Dienstag, 11. September 2007

Absegeln des DSMC im Konstanzer Trichter

Auch diese drei Yachten vom Typ Biga 292, Jantar 26 und Aphrodite 101 der Gebrüder Ruess hatten das Nachsehen gegen den schnellen Laser von Björn Buss.

Am vergangen Wochenende tummelten sich gleich mehrer Regatten im Konstanzer Trichter. Während vor Bottighofen die letzten Europameisterschaftswettfahrten der 8-Meter One Design Yachten ausgetragen wurden, startete Klaus Peter Lüders die Clubregatta des DSMC in Nähe des Konstanzer Hafens. Die Wettfahrtleitung erhoffte sich Regattawind aus Richtung des Seerheins, wie dies am Vortag bereits beobachtet werden konnte.

Während die 8-Meter One Design Yachten hier von der „Rheindüse“ begünstigt ihre Wettfahrten hatten durchführen können, stand die „End of Season“ der Midweek-Racer vor Bottighofen in der Flaute.

Tatsächlich freuten sich die DSMC Segler über zwei Rennen im Rahmen des Absegelns, wobei sich Björn Buss auf seinem Laser begünstigt durch leichte, teilweise drehende Winde, souverän gegen die Yachten durchsetzte.

Den zweiten und dritten Platz im 19 Schiffe zählenden Feld belegte Robert Hallmann und Oskar Ruess. Im Rahmen der Siegerehrung im Clublokal Steg 4 wurde der Kapitän des schweizerischen Fahrgastschiffes Thurgau besonders gelobt. Er hatte die Maschinen seines Motorschiffes vor Seezeichen 3 gestoppt und das gesamte Regattafeld höflich passieren lassen, bevor er seine Fahrt in den Hafen fortsetzte. Zum Abschluss kündigte Wettfahrtleiter Lüders die alljährliche „Regatta der Eisernen“ an, die in diesem Jahr am 1. Dezember gestartet wird.

Das New Yorker Gericht lehnt eine gerichtliche Verfügung ab

Nach einer kurzen Anhörung heute im New York Supreme Court vor Richter Cahn freut sich die Société Nautique de Genève mitzuteilen, dass der Richter den Antrag des Golden Gate Yacht Clubs auf eine gerichtliche Verfügung ablehnte und stattdessen die Parteien anwies, schriftliche juristische Argumentationen vorzulegen, um den Fall schnellstmöglich abzuschliessen. Der Richter setzte den 22. Oktober als Datum fest, um die Argumentationen anzuhören und den Hauptpunkt – die Rechtmässigkeit des Club Náutico Español de Vela (CNEV), der spanischen Herausforderung, die von der SNG nach dem Sieg im 32. America’s Cup akzeptiert wurde – zu klären.

Der spanische Herausforderer CNEV wies das Gericht auch darauf hin, dass er in diesem Fall als Partei auftreten werde, um seine rechtliche Position als Challenger of Record für den 33. America’s Cup zu festigen und zu bestätigen.

Das heutige Urteil ist nach dem Entscheid des America’s-Cup-Schiedsgerichtes von diesem Wochenende der zweite positive Entscheid in den letzten Tagen. Das AC-Schiedsgericht befand, dass der Club Náutico Español de Vela rechtsgültiger Challenger of Record sei, und hielt fest, dass das 33. Protokoll den Bedingungen der Deed of Gift entspreche.

„Wir sind natürlich hoch erfreut über dieses Ergebnis, das wir als weiteres willkommenes Resultat in diesem unglücklichen Rechtsstreit erachten“, sagte Alinghi-Rechtsberater Hamish Ross und fügte hinzu: „wie wir dem Gericht bereits angekündigt hatten, wird die SNG wie geplant ihren Antrag auf vollständige Abweisung der Klage einreichen. Wir sind froh, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, diese Sache am vom Gericht festgelegten Termin so schnell wie möglich zu klären. Wir müssen nun einen Schlussstrich ziehen, um die Unsicherheit und den Schaden zu eliminieren, die durch das Vorgehen von Golden Gate Yacht Club und BMW Oracle Racing verursacht wurden, und uns auf die Zukunft konzentrieren.“

In der Zwischenzeit schreiten in Valencia nach dem ersten Treffen der Competitor-Kommission vom letzten Freitag die Arbeiten für den 33. America’s Cup plangemäss voran. Weitere Treffen sind bereits anberaumt. Die Konsultations-Periode mit den fünf registrierten Challengern dauert bis Ende Oktober. Dann wird die neue Klassen-Regel veröffentlicht - so wird sichergestellt, dass der America’s Cup der absolute Höhepunkt des internationalen Segelsports bleibt.

Montag, 10. September 2007

Eckhard Kaller gewinnt den Europa Cup der 8m One Design

Um einen Wimpernschlag ­ einen Punkt ­ gewann Eckhard Kaller vom YC Meersburg auf Caiphirina den Europa Cup der 8m One Design am zweiten Septemberwochenende.

Bei der hochrangigen Regatta ­ ausgerichtet vom Konstanzer YC ­ lag er nur äusserst knapp von dem Ungarn Szabolcs Majthenyi, der mit deutlichem Abstand auf das übrige Feld auf dem zweiten Platz landete.

"Wo bleibst du, Wind?"
Mehr als einmal stellten sich die in- und ausländischen Seglerinnen und Segler auf der Regattabahn diese Frage. Denn von Freitag bis Sonntag ­ den Tagen der Wettkämpfe - machte er sich ausgesprochen rar. Dennoch gelang es Markus Giel vom KYC und seinen Regattahelfern insgesamt fünf Läufe über die Bühne zu bekommen. Und alle fair, mit gleichen Bedingungen. Dies konnte man auch von den Teilnehmern sagen: Es mussten an Land keinerlei Proteste verhandelt. Auch wenn der Wind nicht aus vollen Rohren blies, so hatten die 8m One Design dennoch Gelegenheit, ihr seglerisches Können zu zeigen und ihren "heissen Schlitten" Beine zu machen.

Eine ganz besondere Geste der 8m-One-Design-Segler: Zum Dank bedachten sie alle Wettkampfhelfer für ihre Mühen mit einem kleinen Geschenk.

Resultate Europa Cup der 8m OD:
1. Eckhart Kaller ( YC Meersburg )
2. Szabolcs Majthenji (Ungarn)
3. Christian Ulmer (SV Staad)
4. Geza Matyasovszky (Ungarn)
5. Jochen Frick ( Kressbronner Segler)
6. Sven Holzer (SV Staad)
7. Frank Matt (YC Radolfzell)
8. Cornelius Pollig (YC Hemmenhofen Untersee)
9. Bernd Stoll (Konstanzer YC)

Gesamtergebnisse >

Das HLL-Drachen-Team ist Vize-Weltmeister!

Dublin. Vize-Weltmeister der Drachen-Klasse wurden heute (Freitag, 7.9.2007) das HLL-Drachen-Team Ulli Libor (Norddeutscher RV), Stefan Hellriegel und Frank Butzmann (beide YC Berlin-Grünau). Die Mannschaft hatte nur 2,3 Punkte Rückstand auf die neuen Weltmeister, das hamburgisch-bayerische Trio Thomas Müller, Vincent Hoesch und Max Scheibmair (NRV/Chiemsee YC/YC Urfahrn). 68 Crews aus 15 Nationen (von Hongkong bis zu den USA, von Portugal bis Russland) waren auf der Bucht von Dublin (Irland) vor Dun Laoghaire am Start.

Sechs Wettfahrten wurden bei durchwegs schwachen und sehr schwierigen Windverhältnissen gesegelt. Einmal kamen nur 35 Boote ins Ziel, der Rest verhungerte in der Flaute. Titelverteidiger Jorgen Schönherr (Dänemark), kam nur auf Rang 26, unmittelbar gefolgt von Harro Kniffka (mit Michael Lipp und Michael Koch).

Für Ulli Libor ist es nach den beiden Olympiamedaillen in der Flying-Dutchman-Jolle (Silber 1968 in Mexiko, Bronze 1972 in Kiel/München) der größte Erfolg im Drachen. Seit 2003 segelt der langjährige Geschäftsführer des Deutschen Golf-Verbandes im Drachen, als ihn Hanseatic Lloyd-Chairman Harro Kniffka ins Boot geholt hatte. Damals wurde das “HLL-Drachen-Team³ gegründet: “Alte Hasen³ und junge Talente kommen hier zusammen. “Es ist eine schöne Aufgabe, wenn ich mit meinen Erfahrungen zur Verfügung stehen kann³, sagte Libor, der auch beim Hanseatic Lloyd Dragon Grand Prix maßgebliche Organisationsarbeit leistet, über die erfolgreiche Segel-Equipe. Resultate >


Portrait: Ulli Libor
Vom Alster-Pirat zum Vize-Weltmeister der Drachensegler

„Einsteigen und gewinnen geht nicht. Der Drachen ist eine Herausforderung für jeden Segler jeder Kategorie“, sagt Ulli Libor. Schon seit einigen Jahren gehört der frischgebackene Vize-Weltmeister zu den Top-10 der internationalen Drachen-Szene.

Bei den Olympischen Spielen 1968 holte Ulli Libor in Acapulco/Mexico die Silbermedaille im Flying Dutchman, vier Jahre später in Kiel war es dann die Bronze-Medaille. Der FD galt als Formel-1 der Segler. Privates Engagement bei eigener Finanzierung waren der Antrieb. Damals war Segeln ein Hobby ohne berufliche Perspektive – „Profisegler“ gab es noch lange nicht. „Bei Mitsegelgelegenheiten wurden damals nur selten Hotel und Verpflegung bezahlt. Wir haben nur dann gesegelt, wenn es uns Spaß gemacht hat“, blickt Libor zurück.

Aufgewachsen ist Ulli Libor (Jahrgang 1940) in Hamburg, direkt gegenüber dem Blankeneser Segelclub. Als die Eltern nach Eppendorf umzogen, hielten ihn sein Bruder Klaus und Vetter Vincent davon ab, dort Hockey zu spielen und nahmen Ulli stattdessen mit in den Alster-Piraten-Club zum Regattasegeln. Schon 1960 – Ulli Libor hatte die Europameisterschaft der Zweimannjolle Snipe gerade gewonnen – war er Ersatzmann bei den Olympischen Spielen in Rom/Neapel.

Der Beruf drängte Libors Segelei nach den Olympia-Erfolgen in den Hintergrund. Privat zog es ihn nach Rheinhessen, wo er mit Frau und zwei Kindern auf einem Hof im Fachwerkstil des 18. Jahrhunderts in einem Weindorf lebt – die passende Umgebung für sein Hobby: alte Traktoren von Ferrari, Lamborghini oder Porsche!

Nach 14-jähriger Abstinenz aber packte ihn der Segelvirus erneut. Bernd Faber motivierte ihn, zusammen mit Harro Kniffka im Drachen einzusteigen. Der Schiffahrtskaufmann Kniffka kam vom Hochseesegeln und wollte die Geheimnisse der „Dreieckssegelei“ und „One design“ ergründen. „So segelte ich 2003 mit Bernd Faber und Harro Kniffka in einem gebrauchten Drachen zwischen Erfolg und Misserfolg“, erzählt Libor über seine Anfänge im Drachen.
Noch stand das olympische Motto „dabei zu sein“ im Vordergrund. Doch bald kam der alte Ehrgeiz wieder dazu. Nach logischen und erfolgsorientierten Strukturen wurde gesucht und mit dem Teamgedanken ein neues Konzept für Spaß und Erfolg erarbeitet: Das HLL-Drachenteam wurde gegründet. Denn in der Drachenklasse kommen viele Facetten zusammen. Sie ist längst ein Sammelbecken für sehr viele der erfolgreichsten Segler aller Zeiten.

Ulli Libor lässt fast keine der großen Drachenregatten in Europa aus. Längst hat er sich in der internationalen Drachenspitze etabliert. Nach Siegen in Cannes und Monaco im Frühjahr und Spitzenplätzen während der ganzen Saison ist der Titel des Vize-Weltmeisters nun die Krönung seiner Drachen-Karriere.Das HLL-Drachenteam ist mittlerweile gewachsen. Vor allem junge Segler werden immer wieder integriert. Auch in den olympischen Bereich wurde das HLL-Segelteam erweitert. Mit der Starboot-Crew Robert Stanjek und Markus Koy hat ein hoffnungsvolles Team den Kampf um das Olympiaticket 2008 aufgenommen. Hier schließt sich der Kreis für den Medaillengewinner Libor: „Es ist eine schöne Aufgabe, wenn ich mit meinen Erfahrungen zur Verfügung stehen kann!“

4 Laser Masters vom Bodensee unter den Besten in Europa!

Gleich 4 Laser Masters Segler vom Bodensee segelten sich in der Saison 2007 unter die TOP 15 in der Gesamtwertung der Euro Masters Serie 2007, davon sogar 2 unter die TOP 5!

Diese Serie besteht aus insgesamt 12 Regatten in jeweils einem anderen Europäischen Land. Die 3 besten Ergebnisse werden für die Gesamtwertung herangezogen. Gesegelt wird in 4 Altersklassen ab 35 Jahren.

Apprentices 35 - 44
Masters 45 - 54
Grandmasters 55 - 64
Great Grandmasters ab 65

Nach elf von zwölf Regattaserien ergeben sich für die 4 "Bodensee Laser Oldies" folgende Platzierungen:

Wolf-Peter Niessen (62) vom Yachtclub Langenargen belegt mit 5 Punkten Rang 2 unter 89 Teilnehmern in der Klasse Grandmasters. Sieger ist der ehemalige Weltmeister und Olympiateilnehmer der 80er Jahre im Finn Dinghy, Wolfgang Gerz (55) vom Wörthsee.
Josef Maurer (61) aus Immenstaad (AHYC) rangiert mit 11 Punkten auf Platz 4 ebenfalls in der Klasse Grandmasters. Peter Dietmüller (66) vom NhSV kam unter den 43 Great Grandmasters mit 18 Punkten auf Rang 9. Werner Winter (67) vom WVF belegt Rang 13 mit 55 Punkten aus nur 2 Regatten in der Wertung.

Den letzten Lauf in Portugal - der auch keine Veränderung im Gesamtklassement mehr bringen kann - wird keiner der vier Bodenseesegler bestreiten. Dafür starten die Vier Ende September bei der "Laser Master Worlds 2007" in Roses, Spanien. Zu dieser WM werden 420 Laser Masters Segler aus 27 Nationen antreten (ohne Meldebeschränkung wären es sicher gut 500!).

Nicht nur die Teilnehmerzahl bei der Laser Masters Weltmeisterschaft zeigt die Attraktivität und Beliebtheit der Olympischen Laser Klasse, auch bei den Läufen zur Euro Masters Serie sind regelmäßig ca. 100 Boote und mehr am Start. Selbst im reiferen Alter wird in dieser Klasse noch sehr sportlich und professionell gesegelt. So sind über 70 jährige Segler daher auch keine Seltenheit bei Laser Regatten. Der Laser begeistert, aktiviert und begleitet mit seinem einfachen Konzept und den 3 verschiedenen Segelgrößen (4,7/ 5,7 und 7,1 qm) also Segler von ca. 14 Jahren bis ins hohe Alter.

Wolf-Peter Niessen, GER 188340

Hasso Plattners "glorreicher Morgen"

PORTO CERVO. Zehn Jahre hatte er auf diesen Moment warten müssen. Am Sonnabend (8. September) war es endlich soweit: Hasso Plattner gewann nach 1997 wieder den Maxi Yacht Rolex Cup in Porto Cervo/Italien, die prestigeträchtigste Segeltrophäe für Großyachten weltweit. Mit seiner maxZ86 „Morning Glory“ gelang dem 63-jährigen Softwareunternehmer aus Walldorf in der letzten Wettfahrt der Racing Division eine taktische Meisterleistung, indem er die punktgleiche Zweitplatzierte „Loki“ aus Australien in Matchracemanier nach hinten segelte. Die „Atalanta II“ von Carlo Puri Negri (Italien) siegte bei den Mini Maxis vor der „Allsmoke“ des Hamburgers Günter Herz. Die Wally-Division gewann die „J One“ von Jean Charles Decaux (Monaco). Claus-Peter Offens Hamburger „Y3K“wurde Vierte. Die unter der Flagge der Cayman Islands segelnde J-Klassen-Yacht „Ranger“ war bester Cruiser.

Die Vorraussetzungen für einen „glorreichen Morgen“ der 26,60 Meter „Morning Glory“, die unter dem Stander des Kieler Yacht-Clubs startet, waren zunächst gar nicht die besten. Denn auf dem smaragdgrünen Wasser vor der Küste Sardiniens, der Costa Smeralda, wehte nur eine leichte Nordwestbrise. Und bei Leichtwind, das wusste die Crew des deutschen Spitzenreiters, war die gegnerische „Loki“ von Stephen Ainsworth bärenstark. Wie stark ist während der Rennen immer schwierig zu beurteilen, denn die Segelzeit der unterschiedlich großen und schnellen Maxis werden mit einem Handicapfaktor in die gewertete Zeit umgerechnet. Und weil die „Loki“ deutlich kleiner ist, segelt sie üblicherweise weit hinter der „Morning Glory“, kann diese dabei aber trotzdem schlagen. Und genau das befürchtete „SAP“-Mitbegründer und Aufsichtsrat Plattner offenbar. Doch der Reihe nach.

Als die 30 Meter lange Super-Maxi „Alfa Romeo“ von Neville Crichton aus Neuseeland, die nach nur zwei Stunden und 34 Minuten auch die 30-Seemeilen-Wettfahrt gewann, nach einer langen Kreuz als Erste die Luvtonne bei Barettinelli die Fouri rundete bevor es in den Kanal zwischen den sardischen Festland und den Maddalena-Inseln an der Südspitze von Caprera ging, war noch alles im Plan. Doch dann folgten George Davids „Rambler“ vor der „Titan XII“ von Tom und Dotti Hill (beide USA) und der niederländischen „Favonius“ von Roland Pieper. Doch wo blieb die größere „Morning Glory“?

Zunächst sah es so aus, als habe sie irgendein Problem. Erst steuerte das Boot von der Bahnmarke weg. Dann vollzog die „Morning Glory“ eine 360-Grad-Drehung, gerade so als hätte sie nach einer Regelverletzung einen Strafkringel zu fahren, ging aber sicher, dass dabei keine andere Yacht in der Nähe war. Dann, als sie gerade wieder auf dem richtigen Kurs lag und es so aussah, als würde die maxZ86 wieder normale Geschwindigkeit aufnehmen, wurde plötzliche die Großschot gefiert. Geradezu lässig oder gar nachlässig segelte die „Morning Glory“ den Konkurrenten der Racing Division hinterher – außer der „Loki“, mit der sie vor dem Rennen punktgleich war. Die lag nämlich noch weiter zurück.

Dann wurde es offensichtlich, was die Crew der deutschen Maxiyacht vorhatte. Daran schieden sich zwar die Geister, ist aber in allen bedeutenden Segelregatten und –klassen durchaus üblich. Taktiker Morgan Larson erklärte es: „Wir hatten zwei Strategien für den Schlusstag, die von der Windgeschwindigkeit abhingen. Wenn der Wind mäßig oder noch frischer geweht hätte, wussten wir, dass wir eine gute Chance gehabt hätten, die „Loki“ auf dem Wasser auch berechnet zu schlagen. Und bei Leichtwind war es halt genau umgekehrt. Wir hatten uns in der vorangegangenen Nacht die Ergebnisliste nochmals genau angeschaut und festgestellt, dass der Gegner ein schlechteres Streichresultat hatte als wir. Wir mussten also nur dafür sorgen, dass die ‚Loki’ noch ein schlechtes Rennen segelte, da wir unseres ja würden streichen können.“ Und genau das machten sie nach der Luvtonne, kompromisslos und unnachgiebig, so dass David wirklich keine Chance hatte gegen Goliath.

Larson berichtete, wann und warum die Entscheidung fiel, die Australier zu decken: „auf dem halben Weg zur Luvtonne haben wir den Wind als zu leicht eingestuft, um sie zu schlagen. Dann ist die ‚Loki’ derart schnell und die Crew so stark, dass wir die Gelegenheit beim Schopfe packten, um sie nach hinten zu segeln.“ Und das gelang. Über die noch folgenden vier Stunden (die Tagessiegerin brauchte nur zweieinhalb Stunden!) lagen die beiden Yachten fast um Haaresbreite dicht beieinander, wobei die Größere die vollständige Kontrolle über die Kleinere hatte.

Doch Stephen Ainsworths Crew gab nie auf. Vorsichtig geschätzt segelte die „Loki“ mindestens zehn Seemeilen extra, um eine Lücke aus der Umklammerung der „Morning Glory“ zu finden. Das gelang ihr sogar beinahe, als der Wind so schwach wurde, dass das kleinere Boot schneller war. Dieser eindrucksvolle Beweis von Sportsgeist angesichts eines völlig einseitigen Zweikampfs brachte den Australiern zurück im Hafen stehende Ovationen von der Mannschaft der „Favonius“ ein. In der Tageswertung war sie allerdings nur Vorletzter vor der „Morning Glory“, die nach Platz zwei im Vorjahr ihren sicheren Triumph feierte. Hasso Plattner erhielt dafür nicht nur die Trophäe, den Maxi Yacht Rolex Cup, sondern auch eine edle Rolex Armbanduhr des Modells Yacht-Master.

Bei den Mini Maxis drehte Skipper Ken Read im Finale noch mal auf und steuerte die „Allsmoke“ zum ersten Tagessieg und kletterte im Gesamtklassement noch auf Rang zwei. Die „Atalanta II“ hatte den Gesamtsieg schon vor dem letzten Start sicher. Nach einem Durchhänger Mitte der Regatta bewies die „Allsmoke“, dass sie auch in der für sie neuen Klasse zu den Topbooten gehört. Vor zwei Jahren hatte Günter Herz den Maxi Yacht Rolex Cup in der damaligen Cruising-Division gewonnen.

Ein Happy End gab es auch für den Reeder Claus-Peter Offen auf seiner neuen Wally „Y3K“. In der Finalwettfahrt führte sie unter Co-Steuermann Karol Jablonski auf dem Wasser deutlich. Nach berechneter Zeit war nur die Gesamtsiegerin „J One“ besser, die – wie die „Morning Glory“ – nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder gewann. Die „Y3K“ aber schlug zumindest noch ihre Dauerkontrahentin „Magic Carpet Squared“ des „L’Oreal“-Bosses Lindsay Owen-Johns aus Großbritannien.

Von den luxuriösen über die traditionellen bis zu schlichtweg den schnellsten Einrumpfbooten unserer Zeit ist der Maxi Yacht Rolex Cup nicht anderes als ein erstaunliches Aufgebot an Segelpower. An der 18. Auflage nahmen 38 Yachten aus elf Ländern, darunter Australien, Cayman Islands, Frankreich, Deutschland, Italien, Monaco, Niederlande, Neuseeland, San Marino, Vereinigtes Königreich and USA. Der Maxi Yacht Rolex Cup gehört zu einem Kreis weiteren prestigeträchtiger Regatten, die 2007 von Rolex gesponsert werden, darunter das Rolex Fastnet Race, die Rolex Farr 40-Weltmeisterschaft, die Rolex Big Boat Series und das Rolex Sydney Hobart Yacht Race.


ENDERGEBNISSE DES MAXI YACHT ROLEX CUPS 2007

Platz-BOOTSNAME-Eigner-Nation, R1-R2-R3-R4-R5, Punkte

Racing
1. MORNING GLORY Hasso Plattner Kiel, 1-3-1-4-(6), 9
2. LOKI Stephen Ainsworth Australien, 2-1-4-2-(5), 9
3. TITAN XII Tom & Dotti Hill USA, (4)-2-3-3-3, 11
Gesamt >

Cruising
1. RANGER RSV Ltd USA, 1-(3)-1-1-1, 4
2. VELSHEDA Turbat Inv. Ltd Großbritannien, 2-2-2-2-(3), 8
3. GHOST Arne Glimcher USA, (11)-1-4-3-2, 10
Gesamt >

Mini Maxi
1. ATALANTA II Carlo Puri Negri Italien, 2-1-2-1-(3), 6
2. ALLSMOKE Günter Herz Hamburg, 3-(5)-5-2-1, 11
3. OPS 5 Massimo Violati Italien, 1-6-1-6 -(7), 14
Gesamt >

Wally
1. J ONE Jean Charles Decaux Großbritannien, 1-(2)-2-2-1, 6
2. INDIO Andrea Recordati Italien, 2-(4)-1-1-4, 8
3. DARK SHADOW Antexis Ltd Monaco, 5-1-(7)-3-5,14
4. Y3K Claus-Peter Offen Hamburg, 4-(6)-5-4-2, 15
Gesamt >

Konstanz, eine Stadtführung der besonderen Art

Unter dem Motto "Der unbekannte Bodensee" können Sie an 12 Samstagen vom 28. April bis 15. September 2007 den kulturell-historischen Reichtum und die verborgenen Schönheiten der Bodenseelandschaft per Rad entdecken - fachkundig geführt von ausgewiesenen Kennern der Region und ihrer Geschichte.

Am Samstag, 15. September 2007 gibt es eine Stadtführung der besonderen Art durch Konstanz. Mit dem Rad eine Stadt zu ,,erfahren" ermöglicht ungewohnte Einblicke und einen Überblick über das Wachsen einer Stadt, die vielfältigen Baustile in den diversen Quartieren. Wir hören von mittelalterlicher Bausubstanz, Nazi-Architektur, fahren in ein ehemaliges Kasernengelände, vorbei an der Universität, durchqueren den Stadtwald und staunen über die prächtige gründerzeitliche Bebauung am Seeufer. Die Streckenlänge beträgt ca. 20 km mit geringen Steigungen. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr die Fahrradstation / Kultur-Rädle am Bahnhof Konstanz. Die Leitung der Tour hat Ralf Seuffert

Veranstalter: Kultur-Rädle/SehWege, Konstanz (www.Kultur-Raedle.de)

Kooperationspartner: Tourist-Information Konstanz GmbH, Hegau-Geschichtsverein e. V. Singen/ Hohent-wiel, Ideenschmiede Radolfzell , B.E.S.T. Reisecenter Radolfzell, Euregio-Volkshochschulen Bodensee, ADFC-Kreisgruppe KN

Auskünfte und verbindliche Anmeldung: Kultur-Rädle Konstanz, Ladenzeile, Bahnhofplatz 29, D-78462 Konstanz, Tel.: +49 (0)7531-27310; www.kultur-raedle.de.

Anmeldeschluß: Freitag, der 14. September 2007 um 18.00 Uhr

Teilnehmerbeitrag pro Tour: 10,00 € (ab 6 Teilnehmern), 15,00 € (1-5 Teilnehmer) zzgl. evtl. Kosten für Bahn, Bus, Schiff, Führungen, Eintrittsgelder u.ä.

Int. Deutschen Meisterschaften der Nord. Folkeboote

Besser hätte es nicht laufen können - Fazit der Internatinalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote

Spannender Segelsport, faire Rennen, gute Stimmung und tadellose Organisation war das Fazit, das Teilnehmer und Organisatoren aus der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote vor Radolfzell zogen.

Ulf Kiepke, der neue deutsche Meister der Folkeboote, ließ den Yachtclub denn auch mit einem lauten „Hip, hip, hurra“ hochleben, als er seine Siegertrophäe aus der Hand von Wettfahrtleiter Bertram Schall erhielt. „Eine supertolle Woche“ sei das gewesen, erklärte er im Bürgerhaus in Moos.

Den Organisatoren, allen voran Hilde Scherbaum und Bertram Schall, war die Erleichterung deutlich anzumerken und die Anspannung der letzten Wochen fiel auf einen Schlag ab. Jetzt durfte gefeiert werden.Auch Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt, Schirmherr der Meisterschaft, zeigte sich bei seiner kurzen Ansprache stolz auf die Visitenkarte, die der Yachtclub für die Stadt Radolfzell abgegeben habe.Norbert Hermann, Vorsitzender der Folkeboot-Flotte Bodensee erläuterte, wie erste Ideen „am Biertisch“ entstanden seien, konkreter wurden und schließlich realisiert waren. Günter Tzeschlok, der zweite Vorsitzende des Yachtclubs, dankte noch einmal den zahlreichen Sponsoren, ohne die ein solcher Anlaß überhaupt nicht durchführbar wäre.

Sportlich dominierten die Starkwindroutiniers aus Norddeutschland. Vater und Sohn Kiepcke sowie Lars Farien vom Kieler Yachtclub wurden souveräne und würdige Sieger. Ihnen immer dicht auf den Fersen war die Schleswiger Crew mit Routinier Walter Muhs, Norbert Jürgensen und Friedrich Plonka. Walter Muhs segelt seit Anfang der sechziger Jahre Folkeboot und ist mehrfacher Deutscher Meister.

Ein ganz hervorragendes Ergebnis gelang Rainer und Liane Willibald sowie Alois Weiermann vom Yachtclub Radolfzell und dem Yachtclub Gaienhofen mit ihrem fünften Rang. Sie erhielten den Sonderpreis von Ministerpräsident Günther Öttinger als beste Mannschaft aus Baden Württemberg. Nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich war die Meisterschaft ein voller Erfolg und ein gelungenes Aushängeschild für den Segelsport und die Stadt Radolfzell. Peter Häusler, Steuermann der Radolfzeller „Sisu“ bemerkte denn auch abschließend: „Besser hätte es nicht laufen können.“

Statements der Organistoren, Bertram Schall und Hilde Scherbaum: (Freuen sich über den Verlauf der Meisterschaft. Die Organisatoren Bertram Schall, Hilde Scherbaum und Rainer Willibald. Foto: Michael Häßler)

Frage: Welchen Aufwand erfordert es, eine Internationale Deutsche Meisterschaft zu veranstalten?
Bertram Schall (Wettfahrtleiter): Zunächst einmal müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Bei einer Kielbootklasse gehört ein Hafen mit ausreichender Wassertiefe dazu, ein Kran, um die Boote ins Wasser zu hieven und ein Takelkran um die Masten zu stellen. Man braucht einen Abstellplatz für Trailer, Zugfahrzeuge und sonstige Ausrüstung. Da sind der Stadtverwaltung sehr dankbar, dass sie uns das Herzengelände zur Verfügung stellt. Auch technische Unterstützung für eventuelle Reparaturen muss kurzfristig organisiert werden können. Beispielsweise gab es bei der Vermessung Probleme mit zahlreichen neuen Segeln, die alle vor dem ersten Start abgeändert werden mussten. Yde Eiling hat das ganze Wochenende durch gearbeitet.

Ebenfalls unverzichtbar sind zahlreiche routinierte Helfer aus dem Verein. Unser Team bestand aus etwa dreißig Personen. Davon waren allein 12 Personen auf dem Startschiff oder mit kleinen Motorbooten unterwegs um die Tonnen auszulegen und diese bei Windänderungen sofort den neuen Verhältnissen anzupassen. Wir waren ein richtig tolles Team. Jeder hat genau gewusst wo er wie anpacken muss. Es ist wichtig, dass die Helfer auf dem Wasser selbst erfahrene Regattasegler sind. Nur dann wissen sie, worauf es ankommt. Wenn beispielsweise die Startlinie nicht exakt ausgerichtet ist, drängeln sich alle Boote auf der bevorzugten Seite. Dann gibt es mit ziemlicher Sicherheit „Kleinholz“. Das kann man sich bei einer Meisterschaft nicht erlauben.Ebenfalls wichtig sind Sponsoren. Ohne die geht es nicht. Auch ein großer Verein wie der Yachtclub kann den finanziellen Aufwand, der hinter so einer Veranstaltung steckt, niemals allein tragen. Das ist ganz und gar unmöglich.

Hilde Scherbaum (Organisation an Land): Die Teilnehmer und Begleitpersonen müssen untergebracht und verpflegt werden. Dafür sind viele Hände und auch viele Köpfe nötig. Man braucht Ansprechpartner für die Sportler und für deren Begleitpersonen. Viele Segler reisen mit ihrer Familie an und verbinden die Meisterschaft mit einer oder zwei Wochen Urlaub am Bodensee. Diese Leute kann man nicht einfach im Hafen stehen lassen. Man muss ihnen etwas bieten. Wir haben beispielsweise eine Führung über die Reichenau organisiert oder durchs Naturschutzgebiet auf der Mettnau. Auch eine Stadtführung oder ein Besuch des Heimatmuseums standen auf dem Programm.

Dann war jeden Abend ein Programm vorbereitet. Das ging vom Heimatabend mit Weinprobe bis zum Festabend in Moos. Das muss alles organisiert werden.Wir haben ein Programmheft erstellt mit Terminplan, wichtigen Telefonnummern vom Hafenmeister bis zu Rettungsdienst und Ärzten sowie mit Informationen über die Stadt Radolfzell und den Yachtclub. Darin sind auch unsere Sponsoren aufgeführt sowie die Radolfzeller Gastronomie und andere Serviceadressen.Wie viele Stunden Vorbereitung hinter der ganzen Organisation stecken, kann ich nicht sagen. Es waren aber allein bei mir schon mehrere hundert Stunden. Die letzten Monate hat sich das Organisationsteam fast täglich getroffen.Bei allem Aufwand war die Meisterschaft aber eine tolle Erfahrung für mich.

Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt. Außerdem kann auch das Vereinsleben nur davon profitieren, wenn so viele Leute zusammen eine so gewaltige Aufgabe stemmen. Besonders bedanken möchte ich mich noch bei unserem Mitglied und Hobbykoch Beppo Pfeffer, der zusammen mit Hubert Neidhard vom Grünem Baum in Moos das gesamte Catering organisiert hat.Wichtig war für uns auch die Zusammenarbeit mit der Folkebootflotte Bodensee. Ohne deren Input hätten wir nicht gewußt, was die Sportler vom Rahmenprogramm bei so einer Meisterschaft erwarten. Liane und Rainer Willibald sind seit 16 Jahren auf jeder Deutschen Meisterschaft dabei und wissen ganz genau, worauf die Folkebootsegler Wert legen.

Interview mit Ulf Kipcke (Kiel), neuer Deutscher Meister (Die neuen Deutschen Meister der Folkeboote. v.l. Lars Farien, Ulf Kipcke, Dieter Kipcke. Foto: Michael Häßler):

Michael Häßler: Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Titels. Hast du das Ergebnis erwartet?
Ulf Kipke: Wir haben uns realistische Chancen ausgerechnet.Michael Häßler: Was waren deine größten sportlichen Erfolge? Ulf Kipcke: Wir waren 1996 und 2001 schon einmal Deutsche Meister. 2000 haben wir den Goldpokal vor Eckernförde gewonnen. Das ist die inoffizielle Weltmeisterschaft der Folkeboote. Eine offizielle Weltmeisterschaft gibt es in dieser Klasse nicht, weil die Meisterschaftskriterien des Welt-Seglerverbands ISAF nicht erfüllt werden. Dafür müsste die Internationale Verbreitung des Bootes größer sein.

Michael Häßler: Wie lange segelst du schon Folkeboot?
Ulf Kipke: Ich segle seit über zehn Jahren in dieser Klasse. Mein Vater Dieter noch paar Jahre länger. Auch unser Vorschiffsmann, Lars Farien ist schon einige Zeit dabei. Mit dem Segelsport angefangen habe ich als Kind im Opti. Als Jugendlicher bin ich 420-er gesegelt. 1980 war ich als Teilnehmer bei der Deutschen 420-er Meisterschaft schon einmal in Radolfzell.

Michael Häßler: Wie hat es dir in Radolfzell gefallen?
Ulf Kipke: Das war eine Top-Veranstaltung. Sowohl die sportliche Seite als auch das Rahmenprogramm waren erstklassig. Auch die Windbedingungen waren hervorragend. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.Was ich außerdem ganz toll fand, war die Präsenz der Meisterschaft in der Stadt. In Geschäften und Restaurants hingen Plakate und die Leute wussten was läuft. Einmal wurden wir sogar im Restaurant angesprochen, ob wir die neuen Deutschen Meister seien. Das findet man bei uns im Norden nicht. Da wird vom Segelsport kaum Notiz genommen.

Interview mit Liane Willibald und Rainer Willibald, die zusammen mit Alois Weiermann bestes Baden-Württembergisches Team wurden (Bestes Team aus Baden-Württemberg. v.l. Rainer Willibald, Liane Willibald, Alois Weiermann . Foto: Michael Häßler):

Michael Häßler: Wie lange segelt ihr schon Folkeboot?
Rainer Willibald: Seit 1985.

Michael Häßler: Was waren eure wichtigsten sportichen Erfolge?
Rainer Willibald: Wir wurden zwei oder drei mal fünfter bei der Deutschen Meisterschaft.

Michael Häßler: Wieviele Regatten segelt ihr pro Jahr?
Liane Willibald: Bei den Folkebootregatten am Bodensee sind wir normalerweise immer dabei. Außerdem war das unsere 16. Deutsche Meisterschaft. Auch beim Goldpokal waren wir schon ein paar mal. Für eine Wochenendveranstaltung fahren wir allerdings nicht in den Norden. Dafür wäre der Aufwand zu groß. Regionale Yardstickregatten „vor der Haustüre“ nutzen wir als Training. Ansonsten verbringen wir unseren Urlaub auf dem Boot, das wir dafür an die Ostsee transportieren.

Michael Häßler: Habt ihr diese Platzierung erwartet?
Rainer Willibald: Wenn man so lange in einer Bootsklasse segelt, kennt man seine Gegner natürlich und weiß, wo man hin gehört. Ein Platz unter den ersten Zehn erschien uns realistisch. Dass wir jetzt fünfte geworden sind, freut uns natürlich und war am oberen Ende der Erwartungsskala.

Michael Häßler: Zusammen in einem Regattateam. Leidet da nicht die Ehe drunter?
Liane Willibald: Klares Nein! Das ist schließlich unser beider Hobby.

Michael Häßler: Welches Fazit zieht ihr aus Meisterschaft?
Liane Willibald: Dass die Wetterbedingungen so hervorragend waren hat sich auch auf die Stimmung an Land übertragen. Es hat einfach alles geklappt. Ansonsten hat Heino Haase, Organisator der nächsten Deutschen Meisterschaft in Travemünde vorhin gesagt: „Das ist nicht zu toppen.“ (Michael Häßler)

Freitag, 7. September 2007

Int. Deutschen Meisterschaften der Nordischen Folkeboote

Folkeboot-Titel geht nach Kiel - Vizetitel nach Schleswig - Willibald/Willibald/Weiermann bestes Team vom Bodensee

Die neuen Internationalen Deutschen Meister der Folkeboote heißen Ulf Kipcke, Dieter Kipcke, und Lars Farien. Die Mannschaft vom Kieler Yachtclub gewann souverän mit drei ersten, zwei zweiten und einer dritten Einzelplatzierung.


Die Kieler Ylva querte als erste die Ziellinie bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote vor Radolfzell (Foto Michael Hässler)

Deutsche Vizemeister wurden die Schleswiger Walter Muhs, Norbert Jürgensen und Friedrich Plonka vor ihren Clubkollegen Joachim Bleifuß, Gerd Weisensee und Joachim Schmidt.

Auf dem fünften Platz, und somit bestes Team vom Bodensee sind Rainer Willibald, Liane Willibald und Alois Weiermann vom Yachtclub Radolfzell und vom Yachtclub Gaienhofen.

Der Kreuzlinger Urs Brunner landete mit seinen Mannschaftskollegen vom Essener Baldeneysee auf dem achten Platz.Norbert Hermann, Elly Kaspar und Olaf Jahnke aus Kressbronn kamen mit ihrem 13. Rang ebenfalls noch ins begehrte erste Drittel.Das Spitzendrittel mit dem 15. Platz nur knapp verfehlt haben die Radolfzeller Peter Häusler, Gerhard Wohlbold und Ingo Deckel. Insgesamt kämpften 41 Mannschaften aus ganz Deutschland und Dänemark fünf Tage lang vor Radolfzell um den Titel. Vom Bodensee nahmen 17 Boote teil.

Die Windbedingungen erlaubten sieben reelle und faire Rennen, allerdings konnten die Bodenseecrews ihre Leichtwindroutine nicht in die Waagschale werfen. Endergebnis >

Michael Hässler

Int. Deutschen Meisterschaften der Nordischen Folkeboote

Wieder reelle Windbedingungen auf dem Zellersee - Ylva weiterhin in Führung - Rechenspiele vor dem letzten Rennen - Ergebnisse >

Am vierten Wettkampftag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote vor Radolfzell konnte der siebte und somit vorletzte Lauf bei reellen Windbedingungen von zwei bis vier Beaufort gesegelt werden.Pechvogel des Tages war der Konstanzer Rolf Huber mit seiner Crew, der wegen Frühstarts disqualifiziert wurde und auf den 19. Platz zurück fiel.

Die Crew der „Ylva“ vom Kieler Yachtclub bestätigte mit einem weiteren Sieg im siebten Rennen ihre souveräne Führung. Auf Platz zwei folgt mit acht Punkten Abstand unverändert die „Saka-Joka“ und die „Cabore“, beide vom Schlei-Segelclub. Zwischen beiden Booten liegt nur ein Punkt Abstand, was das letzte Rennen außerordentlich spannend gestalten dürfte.

Die erste Bodensee-Mannschaft, Rainer und Liane Willibald sowie Alois Weiermann aus Radolfzell und Gaienhofen liegen unverändert auf dem hervorragenden fünften Rang. Derzeit trennen sie sieben Punkte vom vierten und drei Punkte vom sechsten Platz, die sich durch das zweite Streichergebnis nach dem achten Lauf auf zwei Punkte reduzieren. Weiter nach vorne zu kommen dürfte schwierig werden, weil sich der Abstand auf das davor platzierte Boot, die „Positiv“ vom Niendorfer Yachtclub, durch den zweiten Streicher auf elf Punkte erhöht. Die „Hippo“ wird ihre Taktik wohl darauf ausrichten, die in der Rangliste nachfolgende „Teufel auch“ vom Baldeneysee im Auge zu behalten. Die Essener können ihre Platzierung verbessern, wenn sie zwei Plätze vor der Hippo über die Ziellinie fahren.

Die „Black Virgin“ mit dem Kreuzlinger Urs Brunner im Cockpit fiel vom siebten auf den achten Rang zurück und hat nach dem zweiten Streicher vier Punkte Abstand nach vorn und zwei Punkte Abstand nach hinten.

Die Kressbronner „Nuith“ fiel um einen Platz nach hinten und liegt jetzt mit Rang 13 noch im ersten Drittel der 41 Teilnehmer. Der Abstand zur davor platzierten „Honk“ vom Schlei-Segelclub beträgt bei zwei Streichern lediglich einen Punkt. Da könnte also noch was drin sein.

Eher geringe Chancen, doch noch eine Platzierung im ersten Drittel zu erreichen hat die Radolfzeller „Sisu“ mit Peter Häusler, Gerhard Wohlbold und Ingo Deckel. Nach einem zwölften Platz im letzten Rennen haben sie zwar wieder beim Spitzendrittel angeklopft und liegen jetzt auf dem 15. Rang. Allerdings sieht die Sache bei zwei Streichergebnissen etwas anders aus. Danach müssten sie neun Punkte aufholen, was mit nur einer Wettfahrt verdammt schwierig wird. Sie werden sich also wohl ebenfalls darauf konzentrieren, ihren Platz zu verteidigen. Immerhin startet die Berliner „Fraschlönj“ mit gleichem Zählerstand ins Finale.
Michael Hässler

Donnerstag, 6. September 2007

Frauen-Segelelite zu Gast am See

INTERBOOT Sportevent: Ladies Match Cup auf Erfolgskurs ­ hochkarätiges Starterinnenfeld setzt vom 26. bis 30. September 2007 am Bodensee die Segel

Friedrichshafen ­ Match Racing ist keineswegs nur ein Männersport. In den letzten Jahren sind Frauen vermehrt am Start. So hat sich auch ein hochkarätiges Starterfeld zum mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten INTERBOOT Ladies Match Cup vom 26. bis 30. September 2007 am Bodensee angekündigt. Die Veranstaltung ist mit der höchsten Wertungsstufe (“Grade 1³) ausgeschrieben und gilt im dritten Jahr ihres Bestehens als Top-Adresse für internationale Frauenteams.

Das Teilnehmerinnenfeld des diesjährigen Ladies Match Cup, der im Rahmen der Internationalen Wassersport-Ausstellung INTERBOOT in Friedrichshafen ausgetragen wird, ist international besetzt. Mit am Start sind vier der Top-Ten-Seglerinnen der internationalen Weltrangliste: Lotte Meldgaard Petersen aus Dänemark ist auf Platz 2 der Weltrangliste, Silke Hahlbrock, die derzeit beste deutsche Match-Racerin, liegt auf Platz 5, Josie Gibson aus Großbritannien belegt dicht hinter ihr den 7. Weltranglistenplatz und Christelle Philippe aus Frankreich liegt auf Platz 9.

Die Titelverteidigerin aus dem letzten Jahr, Delphine Casas, hat sich ebenfalls angekündigt. Die Französin belegt derzeit Platz 21 der Weltrangliste. Sie will “auch in diesem Jahr den Sieg nach Hause tragen, auch wenn es schwer sein wird, gegen die internationale Konkurrenz zu gewinnen³. Die Britin Gemma Farrell (Platz 12 der Weltrangliste) könnte in diesem Jahr ebenfalls zu den Favoritinnen zählen, belegte sie doch 2006 dicht hinter Delphine Casas den zweiten Platz.

Eine Seglerin vom Bodensee geht beim diesjährigen Ladies Match Cup ebenfalls an den Start. Die “Wild Card³ wurde an Madlen Frey vom Yacht Club Langenargen e.V. vergeben.

Zeitplan:
Mittwoch 26.9.: Trainingsläufe
Donnerstag 27.9. - Samstag 29.9.: Round Robin Serie, und Halbfinalläufe
Sonntag 30.9.: Finalläufe und Siegerehrung

Weitere Infos unter www.interboot.de

Int. Deutschen Meisterschaften der Nordischen Folkeboote

Volles Risiko oder in der Deckung bleiben? - Deutsche Meisterschaft heute mit extrem schwierigen Windverhältnissen.


Die Lindauer Cotopaxi „rollt das Feld von hinten auf“ und arbeitet sich bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote vor Radolfzell kontinuierlich nach vorne.

Der dritte Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote war von eher leichten, drehenden Winden geprägt. Domierend war ein kühler Nordwind, mit zeitweilig rückdrehenden Tendenzen.

Das machte die Taktik an der Kreuz extrem schwierig, weil jeder Schlag aus der sicheren Deckung heraus mit extrem hohem Risiko in beide Richtungen behaftet war. Gerade auf der rechten Seite konnte man sehr viele Plätze gut machen, aber diese genau so schnell wieder verlieren. Die Teilnehmer mussten also das Risiko, das sie auf sich nehmen wollten, ganz genau abwägen und das Punktekonto der Gegner im Hinterkopf behalten. Wer seine bisherige Platzierung verteidigen wollte, hielt Abstand von der Anliegelinie und versuchte, zwischen der Tonne und den Gegnern mit ähnlichem Punktekonto zu bleiben. Wer mit seiner Platzierung ohnehin nicht zufrieden war, konnte volles Risiko fahren und segelte dort entlang, wo die größten Verschiebungen durch Winddreher zu erwarten waren. Regattaleiter Bertram Schall bezeichnete seine Entscheidung, die Wettfahrt trotz des stark drehenden Windes nicht abzubrechen, als „grenzwertig aber richtig“. „Für beide Möglichkeiten gab es stichhaltige Argumente“, sagte er nach dem Zieleinlauf. Deshalb wurde am Mittwoch kein weiteres Rennen mehr gestartet.

Die Crew der Ylva vom Kieler Yachtclub führt das Feld weiterhin souverän an, obwohl sie einen 23. Platz im letzten Lauf kassierte. Dank des Streichresultats hat dieser Ausrutscher jedoch noch keinen nennenswerten Einfluß auf die Punktebilanz. Die Ylva führt weiterhin mit sechs Punkten Abstand vor der Schleswiger Saka-Joka mit Altmeister Walter Muhs an der Pinne. Die drittplatzierte Cabore, ebenfalls vom Schlei-Segelclub, verringerte ihren Abstand zum Zweitplatzierten von drei auf einen Punkt.

Das erste Boot vom Bodensee, die Hippo von Rainer und Liane Willibald mit Alois Weiermann auf der Mittschiffsposition fiel um einen Platz zurück. Der fünfte Rang ist aber noch immer ein hervorragendes Zwischenresultat für die Crew vom Yachtclub Radolfzell und dem Yachtclub Gaienhofen.

Auf Platz sieben liegt die Black Virgin mit dem Kreuzlinger Urs Brunner als Crewmitglied.Als weiteres Bodensee-Boot, das sich im norddeutsch dominierten ersten Drittel hält, konnte sich die Nuith aus Kressbronn vom 14. auf den zwölften Platz verbessern. Vom Punktestand her haben Norbert Herrmann, Elly Kaspar und Olaf Jahnke noch realistische Chancen, unter die ersten Zehn zu segeln.

Bemerkenswert ist die Serie der Lindauer Cotopaxi. Für dieses Boot könnte die Meisterschaft gerne noch etwas länger dauern. Während viele der Bodensee-Crews sich während der Serie immer weiter nach hinten arbeiteten, scheinen sich Friedrich Claudius Schlumberger, Wolf Peter Niessen und Gabriele Schlumberger erst während der Regatten richtig „warm zu laufen“. Nach dem ersten Tag lagen sie auf Platz 30, dann auf 25 und sind jetzt, nach einem zehnten Platz im letzten Lauf, auf dem 20. Zwischenrang angekommen.Auch die Palmstroem vom Stockacher Yachtclub konnte am Mittwoch mit dem elften Platz einen Achtungserfolg im ersten Drittel erringen, der sie um fünf Plätze nach vorn auf die 32. Position schob, Michael Hässler.

Ergebnisse >

Mittwoch, 5. September 2007

Kajak-Fahrer tödlich verunglückt

Nur noch tot geborgen werden konnte ein 37-jähriger Kajak-Fahrer, der am Dienstagvormittag in der Hochwasser führenden Argen bei Goppertsweiler gekentert war.

Wie die bisherigen Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen ergeben haben, waren der Verunglückte sowie ein weiterer Kajak-Fahrer bei Goppertsweiler auf eine gemeinsame Kajaktour aufgebrochen, in deren Folge der 37-Jährige bereits kurze Zeit später kenterte. Zwar gelang es ihm anschließend noch sich an einem Baum festzuhalten, wurde hierbei jedoch vermutlich von der starken Strömung und angeschwemmtem Treibgut eingeklemmt. Trotz intensiver Rettungsversuche seines Begleiters ertrank der Mann noch vor Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte.

Int. Deutschen Meisterschaften der Nordischen Folkeboote

Deutsche Meisterschaft gültig - Norddeutsche Mannschaften dominieren bei guten Windverhältnissen vor Radolfzell


„Hippo“: Rainer Willibald, Liane Willibald und Alois Weiermann (verdeckt) liegen nach dem fünften Lauf der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote auf dem hervorragenden vierten Platz.


„Ylva“: Ulf Kipcke, Dieter Kipcke und Lars Farien vom Kieler Yachtclub dominieren bisher souverän die Internationale Deutsche Meisterschaft der Folkeboote. Nach dem fünften Lauf konnten sie als schlechtestes Ergebnis einen dritten Rang streichen.


Auch am zweiten Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote zeigte sich der Untersee von seiner besten Seite. Windstärken von vier bis fünf Beaufort aus Nord boten beste Regattabedingungen.Nach den drei Läufen am Montag konnte Regattaleiter Bertram Schall heute weitere zwei Wettfahrten starten. Damit ist die Meisterschaft gültig, deren Reglement mindestens vier Läufe vorschreibt.

Nach dem fünften Rennen konnte die schlechteste Einzelplatzierung gestrichen werden. Die Mannschaft des mehrfachen Deutschen Meisters Walter Muhs vom Schlei-Segelclub konnte dadurch ihren Patzer in der dritten Wettfahrt eliminieren und sich von Platz sieben auf den zweiten Platz vorarbeiten. Die Schleswiger Crew liegt jetzt mit sechs Punkten Abstand hinter der führenden Ylva vom Kieler Yachtclub. Mit drei Punkten Abstand folgt Cabore, ebenfalls vom Schlei-Segelclub.

Nach einem Tagessieg in der vierten Wettfahrt konnten Rainer Willibald, Liane Willibald und Alois Weiermann vom gastgebenden Yachtclub Radolfzell und dem Yachtclub Gaienhofen vom siebten auf den vierten Zwischenrang vorrücken und den starkwindgewohnten Norddeutschen Seglern Paroli bieten. Allerdings liegen sie neun Punkte hinter dem Dritten, einen Punkt vor dem fünften Boot und zwei Punkte vor dem Sechsten. Ein hauchdünner Vorsprung also, den zu verteidigen vor allem Nervenstärke erfordert.

Norbert Hermann, Elly Kaspar, und Olaf Jahnke von den Kressbronner Seglern konnten sich um zwei Plätze auf den 14.Rang verbessern und somit als weitere Crew vom Bodensee ins erste Drittel vorarbeiten.Das Radolfzeller Boot „Sisu“ von Peter Häusler, Gerhard Wohlbold und Ingo Deckel fiel vom zwölften Rang auf den 18. Platz zurück.

Nachdem der Wetterbericht für die nächsten Tage leichtere Winde angekündigt hat, könnten sich die Verhältnisse bei den drei folgenden Wettfahrten noch etwas verschieben. Vielleicht können die Bodenseecrews dann ihre Leichtwindroutine und ihre Revierkenntnisse in die Waagschale werfen, Michael Hässler. Ergebnisse >

Dienstag, 4. September 2007

Spatenstich Hafen Altnau

Mit viel Prominenz aus Kanton und Gemeinde sowie vielen Gästen wurde gestern (03.09.07) um 11 Uhr der Spatenstich zum neuen Hafen vollzogen.


Der Bagger wartet...


Gemeindeammann Beat Petrali


Spatenstich mit Regierungsrat Hanspeter Ruprecht, Gemeinderätin Rita Barth und Gemeindeammann Beat Petrali (Fotos Hugo Schmid ASC)

Bericht im Thurgauer Tagblatt >

Konstanz: Vereinslokal mit Seeblick

Josef Siebler
Die Segler eröffnen kommendes Wochenende im Staader Fährehafen eine neue Gaststätte. Sechs Seglervereine haben 280000 Euro in die Sanierung der Ländebauten gesteckt. Nach jahrelangen Debatten und manchen Unstimmigkeiten wird der denkmalgeschützte Bau nun doch der Öffentlichkeit erhalten. Denn Gäste sind in den neuen Räumen jederzeit willkommen.

Club-Atmosphäre mit Seeblick: Die neue Vereinsgaststätte der Arge Sportboothafen in den Ländebauten wird am Samstag eröffnet. Die Segler haben rund 280000 Euro investiert. Bilder: Hanser







Konstanz - Es ist einer der schönsten Plätze, die man sich für ein Vereinslokal vorstellen kann. Die Gäste können von den Ländebauten auf den Ober- und den Überlinger See sowie die Hänge des gegenüberliegenden Ufers blicken. Nicht nur Segler sind eingeladen: "Gäste sind willkommen", sagte Heinz Maser, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sportboothafen (Arge). Sie hat in Staad vor einigen Monaten bereits den neuen Seglerhafen mit 106 Liegeplätzen eröffnet. In den Ländebauten können die sechs Vereine nun auch die nötigen sanitären Anlagen anbieten.

Es gab heftige Debatten darüber, was mit den Ländebauten geschehen soll. Vor einigen Jahren wollten die Stadtwerke sie gar abreißen. Bürger protestierten jedoch heftig. Später wurde das vom Bauhaus-Architekten Hermann Blomeier geplante Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Doch damit war noch nichts gewonnen: Wer sollte den heruntergekommenen Bau sanieren? Mit der Ausschreibung für eine öffentliche Gastronomie wurde kein Pächter gefunden. Schließlich erklärten sich die Segler bereit, den Kopfbau zu übernehmen. Den restlichen Teil des Gebäudes wird Fähre-Gastronom Rüdiger Niedzwietzki für einen Kiosk, öffentliche Toiletten und Lagerräume nutzen.

Die jetzige Hafen-Lösung habe die Segler vor Herausforderungen gestellt, sagte Vorsitzender Peter Eitze, "wir haben von den Stadtwerken alle Pflichten übernommen". So kam schon der Aushub des Hafenbeckens recht teuer. Letztlich sind die Kosten für den Sportboothafen inklusive Gastronomie auf insgesamt rund zwei Millionen Euro geklettert - ursprünglich geplant war die gleiche Summe, aber noch in D-Mark. Immerhin habe man am Hafen Geld einsparen können. Beim Umbau leisteten die Mitglieder zudem 1600 Stunden Eigenarbeit.

Bei mehreren Terminen mit dem Denkmalschutz wurden die Arbeiten abgestimmt. Das Gebäude, das nun mit Kameras überwacht wird, wurde komplett entkernt. Im Lokal selbst wurde auf Qualität geachtet. "Wir wollten Club-Atmosphäre schaffen", erläuterte Peter Eitze. Das Erdgeschoss wird als Versammlungsraum und für den Unterricht der Jugendabteilung genutzt. Interessierte Firmen oder Vereine können ihn mieten.

Den Seglern, die zu Gast sind, stehen neue Duschen und Sanitärräume zur Verfügung. Das Energiekonzept ist umweltfreundlich mit einer kombinierten Gas-Solar-Anlage. Neu sind auch Küche und Kühlräume. Zunächst werden Mitglieder das neue Lokal führen. Nach der Testphase wird entschieden, wie es weitergeht. Peter Eitze: "Wir haben im Moment einfach keine Vergleichszahlen."

Trotz der schwierigen Umstände sind die Segler zufrieden. Der Hafen werde sehr gut angenommen. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken sei konstruktiv gewesen. Nun hofft die Arge, dass etwas Ruhe rund um den Fährehafen einkehrt. Die Anwohner freuten sich über das Flair und die Belebung, sagte Heinz Maser. "Die Allmannsdorfer sind sehr zufrieden mit der Entwicklung."

Int. Deutschen Meisterschaften der Nordischen Folkeboote

Deutsche Meisterschaft vor Radolfzell
Starkwindspezialisten dominierenBei sehr guten Windbedingungen von konstanten vier bis fünf Beaufort fanden am Montag die ersten drei Läufe für die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Nordischen Folkeboote statt.

Michael Hässler
Bertram Schall, Regattaleiter des ausrichtenden Yachtclubs Radolfzell war denn auch sichtlich erleichtert, dass sich das Segelwetter am manchmal etwas zickigen Zeller See von seiner besten Seite gezeigt hat.Die Mannschaft der „Ylva“ vom Kieler Yachtclub konnte sich bei diesen Windverhältnissen wie zu Hause fühlen und kam von allen Teilnehmern am besten mit den Bedingungen zurecht. Mit zwei Laufsiegen und einem dritten Platz schufen sich die Kieler einen komfortablen Punkteabstand zur Crew der „Cabore“ vom Schlei-Segelclub, die nach dem ersten Tag mit sieben Punkten im Rückstand liegt. Mit dreizehn Zählern liegt die „Hobrian“ aus Laboe auf dem dritten Zwischenrang.

Einzig die Besatzung der „Hippo“, Rainer Willibald, Liane Willibald und Alois Weiermann, die für den Yachtclub Radolfzell und den Yachtclub Gaienhofen starten, konnten mit 23 Punkten und Platz 6 in die Starkwinddominanz der Norddeutschen Segler einbrechen. Die Radolfzeller Peter Häusler, Gerhard Wohlbold und Ingo Deckel kassierten nach einer hoffnungsvollen siebten und elften Laufplatzierung im dritten Rennen einen enttäuschenden 26.Platz. Sie hoffen daher auf ihre zweite Chance. Nämlich dass das Wetter weiterhin so gut mitspielt. Reicht der Wind diese Woche für sechs Läufe aus, kann das schlechteste Einzelergebnis gestrichen werden. Bei acht Rennen werden die zwei schlechtesten Platzierungen gestrichen.

Die Konstanzer Rolf Huber, Dieter Skorloff und Christoph Huber haben mit Platz 14 das erste Drittel der 41 startenden Mannschaften knapp verfehlt.






Starkwind/Cockpit/Auslaufboje: Glänzende Bedingungen fanden die 41 Mannschaften aus ganz Deutschland am ersten Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote vor Radolfzell vor.


Hippo: Rainer Willibald, Liane Willibald und Alois Weiermann waren nach dem ersten Wettfahrttag der Internatinalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote mit dem sechsten Rang bestes Team vom Bodensee (Fotos Michael Hässler).

Montag, 3. September 2007

Integrativer Segelverein Bodensee E.V. feiert Molenfest

Der ISB läd zum Molenfest ein. Es findet am 16. September in Moos am Hafen ( Solarsegel ) statt.

Zwischen 10.00 und 17.00 Uhr können Sie:
- die Arbeit kennen lernen
- sich informieren und Fragen stellen
- selbst im Mini ­12er Platz nehmen und segeln
- Menschen mit und ohne Behinderung kennen lernen
- eine SeWu probieren
- Kaffee und Kuchen genießen
- an Spielen teilnehmen.

Sportfischer vor Wasserburg gekentert

Gestern Abend (03.09.) fuhren zwei Sportfischer mit ihrem patentfreien Motorboot auf den Bodensee zum Angeln.

Kurz nach Mitternacht kenterte das Boot ca. 400 m vor Wasserburg und beide Personen fielen ins Wasser. Während der 31-jährige Bootsführer an Land zurückschwamm blieb sein 46-jähriger Begleiter beim Boot und schleppte dies in einem Zeitraum von ca. 4 Stunden schwimmend an Land. Er wurde wegen Verdacht auf Unterkühlung ins Krankenhaus eingeliefert. Der Bootsführer ging in der Zwischenzeit nach Haus und legte sich schlafen. Beim Bootsführer wurde eine Blutentnahme angeordnet, da der Alkotest eine AAK von 1,04 Promille ergab. Der Bootsführer wird wegen Gefährdung im Schiffsverkehr und unterlassener Hilfeleistung angezeigt.

WM der Fireballs auf dem Silvaplanersee - Abschluss

Von Mirjam Hollenwäger

Vom 27. August bis am 1. September 2007 fanden auf dem Silvaplanersee unter der Leitung des Segel-Club St. Moritz die Weltmeisterschaften der Fireball-Klasse statt. Diese WM war in zweifacher Hinsicht speziell, einerseits fand die letzte Fireball WM vor mehr als 20 Jahren in der Schweiz statt, andererseits stammen die Weltmeister 2006, Erich und Ruedi Moser, aus der Schweiz.

Aufgrund der grossen Teilnehmerzahl – 95 Teams aus 13 Nationen – und der beschränkenden Grösse des Silvaplanersees, wurde an diesem Anlass aus Sicherheitsgründen zum ersten Mal in der Fireball-Geschichte in Flotten gesegelt. Somit wurde an den ersten drei Tagen Qualifikationsläufe in zwei Flotten ausgetragen. Aufgrund der Resultate wurden die Teams dann für die Finalläufe der letzten zwei Tage in eine Gold- und eine Silberflotte aufgeteilt.

Anders als in der vorangehenden International Week / Alpine Challenge liess die vorherrschende Wetterlage während der ganzen WM keinen typischen Malojawind aufkommen. Am ersten Tag herrschten Leichtwindbedingungen vor, mit welchen die 20 teilnehmenden Schweizerteams besonders gut zu recht kamen. Nicht weniger als 7 Teams klassierten sich in den ersten zehn Plätzen ihrer jeweiligen Flotte. Das Westschweizerteam Frédéric Duvoisin/Laurent Grob fuhr gar einen Laufsieg. Nachdem am zweiten Tag der WM wegen Flaute nicht gesegelt werden konnte, wurden am dritten Tag bei sehr wechselhaften Bedingungen zwei weitere Qualifikationsläufe durchgeführt. Obwohl den Weltmeistern 2006, Erich und Ruedi Moser, ein Laufsieg gelang, wurde dieser Tag von den britischen Teams dominiert. Nach den vier Qualifikationsläufen erfolgte die Aufteilung in eine Gold- und Silberflotte. Neben der starken britischen Konkurrenz schafften 11 Schweizerteams den Sprung in die Goldflotte. Nach einem Ruhetag wurde am Freitag zu den Finalläufen gestartet. Bei ungewohnt und extrem böigem Nordwind konnte nur gerade ein Lauf in der Gold- und der Silberflotte gesegelt werden. Die Briten kamen mit den vorherrschenden Windverhältnissen wiederum gut zu recht und belegten in der Zwischenrangliste sechs der Topten Plätze. Am letzten Tag der WM wurde die Goldflotte kurz vor der letzen Startgelegenheit vor 15:00 Uhr zu einem letzten Lauf aufs Wasser geschickt. Der weniger böige aber stark drehende Nordwind sorgte für schwierige Verhältnisse. Das britische Team Richard Estaugh / Rob Gardner konnte diesen letzen Lauf für sich entscheiden und wurden damit neuen Fireball-Weltmeister. Sie gewannen vor Vince Horey / Andy Thompson (GBR) und Tom Jeffcoate / Mark Hogan (GBR). Die Ränge 4 bis 7 wurden ebenfalls von britischen Teams belegt. Auf Rang 8 folgten die Australier Heather Macfarlane / Chris Payne vor den Tschechen Martin Kubovy / Roman Rocek, welche in der vorangehenden Woche die Alpine Challenge gewannen. Die beiden Schweizerteams Moser / Moser und Duvoisin / Grob hatten einen schlechten letzten Tag und rutschen in der Schlussrangliste knapp aus den Topten heraus.

Trotz den schwierigen Windbedingungen war die Fireball Weltmeisterschaft 2007 ein voller Erfolg. Die nächste WM wird bereits im Frühjahr 2008 in Thailand stattfinden.

Vollständige Rangliste > / Fotos >