee-news.ch bzw. von www.br-net.ch webdesign

UBS Sportboot Cup 2008 - 12./13. April


Wir von der Seglervereinigung Kreuzlingen (SVK) freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir für unseren jährlich wiederkehrenden „Sportboot Cup“ einen neuen Sponsor gewinnen konnten, es handelt sich hierbei um die Bank „UBS“!

Der Name des Events ändert somit auf UBS Sportboot Cup 2008

Die Veranstaltung mutierte in den letzten Jahren zu einer der grössten Sportbootveranstaltungen in Europa mit Massenstart.

Auch dieses Jahr werden wieder eine Vielzahl von Sportbooten erwartet. Es liegen schon sehr viele Anmeldungen bekannter Sportboot-Klassenvereinigungen vor, diese sind um nur einige stellvertretend zu nennen: Melges24, ESSE 850, UFO 22, Beneteau/Platu 25, 8m One Design, etc.

Die Ausschreibung in Deutsch und Englisch, wie auch das Meldeformular kann ONLINE über die SVK-Website http://www.svk-kreuzlingen.ch/ unter der Rubrik „Regatten“ runter geladen werden oder gleich hier: Ausschreibung/Pre Notice, Meldeformular Entry Form. Meldeschluss ist der 31. März 2008. Der SVK freut sich über Eure frühzeitige Meldung.

Freitag, 29. Februar 2008

1. Bodensee-Schiffsweinmesse im Konstanzer Hafen

Ab Mittwoch, den 5. März 2008 steht Konstanz über fünf Tage ganz im Zeichen des Wein-Genusses. Die 1. Bodensee Schiffs-Weinmesse ,,Convinum" findet im Konstanzer Hafen vom 5. März bis 9. März statt - und wie es sich gehört für eine Lage am See, auf Schiffen. Winzer aus dem Süden Deutschlands, der Schweiz und Österreich stellen ihre Weine und Brände vor. Auf den Schiffen werden auch kulinarisch dazu passende Spezialitäten angeboten.

Die Weine aus den Regionen brauchen sich schließlich nicht verstecken:
Regelmäßig werden sie bei Weinwettbewerben ausgezeichnet. Grund genug, sie ausführlich und ,,geballt" vorzustellen und kennen zu lernen. Dazu bietet die Weinmesse eine hervorragende Möglichkeit: Schließlich muss man nicht von Weingut zu Weingut reisen, sondern kann die Weine auf den Schiffen im Konstanzer Hafen probieren und sich einen guten Überblick über die Vielfalt verschaffen. Dabei gibt's jeden Tag Neues zu verkosten, denn auf drei Schiffen präsentieren die Winzer ihre Produkte. Der erste Tag, 05.03.2008, ist für das Fachpublikum reserviert: Um 14:00 Uhr öffnet die Messe für das Fachpublikum die Pforten bis 19:00 Uhr.

Neben den Weinverkostungen gibt es noch viel mehr zu entdecken. Wer bisher ,,nur" im Fernseher die Kochshows, wie ,,Kochen bei Kerner" oder ,,Lafer, Lichter, Lecker", verfolgt hat, kann nun ,,live" dabei sein. Die etwas andere Kochschule ,,Octosenso" bietet an allen Tagen Show-Kochen an. Hier gibt's viel über den eigenen Geschmack zu lernen, denn Octosenso ist auch eine Geschmacksschule, die das Individuelle des Geschmackssinns hervorhebt.
Die Koch-Shows werden von der renommierten Käserei Rutz aus Wittenbach bei St. Gallen begleitet. Die Käserei hat beim Swiss Cheese Award 2006 einen Preis für den Frischkäse ,,Dark Angel Schokolade" erhalten. Am 8. März ist dann Partytime: Von 22:00 Uhr bis 4:00 Uhr morgens wird auf dem Gastroschiff gefeiert! Schiffe schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Auf Schiffen lässt sich träumen und feiern - kein Wunder erleben die Kreuzfahrtschiffe einen Boom.

Eine Weinmesse auf Schiffen zu besuchen verspricht einen besonderen Reiz:
Das ,,Reise- oder Ausflugsgefühl" lässt von fernen Welten träumen. Und die Holzvertäfelung auf dem Schiff ,,Karlsruhe" schafft zudem eine heimelige Atmosphäre. Da die Schiffe am Hafen angelegt sind, gibt es noch einen ganz anderen Vorteil: Man wird nicht seekrank. Bei den vielen Weinen, die es zu verkosten gilt, ist das bestimmt kein Nachteil. Und dann kann man auch noch die vielen, guten Spezialitäten genießen - ohne flaues Gefühl.

Die Winzer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sind in den letzten Jahren so richtig durchgestartet. Viele Auszeichnungen für ihre Weine haben sie nach Hause gebracht. Gold- und Silbermedaillen für Spätburgunder, Chardonnay und Müller-Thurgau zieren die Wände der Weingüter. Die Winzer setzen auf Qualität und nicht auf Quantität. Denn wer Massenwein herstellen will, braucht Hochleistungsweinberge - und die brauchen viel Chemie, da die Rebstöcke anfälliger für Krankheiten sind. Und das schätzen die Menschen dieser Regionen nicht - kein Wunder! Geschätzt wird: guter Wein, zum fairen Preis, vom ehrlichen Winzer. Ein Besuch auf der Convinum zeigt, dass all das möglich ist.

Tageskarten kosten 10,00 Euro und sind an den Verkaufsständen vor den Schiffen erhältlich. Nähere Informationen unter www.con-vinum.com oder Büro Convinum, Tel.: +41-71-686 89 90

Programm:
05.03.2008: Eröffnung/Fachtag 14:00-19:00 Uhr
06.03.2008: Expo 11:00-20:00 Uhr; Gastroschiff bis 24:00 Uhr
06.03.2008: Expo 11:00-20:00 Uhr; Gastroschiff bis 24:00 Uhr
08.03.2008: Expo abends Partytime 11:00-20:00 Uhr; Gastroschiff bis 04:00 Uhr
09.03.2008: Expo 11:00-20:00 Uhr; Gastroschiff bis 23:00 Uhr

Gäbler/Struckmann vor dem Finaltag in Lauerstellung

TAKAPUNA. Vor dem Finaltag der Segelweltmeisterschaft in der olympischen Tornado-Klasse liegen Roland Gäbler und Gunnar Struckmann vom T-Systems Team 2008 in Takapuna/Neuseeland zwar auf dem undankbaren vierten Platz. Doch der dreimalige Titelträger aus Tinglev und sein Vorschoter aus Kiel haben Edelmetall noch fest im Auge. Denn der Rückstand auf die neuen Spitzenreiter Darren Bundock/Glen Ashby (Australien) beträgt nur zehn Punkte; "Silber" und "Bronze" sind vor den letzten beiden Wettfahrten nur fünf Zähler entfernt. Auch das zweite T-Systems Team 2008 mit Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) segelte am Freitag ein starkes Rennen (3.), wurde aber anschließend wegen Frühstarts disqualifiziert und fiel auf den 21. Gesamtrang zurück. Tino und Niko Mittelmeier aus Ueberlingen sind 27.

Aufatmen hieß es schon am Freitagmorgen für Gäbler und Struckmann, denn bereits vormittags wehte eine anständige Nordostbrise auf dem Regattarevier bei Auckland, die bei strahlendem Sonnenschein durch Thermik stetig zunahm. "Das war der schönste Segeltag, den wir bisher hier erlebt haben", schwärmte Struckmann, "einfach traumhaft." Bei mäßigen bis frischen Winden spielte die relativ schwere Mannschaft ihre Trimmvorteile eiskalt aus. Einzig die befreundeten Australier Bundock/Ashby waren in der siebten Wettfahrt eine Nummer besser. Gäbler: "Wir haben das Feld angeführt, aber die Jungs sind auch sehr schnell und fanden einen noch günstigeren Weg zum Ziel."

Im Anschluss startete die deutsche Olympiamannschaft von Athen 2004 erneut auf den Punkt, wählte aber eine etwas zu konservative Taktik, um wieder ganz vorne dabei zu sein. "Durch die Mitte geht es halt oft gut, aber manchmal nicht optimal", so der Steuermann, "wir mussten im Verlauf des Rennens noch ein paar Boote überholen, um am Ende einen fünften Platz zu belegen." Damit war das T-Systems Team 2008 gemeinsam Tagesbestes, denn Bundock/Ashby kam hinter ihm als Sechstes ins Ziel.

Noch vor den beiden Top-Crews hatten Polgar/Spalteholtz nach einem souveränen Rennen die Ziellinie überquert. Doch das böse Erwachen folgte auf dem Fuße, denn ihr Tornado war an der Startlinie als Frühstarter identifiziert worden. Statt drei gab's 52 Punkte, die zwar gestrichen werden können, aber die mühsame Aufholjagd im Gesamtklassement jäh bremsten. "Auf das Endergebnis kommt es eh nicht mehr an, das ist schon verpatzt", meinte Polgar, "viel wichtiger ist für uns, dass wir endlich wieder richtig gut gesegelt sind, und auch bei frischen Bedingungen mit der Weltelite mithalten konnten."

Für den Schlusstag am Sonnabend (1. März) wurden noch stärkere Winde vorhergesagt. "Uns kann das nur Recht sein", so Gäbler und Struckmann, "wir wollen nicht nur dabei sein, sondern segeln hier auf Sieg." Der vierte WM-Titel wäre nach der verpassten Olympiaqualifikation "die schönste Entschädigung". In zwei noch ausstehenden Wettfahrten, da die Klasse kein finales Medalrace segelt, liegt sogar die Goldmedaille noch im Bereich des Möglichen.

Segeln in Zahlen
5. und vorletzter Tag der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland Gesamtstand nach acht von zehn Wettfahrten:
1. Darren Bundock/Glen Ashby (Australien) 34 Punkte
2. Oskar Johansson/Kevin Stittle (Kanada) 39
3. Yann Guichard/Alexandre Guyander (Frankreich) 39
4. Roland Gäbler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 44
5. Francesco Marcolini & Edoardi Bianchi (Italien) 46
6. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (Niederlande) 52
...
21. Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) 127
...
27. Tino und Niko Mittelmeier (Ueberlingen) 165

Donnerstag, 28. Februar 2008

Leichtwindspezialisten auf dem Vormarsch

TAKAPUNA. Trotz eines Rückschlags blieben Roland Gäbler und Gunnar Struckmann vom T-Systems Team 2008 bei der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland in Reichweite der Medaillen.

Die Starkwindspezialisten überstanden den ersten Leichtwindtag am Donnerstag (28. Februar) mit einem blauen Auge und rutschten nur auf den fünften Gesamtrang ab. Der dreimalige Titelträger aus Tinglev und sein Kieler Vorschoter liegen nun 16 Punkte hinter den Franzosen Yann Guichard und Alexandre Guyander aus Frankreich, die die Führung sechs Zähler vor den Aufsteigern des Tages, Darren Bundock und Glen Ashby aus Australien, verteidigten. Johannes Polgar aus Dänisch-Nienhof und der Eckernförder Florian Spalteholtz, ebenfalls vom T-Systems Team 2008, verbesserten sich auf Platz 17 weiter und liegen acht Ränge vor Tino und Niko Mittelmeier aus Ueberlingen.

"Für die schweren Mannschaften war das natürlich ein Katastrophentag", meinte Roland Gäbler nach den Wettfahrten fünf und sechs, die nach einer totalen Flaute auf dem Hauraki Golf vor Auckland am Reservetag nachgeholt wurden. Trotz negativer Vorhersagen setzte nach dem Mittag eine leichte Brise ein, die laut Gäbler "grenzwertig, aber durchaus segelbar war." Er startete gut, konnte aber die Position gegen bei diesen Bedingungen schnellere Gegner nicht halten und musste den Kurs wechseln. "Dann steuerten wir auf die benachteiligte Seite der Startkreuz und waren an der ersten Wendemarke nur 40." Die Aufholjagd führte zwar noch zehn Plätze nach vorne, doch das war als schlechtestes Einzelergebnis der Streicher.

Umso wichtiger wurde das zweite Tagesrennen für Gäbler/Struckmann, die sich keinen weiteren Ausrutscher leisten durften. Der Wind hatte noch etwas zugelegt, und die Olympiateilnehmer von 2004 hielten sich nach sehr gutem Start eine ganze Weile in der Spitzengruppe. Struckmann: "Leider waren wir dann auf der rechten Seite, als von links eine neue Windkante einsetzte." In der Folge ging es im Klassement rasant bergab, doch die Talfahrt wurde immerhin auf dem 18. Rang gestoppt. "Das ist zwar nicht toll, aber zumindest kein Tiefschlag", meinte Gäbler, "das lässt uns angesichts der zunehmend vorhergesagten Winde weiter hoffen."

Von dem Wetterwechsel profitierten Johannes Polgar und Florian Spalteholtz zwar, waren mit ihrem Abschneiden (20. und 3.) aber nach wie vor unzufrieden. "Unter normalen Umständen hätten wir diese Rennen nach zwei Superstarts sicher nach Hause fahren müssen", so der Steuermann, “aber wir waren schlicht zu langsam und sind im ersten Tagesrennen zweimal stumpf überlaufen worden. Dann mussten wir wegwenden, und der Ofen war aus.³ Als Hauptgrund für das fehlende Geschwindigkeitspotential nannte das Duo sein Ersatzmaterial, mit dem es die WM starten musste. Das Top-Boot liegt zuhause und soll für die nationale Olympiaausscheidung im April geschont werden. Denn dann geht es gegen die Mittelmeier-Brüder um die Fahrkarten nach Qingdao/China.

Die Tornado-WM wird am Freitag (29. Februar) mit zwei weiteren Wettfahrten fortgesetzt und geht am Sonnabend (1. März) mit den Rennen neun und zehn zu Ende. Die Klasse hat in ihren Meisterschaftsregeln kein finales Medalrace der besten zehn Teams vorgesehen und dies auch auf ihrer Jahrestagung nicht geändert.

Segeln in Zahlen
4. Tag der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland Gesamtstand nach sechs Wettfahrten:
1. Yann Guichard/Alexandre Guyander (Frankreich) 21 Punkte
2. Darren Bundock/Glen Ashby (Australien) 27
3. Oskar Johansson/Kevin Stittle (Kanada) 28
4. Francesco Marcolini & Edoardi Bianchi (Italien) 34
5. Roland Gäbler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 37
6. Billy Besson/Arnaud Jarlegan (Frankreich) 41
...
17. Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) 77
...
25. Tino und Niko Mittelmeier (Ueberlingen) 102

Mittwoch, 27. Februar 2008

Flaute bei der WM...

...aber frischer Wind an der Spitze der Tornado-Klasse, um 2012 olympisch zu bleiben

TAKAPUNA. Eine gähnende Flaute hat am Mittwoch (27. Februar) die Weltmeisterschaft der Tornadosegler im neuseeländischen Takapuna unterbrochen. Die Wettfahrten fünf und sechs wurden um 24 Stunden verschoben, so dass der geplante Ruhetag ausfällt. Stattdessen sorgte auch das deutsche T-Systems Team 2008 mit Roland Gäbler und Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) auf Gesamtrang zwei knapp hinter Yann Guichard/Alexandre Guyander aus Frankreich sowie Johannes Polgar und Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) auf Platz 20 für frischen Wind in der internationalen Klassenvereinigung. Mit neuen Gesichtern im Vorstand, darunter die Belgierin Carolijn Brouwer an der Spitze und Struckmann als Schatzmeister, soll weiter intensiv versucht werden, die Katamarane auch über 2008 hinaus olympisch zu halten. Dieser Status war beim Weltsegelverband ISAF für 2012 verloren gegangen.

Beim Jahresmeeting der internationalen Tornadoklassenvereinigung ITA beschlossen die 51 WM-Mannschaften, mehr aktive Spitzensegler Lobbyarbeiter ins Feld zu führen, wenn es in den nächsten Monaten darum geht, die Gremien der ISAF von einer Kehrtwende zu überzeugen. Zur Vorgeschichte: Nach kontroverser Diskussion hatte die Vollversammlung des Weltsegelverbands im November in Estoril/Portugal überraschend die Mehrrumpfklasse aus dem zukünftigen Olympiaprogramm gestrichen, weil es nach Vorgaben des Internationalen Olympischen Komites IOC ab 2012 nur noch zehn statt elf Disziplinen geben darf. Die Wahl hatte in der Segelszene für helle Aufregung gesorgt. Katamarane seien nicht nur eine sehr bedeutende Variante des Sports, sondern auch eine besonders attraktive und telegene, argumentiert das Lager der Tornados.

"Wir halten das Votum der ISAF nach wie vor für eine krasse Fehlentscheidung und werden dafür mitkämpfen, diese rückgängig zu machen", sagte das T-Systems Team 2008 unisono. Zwar habe der ISAF-Exekutivausschuss vor kurzem abgelehnt, den Fall wegen angeblicher Verfahrensfehler im November von sich aus als Dringlichkeit wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Spätestens beim so genannten Mid-Year-Meeting der ISAF im Sommer solle jedoch eine erneute Abstimmung erfolgen, so der Wunsch der Tornados. Dafür sammeln sie die Zustimmung von mindestens 20 nationalen Segelverbänden, die den Antrag unterstützen sollen. Struckmann: "Das ist ein steiniger Weg, aber wir wollen uns nicht tatenlos ergeben, sondern die Interessen einer starken Fraktion im breiten Spektrum des Segelsports berücksichtigt wissen."

Am Donnerstag (28. Februar) will sich das WM-Feld wieder aufs Segeln konzentrieren. "Wir wünschen uns nur etwas anderes als an den ersten beiden Tagen", meinte Johannes Polgar, der mit seinem bisherigen Abschneiden überhaupt nicht zufrieden ist, "leider schlief die Brise Mittwoch nach dem Auslaufen zur Regattabahn schnell ein. An einen Rennstart war nicht zu denken." Auch die Vorhersagen sind schlecht. Es werden erneut schwache, umlaufende Winde erwartet. Dann bliebe nur noch der Freitag, an dem es auffrischenden Nordostwind geben soll, bevor am Sonnabend im finalen Medalrace der WM-Titel und die Medaillen vergeben werden sollen.

Segeln in Zahlen
Gesamtstand der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland von Dienstag (26. Februar):

1. Yann Guichard/Alexandre Guyander (Frankreich) 17 Punkte
2. Roland Gaebler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 19
3. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (Niederlande) 23
4. Oskar Johansson/Kevin Stittle (Kanada) 26
5. Francesco Marcolini & Edoardi Bianchi (Italien) 33
6. Fernando Echavarri/Anton Paz (Spanien) 34
...
20. Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) 81
...
36. Tino und Niko Mittelmeier (Ueberlingen) 136

Dienstag, 26. Februar 2008

Ex-Weltmeister weiter auf Medaillenkurs

TAKAPUNA. Frische Südwestwinde mit starken Böen sorgten am zweiten Tag der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland für einige spektakuläre Kenterungen im Feld.

Roland Gäbler und Gunnar Struckmann vom T-Systems Team 2008 verloren am Dienstag (26. Februar) zwar ihre Gesamtführung vom Auftakt, segelten aber als Tagesvierte und -neunte weiter auf Medaillenkurs. Hinter den neuen Spitzenreitern Yann Guichard/Alexandre Guyander aus Frankreich liegt das Duo nur zwei Punkte auf Platz zwei zurück, vier Zähler vor Mitch Booth und Pim Nieuwenhuis (Niederlande). Nach dem Fehlstart am Vortag ging es bei Johannes Polgar und Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde), die ebenfalls für das T-Systems Team 2008 starten, leicht bergauf. Nach den Einzelrängen 18 und 14 sind sie 20. Tino und Niko Mittelmeier aus Ueberlingen fielen auf Platz 36 zurück.

Die Wind- und Wellenbedingungen auf dem Hauraki Golf nahe der Hauptstadt Auckland waren für alle Teilnehmer eine große Herausforderung. „An der Ablauftonne überschlug sich direkt vor uns ein Katamaran. Wir konnten nur durch ein Notmanöver gerade noch ausweichen“, berichtete Roland Gäbler von einem aufregenden Regattatag. Eine unverschuldete Kollision hätte sicher auch für den Ex-Weltmeister das Aus bedeutet, der schon dreimal WM-Gold holte. So punktete er mit seinem Olympia-Vorschoter von 2004 erneut zweimal in den besten zehn und untermauerte seinen Anspruch auf Edelmetall.

„Die Franzosen waren noch schneller als wir“, analysierte Gäbler kritisch, „aber zum Glück kommt es bei den relativ stark drehenden Winden nicht nur auf die Bootsgeschwindigkeit an. Mit der besseren Taktik im richtigen Moment Wenden oder Halsen kann viele Meter wieder gutmachen.“ Unterm Strich war der geborene Bremer, der in Tinglev kurz hinter der dänischen Grenze wohnt, mit den Ergebnissen hochzufrieden: „Viele Topfavoriten haben sich schon Ausrutscher geleistet. Wer hier am Ende konstant unter die Top Ten fährt, wird am Ende Weltmeister werden.“

Über den erkennbaren Aufwärtstrend mochten sich Polgar und Spalteholtz noch nicht so recht freuen. Befreit vom Qualifikationsdruck, der erst bei der nationalen Olympiaausscheidung im April wiederkehrt, hatten sie sich für die WM viel mehr vorgenommen. „Es wurmt uns schon, dass wir hier vorne nicht anklopfen können“, so Spalteholtz, „wir hoffen, dass der Wind jetzt abnimmt und wir danach besser mithalten können.“ Abgesehen von einer unglücklichen Taktik in zahlreichen Winddreher haperte es nämlich auch am Speed. „Roland und Gunnar sind fast 20 Kilogramm schwerer als wir“, erklärte der Vorschoter, „das macht beim Trimmen bei Starkwind eine Menge aus.“

Ein schwacher Trost für die Olympiakandidaten des T-Systems Team 2008 war das schlechte Abschneiden ihrer Konkurrenten um die China-Tickets. Die Mittelmeier-Brüder mussten das dritte Rennen sogar aufgeben und liegen zur Halbzeit weit abgeschlagen in der zweiten Tabellenhälfte. Polgar: „Natürlich schauen wir mit einen Auge darauf, was sie machen. Aber das ist hier nicht entscheidend. Erst in Hyères kommt es darauf an.“ (Andreas Kling)

Segeln in Zahlen

2. Tag der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland, Gesamtstand nach vier Wettfahrten:

1. Yann Guichard/Alexandre Guyander (Frankreich) 17 Punkte
2. Roland Gaebler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 19
3. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (Niederlande) 23
4. Oskar Johansson/Kevin Stittle (Kanada) 26
5. Francesco Marcolini & Edoardi Bianchi (Italien) 33
6. Fernando Echavarri/Anton Paz (Spanien) 34

20. Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) 81

36. Tino und Niko Mittelmeier (Ueberlingen) 136

Montag, 18. Februar 2008

Schümann-Crew gewinnt Bronze bei Yngling-WM

Hamburg - Die Berliner Steuerfrau Ulrike Schümann hat die dritte WM-Medaille ihrer Karriere und die erste für den Deutschen Segler-Verband (DSV) in diesem Jahr gewonnen. Gemeinsam mit ihren Crew-Kameradinnen Ute Hoepfner und Julia Bleck erkämpfte sich die 35-jährige Diplom-Kauffrau vor Miami die Bronzemedaille.

Weltmeisterin wurde Olympiasiegerin Sarah Ayton, die noch bei den Olympischen Spielen 2004 vor Athen als Vorschoterin an der Seite von Shirley Robertson Gold gewann und nun selbst als Steuerfrau Top-Favoritin für die olympische Segelregatta im August vor Qingdao ist. Silber ging an die australische Mannschaft um Krystal Weir.

Ulrike Schümann, die ihrer Olympiapremiere in China entgegen blickt, zog nach der fünftägigen Serie eine positive Bilanz: "Wir haben ­ abgesehen von einem Ausrutschertag - eine sehr gute Woche hingelegt. Wir sind konstant gesegelt, waren schnell und haben unsere Chancen konsequent genutzt."

Am letzten Tag hatte die Aktivensprecherin der deutschen Kadersegler dann noch einmal Pech und startete mit Seegras am Ruder als letzte in das Medaillenrennen der besten zehn Mannschaften. Das Trio konnte sich noch auf den siebten Platz vorkämpfen, verpasste aber Silber um einen Punkt. "Wir wissen nun genau, wo wir stehen und woran wir noch arbeiten müssen. Im Unterschied zu den extrem konstant segelnden Britinnen müssen wir unsere Manöverabläufe an Bord weiter verbessern. Dann können wir auch vor Qingdao um eine olympische Medaille segeln."

DSV-Sportdirektor Hans Sendes schickte seiner Erfolgsmannschaft Glückwünsche aus Hamburg: "Das war zum Auftakt des Olympiajahres eine sehr starke Leistung der Mannschaft Schümann. Wir gratulieren herzlich und hoffen, dass diese Bronzemedaille auch unseren anderen Teams als Motivationsschub dient."

Endergebnis Yngling-Weltmeisterschaft 2008:
1. Sarah Ayton/Sarah Webb/Pippa Wilson (GBR); 35 Punkte
2. Krystal Weir/KarynGojnich/Angela Farrell (AUS); 74 Punkte
3. Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Hoepfner (Berlin); 75 Punkte
4. Sally Barkow/Carrie Howe/Debbie Capozzi (USA); 79 Punkte
5. Ekaterina Skudina/Diana Krutskikh/Natalia Ivanova (RUS); 85 Punkte
6. Anne-Claire Le Berre/Marion Deplanque/Alice Ponsar (FRA); 86 Punkte

Schwelbrand auf Motorfahrgastschiff

Friedrichshafen - Lediglich geringer Sachschaden ist bei einem Schwelbrand entstanden, der am Freitagnachmittag, gegen 15.40 Uhr auf dem Motorfahrgastschiff München ausgebrochen war. Bei Schweißarbeiten im Motorraum des Schiffes, das zu überholungsarbeiten in der Werft in Friedrichshafen lag, war Dämmmaterial des Motorraums in Brand geraten und hatte zu einer starken Rauchentwicklung geführt. Werftarbeiter der Bodensee-Schiffsbetriebe konnten jedoch zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen, die mit 24 Mann und mehreren Fahrzeugen im Einsatz war, den Schwelbrand rasch löschen.